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Von einem Umsatz von rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ist keine Rede mehr. Die operative Umsatzrendite (EBITDA-Marge) soll auf 13 bis 17 Prozent wachsen. Im Mittel wären das 50 Prozent mehr als in den vergangenen drei Jahren. Vor vier Jahren hatte sich Wacker mehr als 20 Prozent operative Rendite zum Ziel gesetzt.
Wacker kündigte auf dem Kapitalmarkttag an, in den nächsten Jahren "selektiver" zu investieren und die Umsatzrendite deutlich nach oben zu schrauben. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) des Konzerns soll künftig auf mehr als 10 Prozent steigen. Dazu soll auch das Sparprogramm beitragen, das Wacker vor knapp einem Jahr gestartet hat. Dadurch sollen die jährlichen Kosten bis 2028 um mehr als 300 Millionen Euro sinken. Künftig sollen im Jahr 300 bis 400 Mio. Euro investiert werden. Im vergangenen Jahr waren es 466 Mio., 2023 sogar 710 Mio. Euro. Der Vorstand reagiert damit auf die schwache Chemiekonjunktur und den Gegenwind durch Kriege und Handelsbarrieren. Künftig wolle man sich auf Geschäfte mit attraktiven strukturellen Wachstumsperspektiven konzentrieren, hieß es in der Mitteilung. Dazu zählten Elektronik, Gesundheit und Mobilität.
Die Maßnahmen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zum Schutz der Silizium-Industrie in den USA laufen nach Ansicht des Spezialchemiekonzerns ins Leere. Vorstandschef Christian Hartel bezeichnete die von den USA im August angekündigten Mindestpreise und Importzölle auf das Rohmaterial für Chips und Solarmodule auf einem Kapitalmarkttag in London am Donnerstag als "enttäuschend". Sie erfüllten in der derzeitigen Form nicht den Zweck, die Produktion von Polysilizium in den USA zu erhalten. Importe in die USA gebe es ohnehin kaum. Wacker ist eines von zwei Unternehmen, die dort Polysilizium herstellen: Das Werk in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee ist eines von drei Werken neben Burghausen in Bayern und Nünchritz in Sachsen.
Hartel sagte, Wacker sei noch in konstruktiven Gesprächen mit der US-Regierung über einen wirksamen Schutz. Wenn man sich einige, könnten alle drei Werke erhalten werden - wenn nicht, werde man die Aufstellung "optimieren" und sich auf hochreines Halbleiter-Silizium konzentrieren, wo Wacker Weltmarktführer ist. Bei Solarsilizium ist dagegen die chinesische Konkurrenz übermächtig. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuletzt von Insidern erfahren, dass die Mindestpreise die letzten beiden Solar-Kunden von Wacker in den USA vergrault hätten. Wacker erwäge deshalb, das Werk in Charleston mit 600 Mitarbeitern zu schließen. Hartel wollte sich darauf vor den Analysten nicht festlegen. "Wir werden nicht überhastet entscheiden, aber wir werden handeln."
ÖSTERREICH: FOTO: APA/Fresenius Kabi Austria