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Hoffnungen auf eine Beilegung des Iran-Krieges verbunden mit sinkenden Ölpreise unterstützen international die Aktienkurse. Wie das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete, sollen die USA, der Iran und der Oman kurz vor einer vorübergehenden Vereinbarung zur Öffnung der Schifffahrtsroute durch die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormuz stehen.
In einer Branchenbetrachtung standen Technologiewerte in Europa am tiefsten im Minus. Hier belastete der Kursabschlag der Infineon-Aktie in Höhe von mehr als fünf Prozent, nachdem die Quartalszahlen des Chipherstellers trotz eines Rekordumsatzes enttäuschend aufgenommen worden waren.
Aktien von Novo Nordisk sind nach Quartalszahlen ebenfalls unter Druck geraten und büßten fast vier Prozent ein. Die Analysten der UBS merkten an, dass die Zahlen zum zweiten Quartal besser wirkten, als sie tatsächlich seien. Bei genauerem Hinsehen zeige sich, dass der um Sondereffekte bereinigte Umsatz nicht ganz so stark gewesen sei. Der Absatz der Abnehmpille Wegovy habe sogar leicht unter den Erwartungen gelegen. Zudem seien Studienergebnisse des Kombinationspräparats CagriSema zur Behandlung von Diabetes enttäuschend ausgefallen.
Ahold Delhaize tendierten kaum verändert. Der niederländische Supermarktbetreiber bekommt im schwierigen US-Markt weiter den Preisdruck zu spüren. Anders als noch im ersten Quartal wuchsen die gesamten Konzernerlöse nun im 2. Quartal allerdings wieder, wenn auch nur leicht, im Jahresvergleich um 0,3 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge fiel zwar leicht auf 3,9 Prozent, lag aber wie der Umsatz im Rahmen der Analystenerwartungen.
Wolters Kluwer fielen um 1,2 Prozent. Der niederländische Informationsdienstleister hat nach einem erwartungsgemäß ausgefallenen ersten Halbjahr die 2026er-Prognose bestätigt. Demnach soll die um Sondereffekte bereinigte Marge im Vergleich zum Vorjahr um circa einen halben Prozentpunkt auf rund 28 Prozent steigen.
Heineken kletterten um 2,5 Prozent hoch. Ein strikter Sparkurs und der Abbau von rund 3.000 Stellen haben dem Brauereikonzern im ersten Halbjahr zu einem überraschend kräftigen Gewinnsprung verholfen. Der Betriebsgewinn ist organisch um 6,7 Prozent auf 2,17 Mrd. Euro gestiegen. Analysten hatten mit einem Plus von 3,3 Prozent gerechnet. Der Absatz stieg um 1,6 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. Der Umsatz kletterte um 2,4 Prozent auf 17,55 Mrd. Euro.
Der starke Preisanstieg bei Energie und Rohstoffen infolge des Irankriegs hat Glencore ein kräftiges Umsatz- und Gewinnplus beschert. Der Umsatz des Bergbaukonzerns und Rohstoffhändlers legte in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 174 Milliarden Dollar zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei zugleich um 86 Prozent auf etwas mehr als 10 Milliarden Dollar gestiegen. Die Glencore-Aktie reagierte mit plus 3,6 Prozent.
AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS