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Vorstandschef Markus Kamieth machte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" klar, dass dies mit einem weiteren Personalabbau einhergehe. "Es ist eines der größten Optimierungsprogramme für die BASF, ein neues Betriebssystem für den Konzern", sagte der Manager dem Blatt. "Es wird zu einem neuen Kerngeschäft mit weniger Personal führen."
Wie viele Arbeitsplätze genau wegfallen, ließ Kamieth offen. Er kündigte jedoch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an. Am Stammsitz in Ludwigshafen sind seit Anfang 2024 bereits rund 2.800 Stellen weggefallen. Das neue Programm mit dem Namen "CoreShift" zielt auf die vier Kernsparten Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care ab, die zusammen auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro kommen. Dem "Handelsblatt" zufolge sollen die Kosten um eine Milliardensumme sinken. Personalkosten sollen einen großen Teil der Einsparungen ausmachen.
Kamieth betonte im "Handelsblatt", der Schritt sei keine Reaktion auf eine sich möglicherweise weiter verschlechternde Konjunktur, sondern Teil der Strategie. BASF hat seit 2023 bereits Projekte mit Einsparungen von über 2,3 Milliarden Euro gestartet, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollen. Die neuen Kürzungen sollen diese Summe übersteigen. Geleitet wird der Umbau von der bisherigen Europachefin Julia Raquet, die ein neu geschaffenes Transformationsbüro führt und direkt an Kamieth berichtet. "Die Aufstellung unserer Kerngeschäfte zu vereinfachen, ist entscheidend, um höchste Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und profitables Wachstum voranzutreiben", erklärte sie.
Zu den Maßnahmen gehören laut BASF die Restrukturierung des größten Produktionsstandorts am Firmensitz in Ludwigshafen sowie die schon im Februar angekündigte Neuausrichtung der weltweiten Service-Einheiten. Prozesse sollen vereinfacht, IT-Lösungen standardisiert und Künstliche Intelligenz verstärkt eingesetzt werden. Dabei ist unter anderem geplant, Stellen vom Berliner BASF-Standort nach Indien zu verlagern. Wie viele der dortigen 8.500 Arbeitsplätze entfallen, ist noch unklar.
BASF konzentriert sich nach der Trennung von Randbereichen auf das Kerngeschäft: Die Mehrheit am Coatings-Geschäft wurde bereits an den Finanzinvestor Carlyle verkauft, die Agrarsparte soll im kommenden Jahr reif für den Börsengang eines Minderheitsanteils sein.
Die Natriumsilikat-Sparte und die damit verbundenen Unternehmensteile in Düsseldorf-Holthausen gehen an den US-Rivalen PQ, wie der DAX-Konzern ebenfalls am Mittwoch mitteilte. Über die finanziellen Details des Deals wurde laut BASF Stillschweigen vereinbart. PQ stellt selbst mit 1400 Mitarbeitern Silikate, Kieselsäure und Derivate her und sitzt in Malvern im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Mit PQ haben wir einen Käufer mit umfangreicher Erfahrung in der Silikatproduktion gefunden, der dem Geschäft eine nachhaltige langfristige Perspektive bieten kann", sagte BASF-Manager Jordi Tormo Blasco. Bei BASF zählte das Silikat-Geschäft bisher zur Waschmittel- und Kosmetik-Sparte Care Chemicals.