Europas Leitbörsen weiter in Rekordlaune, Euro-Stoxx +0,9 %

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Fallende Ölpreise wegen Iran-Hoffnungen stützen
 © APA/APA/AFP/JUSTIN TALLIS
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In Europa haben am Dienstag viele Aktienmärkte ihre Rekorde ausgebaut. "Das Sentiment bleibt vorerst positiv", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. "Allerdings setzt sich das sehr vorsichtige Vorgehen unter geringen Handelsvolumen der vergangenen Wochen fort." Für weiteren Rückenwind sorgte, dass die Ölpreise am Nachmittag dank neuer Hoffnungen auf eine Einigung im Irankrieg deutlich nachgaben.

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Der Euro-Stoxx-50 als Leitindex für die Eurozone legte um 0,94 Prozent auf 6.486,70 Punkte zu und knüpfte damit an das Rekordniveau vom Vortag an. Auch der DAX legte weiter zu und schloss mit plus 0,77 Prozent bei 26.202,35 Zählern. Unter den weiteren Länderindizes verzeichneten etwa die Barometer in Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande und auch Österreich allesamt neue Allzeithochs. Lediglich außerhalb der Eurozone konnten sich die Börsen nicht an die Rekordrally anschließen. In London stieg der FTSE-100 um 0,20 Prozent auf 10.879,38 Punkte, blieb aber ein Stück unter der Bestmarke von vergangener Woche. Ähnlich sah es beim Schweizer SMI aus.

Zuletzt überwog mit Blick auf den Nahen Osten der Optimismus der Anleger, was sich auch in den weiter sinkenden Ölpreisen widerspiegelte. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte US-Finanzminister Scott Bessent: "Wir befinden uns in Gesprächen mit den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Straße von Hormuz zu öffnen". Angesprochen auf eine mögliche Gebührenerhebung durch den Iran in der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Meerenge machte Bessent klar, er gehe davon aus, dass eine freie Durchfahrt möglich sein werde.

Stärkster Sektor waren die Rohstoffwerte, wobei insbesondere Aktien von Kupferproduzenten nach einem Mehrmonats-Hoch des Industriemetalls gefragt waren. Aktien aus der Ölbranche gaben hingegen ihre Gewinne aus dem frühen Verlauf wieder ab und folgten damit den nachgebenden Ölpreisen.

Vor diesem Hintergrund gaben auch BP trotz solider Zahlen um 4,9 Prozent nach. Die hohen Ölpreise hatten dem Konzern im zweiten Quartal einen Gewinnsprung beschert. In den drei Monaten bis Ende Juni betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn rund 5,7 Milliarden US-Dollar (knapp 5 Mrd Euro). Analysten hatten im Schnitt nur gut fünf Milliarden Dollar erwartet.

Technologiewerte bauten auf guten Vorgaben auf. "Im asiatischen Handel standen erneut die Technologiewerte aus den Halbleiter- und KI-Sektoren im Fokus", merkte Lipkow an. "Nach US-Börsenschluss legte zudem das KI-Vorzeigeunternehmen Palantir seine Zahlen für das vergangene Quartal vor und konnte die Skeptiker überzeugen." So gewannen etwa ASML 3,7 Prozent.

Gute Zahlen gab es aus der zweiten Reihe des Segments. Der Sensoren-und Halbleiterhersteller ams-Osram hatte im zweiten Quartal einen höheren Umsatz erzielt, musste beim operativen Gewinn aber einen Rückgang hinnehmen. Das Unternehmen übertraf jedoch die Analystenerwartungen. Zugleich trieb ams-Osram den Umbau zu einem Halbleiterunternehmen voran. Die in Zürich notierte Aktie des österreichisch-deutschen Unternehmens legte um 3,4 Prozent zu.

Etwas verhaltener war dagegen die Entwicklung im Bankensektor. Die britische Großbank HSBC nimmt sich nach einem überraschend guten Quartal höhere Einsparungen vor. Zudem nimmt die Bank den Rückkauf eigener Aktien wieder auf. Anleger reagierten zurückhaltend. Die Aktie verlor nach der starken Entwicklung der Vormonate 0,8 Prozent.

Auf dem Einzelhandelssektor lastete der Kursrutsch von Zalando. Der Online-Händler hatte im zweiten Quartal weniger Umsatz erzielt und verdient als erwartet, worauf der Aktienkurs um 13,4 Prozent einbrach.

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