
Kaiser-Urenkelin Gisela Bergmann überwacht als Mitglied des Gremiums die wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls.
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Papst Leo XIV. setzt bei der Erneuerung des vatikanischen Wirtschaftsrats auch auf zwei Frauen mit internationaler Finanzerfahrung. Zu den acht neu berufenen Mitgliedern des 15-köpfigen Gremiums gehören die Kaiser-Urenkelin Gisela Bergmann sowie die italienische Finanzmanagerin Elena Wettstein Principato. Das Gremium überwacht die wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls und prüft unter anderem die Jahresabschlüsse des Vatikans.
Gisela Bergmann, gebürtige Prinzessin von und zu Liechtenstein, ist eine Urenkelin des letzten österreichischen Kaisers Karl I. Die 36-Jährige ist CEO des von Angehörigen des Fürstenhauses gegründeten liechtensteinischen Treuhandunternehmens Industrie- und Finanzkontor. Die in Feldkirch in Vorarlberg geborene Managerin studierte Umweltingenieurwesen an der ETH Zürich und sammelte anschließend unter anderem Erfahrungen im Investmentbanking. Elena Wettstein Principato, 49 Jahre alt und aus Rom, ist für das Vertriebsmanagement Europa International bei der Schweizer Großbank UBS verantwortlich. Sie verfügt ebenfalls über langjährige internationale Erfahrung im Finanz- und Wealth-Management.
Neben den beiden Frauen wurden vier Kardinäle neu in den Wirtschaftsrat berufen: der Italiener Roberto Repole, Erzbischof von Turin, der Pole Grzegorz Ryś, Erzbischof von Krakau, der Serbe Ladislav Nemet, Erzbischof von Belgrad, sowie Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier. Nemet gehört der ungarischen Minderheit in Serbien und dem Orden der Steyler Missionare an.
An der Spitze des Wirtschaftsrats gibt es dagegen keine Veränderungen. Koordinator bleibt der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der das Gremium seit seiner Gründung im Jahr 2014 leitet. Auch seine Stellvertreterin, die deutsche Rechtswissenschaftlerin Charlotte Kreuter-Kirchhof, bleibt im Amt. Als Generalsekretär wurde der italienische Kirchenrechtler Brian Edwin Ferme bestätigt.
Neu berufen wurden neben den vier Geistlichen auch vier Laien mit Erfahrung in Finanzwesen, Verwaltung und Unternehmensführung. Dazu gehört der 73-jährige Franzose Denis Duverne, der unter anderem im Versicherungssektor tätig war und früher dem Verwaltungsrat des französischen Versicherungskonzerns Axa vorstand. Ebenfalls neu im Gremium ist der Italiener Paolo Nusiner, der über langjährige Erfahrungen in Verwaltung und im Umfeld kirchlicher Einrichtungen verfügt.
Mit der Neubesetzung erneuert Leo XIV. mehr als die Hälfte des Wirtschaftsrats. Vier Kardinäle - Péter Erdő, Anders Arborelius, Pietro Petrocchi sowie Louis Raphaël Sako - scheiden aus dem Gremium aus. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt fünf Jahre.
Der Wirtschaftsrat gehört zu den wichtigsten Kontrollgremien der vatikanischen Finanzverwaltung. Er überwacht die wirtschaftlichen Aktivitäten des Heiligen Stuhls und hat insbesondere die Aufgabe, die Arbeit des Wirtschaftssekretariats und anderer für die Finanzen zuständiger Einrichtungen zu begleiten. Die Zusammensetzung aus Geistlichen und Finanzfachleuten soll dabei kirchliche Verantwortung mit professioneller wirtschaftlicher Expertise verbinden.