
Die große trend-Umfrage: Welchen Befund die Österreicher:innen dem einst stolzen Gesundheitssystem ausstellen - und welche Konsequenzen sie daraus ziehen.
Einige spektakuläre Fehlbehandlungen in Spitälern haben dem hoch gerühmten österreichischen Gesundheitssystem zuletzt negative Schlagzeilen gebracht. Färbt das auch aufs Vertrauen ab? In der regelmäßig vom Linzer Market-Institut gestellten Institutionenvertrauensfrage rangieren Polizei und Universitäten bzw. Hochschulen ganz oben, das Gesundheitssystem jedoch nur im Mittelfeld – und die Bundesregierung ganz unten.
Für den trend fokussierte Market nun speziell auf die Gesundheitsversorgung. Elf Prozent bewerten die Qualität sehr gut, 46 Prozent eher gut. 40 Prozent ordnen sie hingegen tendenziell schlecht ein. „Die Jungen sind überzeugter als die Älteren“, liest Birgit Starmayr von Market aus den Detaildaten.


Spannend ist, welche persönlichen Konsequenzen aus der allgemeinen Einschätzung gezogen werden. Private Krankenversicherungen versprechen oft bessere und schnellere Leistungen. 53 Prozent der Befragten geben an, keine Zusatzversicherung zu haben. 29 Prozent haben eine, für weitere 15 Prozent ist es eine Überlegung wert. Bei den unter 30-Jährigen sind bereits 28 Prozent privat „versorgt“, dennoch ist laut Starmayr in dieser Altersgruppe das Potenzial am größten. Interessanterweise ist unter jenen, die das Gesundheitssystem positiv beurteilen, der Anteil der Privatversicherten höher.


Schwieriger ist ein Systemvergleich. Sich bei einer grundsätzlichen gesetzlichen Versicherungspflicht selbst einen Anbieter zu wählen, ist den Österreicher:innen fremd. Daher gibt es auch auf die entsprechende Frage ein unentschiedenes Meinungsbild. In Summe 50 Prozent können dem in Deutschland praktizierten Modell etwas abgewinnen, ebenso viele sind „sehr dagegen“ oder „eher dagegen“ bzw. geben an, die komplexe Angelegenheit nicht beurteilen zu können.


Info
Diese repräsentative trend-Umfrage wurde vom Market Institut durchgeführt. n = 1.000 Befragte.
Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 6. März 2026 erschienen.
