Deutschland und Frankreich einig über Einstieg bei KNDS

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++ ARCHIVBILD ++ Stimmrechte der Länder sollen gleichmäßig aufgeteilt werden
 © DPA, Sven Hoppe, Apa
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Deutschland und Frankreich haben sich über den Einfluss der Länder auf den Rüstungskonzern KNDS verständigt. Der Verwaltungsratschef des Unternehmens, Thomas Enders, bestätigte am Mittwochabend gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine frühere Kreise-Meldung. "Zunächst einmal ist zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung zu einer Entscheidung durchgerungen hat", sagte Enders. KNDS werde damit nach dem Börsengang zu 80 Prozent in Staatsbesitz sein.

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"Ziel muss sein, über Zeit die Staatsanteile deutlich abzuschmelzen", sagte der ehemalige Airbus-Chef. Deutschland will beim geplanten Börsengang des Panzerbauers einen Anteil von 40 Prozent erwerben. Der Anteil solle möglichst innerhalb von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent sinken, Frankreich wolle dann parallel ebenfalls reduzieren.

Vereinbart sei aber, dass die Stimmrechte zwischen Frankreich und Deutschland unabhängig vom Anteilsbesitz gleich verteilt sein müssten. Wichtige Entscheidungen zu Arbeitsplätzen oder Standorten könnten also nur gemeinsam getroffen werden. Der Preis für den Einstieg werde sich am Wert der Anteilsscheine beim Börsengang richten. Einen Paket-Abschlag oder -Zuschlag werde es nicht geben.

Enders betonte, Rüstungsunternehmen bräuchten grundsätzlich keine staatlichen Mehrheitsaktionäre. Nationale Sicherheitsinteressen sollten in erster Linie über Aufträge und spezifische Sicherheitsvereinbarungen gewährleistet werden. "Entscheidend bei den anstehenden Verhandlungen wird sein, dass KNDS jetzt auch eine börsentaugliche Governance und Regeln erhält, die die Agilität des Unternehmens sowie seine Wettbewerbsfähigkeit, technologische und finanzielle Exzellenz und weitere europäische Konsolidierung ermöglichen."

Derzeit halten die Familien Bode und Braunbehrens die Hälfte an KNDS, Frankreich die andere Hälfte. Die Familien hatten die ehemalige, in KNDS aufgegangene Krauss-Maffei Wegmann in für die Rüstungsindustrie mageren Zeiten gestützt. Sie wollen jetzt einen milliardenschweren Börsengang zum Ausstieg nutzen. Deutschland hatte frühzeitig Interesse bekundet, direkt Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen. In der Regierung gab es aber Differenzen über die Höhe eines Einstiegs. Zudem sollte das Gleichgewicht mit Frankreich gesichert sein.

Bei einem Börsengang könnte neben den Familien auch Frankreich einen Anteil verkaufen. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, KNDS könnte dabei mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden.

Die Federführung beim Einstieg des deutschen Staates soll das Wirtschaftsministerium bekommen. Es solle sich aber mit dem Verteidigungsressort abstimmen müssen, sagte der Regierungsvertreter. Die beiden Ressorts hatten lange über Höhe und Form eines Einstiegs bei KNDS gerungen.

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