Commerzbank warnt Aktionäre vor Unicredit-Risiken

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 © DPA, Arne Dedert, Apa
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Die deutsche Commerzbank warnt ihre Anteilseigner vor einem Umtausch ihrer Aktien in Papiere der italienischen Bank-Austria-Mutter Unicredit. Wer seine Aktien an die italienische Großbank verkaufe - und das auch noch unter Wert - handle sich erhebliche Risiken ein.

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Neben den großen Hürden für eine Umsetzung der Unicredit-Pläne müssten die Aktionäre als künftige Miteigentümer der Mailänder Bank auch deren hauseigene Probleme mittragen, warnte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann bei der Hauptversammlung in Wiesbaden: "Etwa ein erhöhtes Exposure gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote notleidender Kredite und ein immer noch signifikantes Russland-Geschäft". Die Unicredit ist eine der größten noch aktiven Auslandsbanken in Russland.

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Unicredit-Chef Andrea Orcel bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Mailänder Großbank bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Das Offert kann bis zum 3. Juli verlängert werden.

Nach jüngsten Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Anteile den Kaufpreis gesichert und kommt damit zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der deutsche Bund, der noch gut 12 Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Belegschaft des Instituts.

"Mit dem vorliegenden Angebot versucht die Unicredit, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den fundamentalen Wert und das Potenzial unserer Bank nicht angemessen widerspiegelt", betonte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bei dem Aktionärstreffen. Die Commerzbank stemmt sich mit dem Abbau von 3.000 Jobs und mehr KI-Einsatz sowie ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen Orcels.

"Von Beginn an war der Prozess geprägt von öffentlichem Druck und einer zunehmend aggressiven Vorgehensweise", sagte Orlopp laut Redetext. "Nichtsdestotrotz - und das möchte ich in aller Klarheit betonen: Wir bleiben offen für Gespräche. Sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie zu bieten."

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