Leadership beginnt im Kopf: Warum Erfolg mehr ist als Strategie

In Kooperation mit SPORTS.Selection.
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Prof. Dr. Kurt Matzler zeigt in seinem Vortrag „Wenn du in der Hölle bist, fahr weiter“, warum echte Führung vor allem mit Haltung, mentaler Stärke und Selbstführung beginnt. Entscheidend ist nicht, ob es schwierig wird, sondern wie wir unter Druck handlungsfähig bleiben und weitermachen.

Leadership beginnt nicht erst bei Entscheidungen, sondern lange davor. Während Clemens Doppler im letzten Teil der trend.-Reihe betont, dass Erfolg das Ergebnis konsequenter täglicher Entscheidungen ist, führt der aktuelle Teil diesen Gedanken weiter: Denn bevor wir entscheiden, handeln oder führen, prägt vor allem eines unseren Erfolg: unsere innere Haltung.

Erfolg beginnt nicht mit Strategie, sondern mit Haltung.

Die Kooperation zwischen trend. und SPORTS.Selection widmet sich weiterhin der Frage, welche Prinzipien Menschen in Hochleistungsfeldern nachhaltig erfolgreich machen. Dabei zeigt sich ein klares Muster: Ob im Spitzensport oder in der Wirtschaft, nachhaltiger Erfolg entsteht nicht allein durch Strategie oder Fachkompetenz. Entscheidend sind mentale Stärke, Selbstführung und die Fähigkeit, auch unter Druck Orientierung zu behalten.

Im Zentrum der Reihe steht die Weltmeister-Studie, eine von SPORTS.Selection gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut marketagent.com durchgeführte Untersuchung. Analysiert wurden die Erfolgsstrategien von 31 Spitzen-Athlet:innen, 35 Top-Manager:innen sowie ergänzend jene Denk- und Verhaltensmuster einer repräsentativen Stichprobe der Gesamtbevölkerung.

Die Reihe verfolgt dabei das Ziel, diese Prinzipien greifbar zu machen. Anhand konkreter Persönlichkeiten wird sichtbar, wie sich Erfolgsfaktoren im Alltag zeigen: im Umgang mit Druck, in der täglichen Arbeit an sich selbst und in der Fähigkeit, auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Gerade darin liegt die Relevanz für Unternehmen und den modernen Arbeitsalltag. Viele Herausforderungen, mit denen sich Führungskräfte heute konfrontiert sehen, sind jenen im Spitzensport erstaunlich ähnlich: hohe Erwartungen, permanente Veränderung und die Notwendigkeit, auch in kritischen Momenten stabile Entscheidungen zu treffen. Während im Sport Sieg oder Niederlage oft unmittelbar sichtbar werden, zeigen sich die Konsequenzen im Business häufig zeitverzögert. Die zugrunde liegenden Mechanismen bleiben jedoch vergleichbar.

Warum mentale Stärke der Schlüssel zu guter Führung ist.

Mentale Stärke bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, Druck einfach auszuhalten oder Schwäche zu verstecken. Es geht vielmehr darum, auch in schwierigen Situationen klar zu bleiben, die eigene Reaktion bewusst zu steuern und trotz Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben. Genau hier wird die Verbindung zwischen Spitzensport und Führung besonders deutlich: Wer unter Belastung Orientierung geben will, braucht zuerst eine stabile innere Grundlage.

Mit dem Vortrag „Wenn du in der Hölle bist, fahr weiter“ und seinem gleichnamigen Buch setzt Prof. Dr. Kurt Matzler genau hier an und zeigt eindrucksvoll, warum Erfolg nicht erst im Handeln beginnt, sondern im Denken.

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In seinem Buch „Wenn du in der Hölle bist, fahr weiter!“ nimmt Kurt Matzler die Leser:innen mit in die Extremwelt des Race Across America. Doch das Buch ist weit mehr als eine Sporterzählung. Es zeigt, was passiert, wenn körperliche Grenzen, Zweifel und Schmerz auf mentale Stärke treffen und warum gerade schwierige Phasen zu Momenten echter Klarheit werden können. Für Führungskräfte liegt darin eine zentrale Botschaft: Wer andere durch Druck und Unsicherheit führen will, muss zuerst lernen, sich selbst zu führen.

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Wenn es schwierig wird, zeigt sich echte Führung

Eine der zentralen Botschaften des Vortrags: Schwierige Situationen sind kein Ausnahmefall, sondern Teil jeder Entwicklung. Entscheidend ist nicht, ob Herausforderungen auftreten – sondern wie wir mit ihnen umgehen.

Matzler macht deutlich, dass sich echte Führung nicht in stabilen Phasen zeigt, sondern genau dann, wenn Unsicherheit, Druck und Komplexität zunehmen. In solchen Momenten reicht es nicht aus, auf bewährte Muster zurückzugreifen. Gefragt ist die Fähigkeit, handlungsfähig zu bleiben, auch wenn der Weg nicht eindeutig ist.

Wer in diesen Situationen stehen bleibt, verliert. Wer weitergeht, entwickelt sich.

Mindset als entscheidender Erfolgsfaktor

Ein zentrales Element des Vortrags ist die Bedeutung des Mindsets. Der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen liegt laut Matzler selten im Wissen – sondern in der Art zu denken.

Erfolgreiche Menschen interpretieren Herausforderungen anders. Sie sehen Probleme nicht als Hindernisse, sondern als Teil des Prozesses. Rückschläge werden nicht vermieden, sondern genutzt.

Diese Haltung entspricht dem Prinzip des Growth Mindsets: der Überzeugung, dass Fähigkeiten entwickelbar sind. Genau diese Denkweise ermöglicht es, auch in schwierigen Phasen weiterzumachen – und daran zu wachsen.

Entscheidungen trotz Unsicherheit treffen

Ein weiterer zentraler Punkt: Führung bedeutet heute nicht mehr, alle Antworten zu kennen. Vielmehr geht es darum, auch ohne vollständige Informationen Entscheidungen zu treffen.

Matzler betont, dass Stillstand oft das größere Risiko ist als eine nicht perfekte Entscheidung. In dynamischen Umfeldern entsteht Fortschritt nicht durch Abwarten, sondern durch Bewegung.

Damit verändert sich auch der Umgang mit Fehlern. Fehler sind nicht das Problem – sie sind Teil des Lernprozesses. Wer versucht, sie komplett zu vermeiden, verhindert Entwicklung.

Parallelen zum Spitzensport

Die Verbindung zum Spitzensport zieht sich als roter Faden durch den Vortrag. Dort wird besonders deutlich: Erfolg entsteht nicht im entscheidenden Moment allein, sondern in der täglichen Vorbereitung.

Disziplin, Routinen und mentale Stärke bilden die Grundlage dafür, unter Druck Leistung abrufen zu können. Genau diese Prinzipien lassen sich auf den Business-Alltag übertragen.

Auch hier gilt: Die Fähigkeit, in kritischen Situationen klar zu bleiben, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit an sich selbst.

Führung bedeutet Orientierung geben

In einer zunehmend komplexen Welt verändert sich auch die Rolle von Führungskräften. Menschen suchen heute weniger nach klaren Anweisungen als nach Orientierung.

Matzler zeigt, dass Führung vor allem bedeutet, Klarheit zu schaffen – über Ziele, Prioritäten und den gemeinsamen Weg. Vertrauen entsteht dort, wo Menschen verstehen, wohin sie sich bewegen und warum.

Damit wird Führung zur Aufgabe, Sinn zu vermitteln und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen andere ihr Potenzial entfalten können.

Selbstführung als Grundlage

Ein besonders zentraler Aspekt: Wer andere führen will, muss sich selbst führen können.

Selbstführung bedeutet, die eigenen Denk- und Verhaltensmuster zu kennen, sich selbst zu reflektieren und bewusst weiterzuentwickeln. Gerade unter Druck zeigt sich, wie stabil diese innere Grundlage tatsächlich ist.

Leadership beginnt damit nicht im Außen, sondern immer bei einem selbst.

Das Interview

Fazit: Erfolg beginnt im Kopf

Der Vortrag von Kurt Matzler zeigt klar: Erfolgreiche Führung ist keine Frage von Tools oder kurzfristigen Strategien.

Es ist die innere Haltung, die darüber entscheidet, wie Menschen handeln, wie sie mit Druck umgehen und wie sie andere führen. Wer gelernt hat, auch in schwierigen Situationen weiterzugehen, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Oder anders formuliert: Erfolg entsteht nicht erst durch das, was wir tun – sondern durch die Art, wie wir denken.

Zur Person: Prof. Dr. Kurt Matzler

Kurt Matzler ist Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck und zählt zu den renommiertesten Strategieforschern Europas. Er ist akademischer Leiter eines Executive-MBA-Programms und Partner eines internationalen Beratungsunternehmens. Mit über 300 wissenschaftlichen Publikationen sowie mehreren ausgezeichneten Büchern – darunter „Digital Disruption“ und „Open Strategy“ – prägt er seit Jahren die Managementforschung maßgeblich.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit ist Matzler auch Extremsportler. 2022 absolvierte er das Race Across America als Solo-Finisher – eines der härtesten Radrennen der Welt mit rund 4.800 Kilometern und extremen Bedingungen. Dabei sammelte er gemeinsam mit seinem Team mehrere Millionen Dollar für den Kampf gegen Kinderlähmung.

Diese einzigartige Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und persönlicher Erfahrung im Hochleistungsbereich macht ihn zu einer besonderen Stimme, wenn es um die Verbindung von Strategie, Leadership und mentaler Stärke geht.

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