Die Erfolgsformel der Weltmeister

In Kooperation mit SPORTS.Selection.
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Was verbindet Spitzensportler:innen, Top-Manager:innen und Menschen, die auch unter Druck klar, resilient und leistungsfähig bleiben? Die neue trend.-Reihe „PERFORMANCE-TALKS“ geht genau dieser Frage auf den Grund und zeigt, welche Rolle mentale Stärke, Fokus und Selbstführung für nachhaltigen Erfolg spielen.

Im Zentrum der Reihe steht die Weltmeister-Studie, eine von SPORTS.Selection gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut margentagent.com durchgeführte Untersuchung. Analysiert wurden die Erfolgsstrategien von 31 Spitzen-Athlet:innen35 Top-Manager:innen sowie ergänzend jene Denk- und Verhaltensmuster einer repräsentativen Stichprobe der Gesamtbevölkerung. Ziel war es, sichtbar zu machen, welche Faktoren Menschen auf ihrem Weg zu außergewöhnlicher Leistung tatsächlich prägen und welche Unterschiede sich zwischen Spitzenperformern und der Allgemeinbevölkerung erkennen lassen.

Das Ergebnis: Erfolg ist weit weniger Zufall, als viele annehmen. Er folgt bestimmten Mustern und entsteht dort, wo mentale Stärke, Resilienz, Umfeldmanagement, Fokus und gesunde Routinen zusammenwirken. 

Damit liefert die Studie nicht nur einen spannenden Blick hinter die Mechanismen von Spitzenleistung, sondern auch einen konkreten Ausgangspunkt für die neue Reihe. Denn die PERFORMANCE-TALKS wollen diese Erkenntnisse nicht abstrakt stehen lassen, sondern anhand von Persönlichkeiten aus dem Spitzensport und dem Performance-Umfeld greifbar machen. In den Gesprächen geht es darum, wie sich jene Prinzipien, die in der Studie sichtbar wurden, in der Realität zeigen: im Umgang mit Druck, in der täglichen Arbeit an sich selbst, in der Bewältigung von Rückschlägen, in der Fähigkeit zur Selbstführung und im bewussten Umgang mit Energie, Gesundheit und Umfeld.

Gerade darin liegt die Relevanz der Reihe für Business und Alltag. Viele Herausforderungen, die Spitzenathlet:innen bewältigen müssen, finden sich heute auch im Berufsleben wieder: hohe Anforderungen, wenig Erholungsräume, ständige Ablenkung, Erwartungsdruck und die Notwendigkeit, auch in schwierigen Phasen klar, stabil und handlungsfähig zu bleiben. Die Weltmeister-Studie zeigt, dass jene Menschen, die in solchen Situationen erfolgreich bleiben, nicht einfach nur talentierter oder disziplinierter sind. Sie verfügen vor allem über bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster, die sich trainieren, reflektieren und in den Alltag übertragen lassen.

Genau hier setzt SPORTS.Selection an. Die Wiener Agentur verfolgt die Mission, Erfahrungen, Erfolgsprinzipien und Denkmodelle aus dem Spitzensport für Unternehmen, Teams und Einzelpersonen nutzbar zu machen. Die Vision dahinter ist klar: Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial nicht kurzfristig unter Druck, sondern langfristig gesund, wirksam und nachhaltig zu entfalten. Die Weltmeister-Studie bildet dafür die inhaltliche Grundlage, die PERFORMANCE-TALKS übersetzen diese Erkenntnisse in konkrete Geschichten, Erfahrungen und alltagstaugliche Impulse.

Dass dieser Transfer nicht nur theoretisch funktioniert, sondern sich auch praktisch gestalten lässt, zeigt die Firmenchallenge Österreich. Während die Weltmeister-Studie die zentralen Erfolgsfaktoren sichtbar macht und die Interviewreihe diese mit Stimmen aus dem Spitzensport vertieft, schafft die Firmenchallenge einen konkreten Zugang für Unternehmen, diese Prinzipien im Alltag erlebbar zu machen. Bewegung, Teamgeist, Eigenverantwortung und Motivation werden damit nicht nur besprochen, sondern im Arbeitskontext unmittelbar aktiviert. So wird aus wissenschaftlicher Erkenntnis praktische Umsetzung.

Die Firmenchallenge Österreich

„Erfolg ist das Ergebnis täglicher Entscheidungen“

Dr. Andreas Heralic, als Experte für High-Performance und Kommunikation zeigt er, wie sich die mentalen Strategien von Spitzenathleten auf den Management-Alltag übertragen lassen. Sein Fokus liegt dabei nicht auf kurzfristigem Druck, sondern auf gesunder Resilienz und der Entwicklung einer starken Unternehmenskultur, in der Bewegung und Erfolg Hand in Hand gehen.

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Dr. Andreas Heralic ist eine der treibenden Kräfte an der Schnittstelle zwischen Spitzensport und Wirtschaft. Als Initiator der „Firmenchallenge Österreich“ hat er eine der größten Gesundheitsinitiativen des Landes ins Leben gerufen und begleitet seit über 25 Jahren Unternehmen dabei, Teamgeist und Leistungsfähigkeit nachhaltig zu fördern.

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Erfolg basiert im Sport wie in der Wirtschaft meist auf harten Fakten. Was ist deine persönliche Philosophie, um nicht nur an die Spitze zu kommen, sondern auch dort zu bleiben?

Dr. Andreas Heralic

Erfolg ist für mich keine Phase und kein Zufall, sondern eine Haltung. Sie basiert auf klaren Werten wie Ehrlichkeit, Neugier und Konsequenz. Es gibt keine Abkürzungen – nachhaltiger Erfolg entsteht durch Disziplin, Ausdauer und die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch Glück ist am Ende kein Zufall, sondern das Ergebnis daraus, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft. Wer das tut, was seinen Talenten entspricht, und sich seiner eigenen Prägungen bewusst ist, kann aktiv gestalten, statt nur auf äußere Umstände zu reagieren.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Umfeldmanagement. Es ist vermutlich einer der meistunterschätzten Erfolgsfaktoren innerhalb der Erfolgsformel unserer Studie. Das Lebensrollenmanagement als zentraler Bestandteil davon wird dabei oft vernachlässigt – obwohl genau hier enorme Wirkung entsteht. Wir alle bewegen uns täglich in unterschiedlichen Rollen: als Unternehmer, Partner, Vater, Freund, aber auch in Ehrenämtern und Vereinen. Erfolg bedeutet nicht, jede Rolle perfekt zu erfüllen, sondern im jeweiligen „Heute“ die bestmögliche Qualität hineinzubringen. Genau diese bewusste Gestaltung des Moments macht langfristig den Unterschied.

Aus meiner Erfahrung sind sich viele Menschen ihrer unterschiedlichen Rollen gar nicht wirklich bewusst – wir haben das auch in unserer Studie klar gesehen. Ebenso wenig reflektieren sie die Wirkung, die diese Rollen auf sie haben: welche Energie geben und welche Energie ziehen. Genau hier entsteht oft unnötiges Stresspotenzial, gleichzeitig liegt darin aber auch ein enormer Hebel für mehr Klarheit, Balance und Leistungsfähigkeit.

Genauso wichtig ist es jedoch auch, ehrlich zu bleiben: Auch bei mir – mit zwei kleinen Kindern und vielen parallelen Lebensrollen – gibt es Tage, an denen mich der Alltag lebt und nicht umgekehrt. Aber genau hier setzen meine Prinzipien an: Durch meine Leitsätze wie „Glück ist eine Entscheidung“ und „Memento Mori“ gelingt es mir, den Fokus immer wieder neu auszurichten. Diese Tage werden dadurch nicht verschwinden, aber sie werden spürbar weniger.

Was ich aus der Arbeit mit Spitzensportlern und Top-Manager:innen mitnehme – auch geprägt durch meine eigene Zeit als Leistungssportler in jungen Jahren und über 25 Jahre Zusammenarbeit mit Spitzensportlern und Führungskräften aus dem Business: Sie sind allesamt Experten für mentale Stärke und ein konsequentes Growth Mindset. Genau das macht den Unterschied – nicht nur auf dem Weg nach oben, sondern vor allem, um dauerhaft an der Spitze zu bleiben und auch in herausfordernden Zeiten stabil, fokussiert und handlungsfähig zu sein – insbesondere dann, wenn es gilt, Krisen oder Schicksalsschläge zu überwinden.

Und ein Punkt ist mir besonders wichtig: Erfolg bedeutet nicht automatisch Erfüllung oder Glück. Erfolg ist primär ergebnisorientiert, während Glück prozessorientiert ist. Auch darauf werden einige der Sportler in der trend.-Serie noch eingehen. Wirklicher Erfolg entsteht erst dann, wenn Leistung, Sinn und persönliche Zufriedenheit in Einklang stehen.

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Gesundheit ist das Fundament für Leistung. Wie sieht deine konkrete Strategie aus, um im Alltag körperlich und mental in Bestform zu bleiben?

Dr. Andreas Heralic

Mein Minimum sind drei Stunden Sport pro Woche – das plane ich auch in stressigen Zeiten bewusst als Fixpunkte ein. Gleichzeitig ist mein Anspruch höher: Mein Ziel ist es, täglich Bewegung in den Alltag zu integrieren. Daran arbeite ich konsequent, auch wenn es – wie bei vielen – Phasen gibt, in denen mir das besser und manchmal auch weniger gut gelingt.

Was mir dabei sehr hilft, ist ein klarer Mindset: „Ich mache das, weil ich es mir wert bin“ – ein Gedanke, den ich unter anderem aus den Impulsen von Felix Gottwald mitgenommen habe. Und gleichzeitig die Haltung: Ich kann nur das Heute gestalten. Genau deshalb versuche ich, jeden Tag aktiv für meine körperliche und mentale Gesundheit zu nutzen.

Ein echter Gamechanger war für mich vor einigen Jahren ein Spinning-Gerät zu Hause. Es gibt mir die Flexibilität, auch spät abends noch eine Einheit zu absolvieren und unabhängig von äußeren Faktoren in Bewegung zu bleiben. Grundsätzlich kombiniere ich Fußball mit Laufen, Tennis, Padel und – wenn es die Jahreszeit zulässt – Radeinheiten im Freien.

Routinen und fixe Termine sind dabei entscheidend: Im Idealfall spiele ich zweimal pro Woche Fußball – einmal abends in einer Altherrenrunde und einmal früh morgens um 7 Uhr in einer „Early Bird“-Runde, gegründet von einem Rapid-Trainer – was meinen Ehrgeiz als Austrianer zusätzlich anstachelt. Diese Einheiten sind zugleich meine HIIT-Trainings, die ich für ausgesprochen wichtig erachte. Die Fixpunkte geben Struktur und helfen mir, auch in intensiven Phasen dranzubleiben.

Bei der Ernährung setze ich auf eine natürliche, gemüsebetonte Kost, reduziere Zucker so gut wie möglich und arbeite mit Intervallfasten. An besonders stressigen Tagen, die von vielen Meetings geprägt sind, achte ich bewusst auf Low-Carb, um Energieeinbrüche zu vermeiden. Gleichzeitig ist mir wichtig: Genuss gehört dazu – die Dosis macht das Gift. An Tagen mit intensiven Sporteinheiten setze ich gezielt auf Kohlenhydrate, gönne mir auch einmal etwas Süßes und achte insgesamt auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Fisch. Ein Prinzip, das ich unter anderem von Handball-Legende Conny Wilczynski mitgenommen habe, begleitet mich dabei: „Versuche immer die bessere Alternative zu wählen.“

Mental bleibe ich vor allem durch mein Lebensrollenmanagement stabil: Zeit mit der Familie, gute Gespräche und bewusste Auszeiten sind mein Anker. Vor allem der Ausdauersport gibt mir zusätzlich Raum für Reflexion, um Gedanken zu ordnen und neue Klarheit zu gewinnen.

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Rund 75 Prozent der Österreicher:innen bewegen sich zu wenig. Wo fangen Personen an, die etwas ändern wollen?

Dr. Andreas Heralic

Mein wichtigster Tipp: Einfach beginnen, statt auf den perfekten Moment zu warten. Als Initiator der Firmenchallenge Österreich sehe ich täglich, wie stark das Umfeld wirkt – vor allem im Team. Motivation entsteht selten allein, sondern im Miteinander. Veränderung entsteht genau dort, wo wir den Großteil unseres Tages verbringen – bei Erwachsenen im Job und bei Kindern in der Schule. Dabei gelten für mich drei klare Regeln: Tun statt reden, Regelmäßigkeit schlägt Intensität und akzeptieren, dass man sich die Freude an der Bewegung oft erst erarbeiten muss. Planen Sie Bewegung fix in den Alltag ein – jeder Tag zählt.

Was ich allerdings kritisch sehe: Prävention bekommt in unserem System noch immer nicht den Stellenwert, den sie verdient. Ohne das politisch zu bewerten, fällt auf, dass Bewegung und gesundheitliche Eigenverantwortung nicht konsequent priorisiert werden. Umso wichtiger ist es, dass Initiativen aus dem Sport und der Gesellschaft selbst kommen – nicht zuletzt hat auch Sport Austria Präsident Hans Niessl in einem offenen Brief die Bedeutung von Prävention klar eingefordert.

Mir ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Wir Erwachsenen sind Vorbilder für unsere Kinder. Bewegung beginnt nicht im Fitnessstudio, sondern im Alltag und in der Familie. Kinder sollten sich mindestens eine Stunde pro Tag bewegen – warum es keine tägliche Bewegungsstunde in Schulen gibt, ist für mich nach wie vor schwer nachvollziehbar. Gerade ein Blick in skandinavische Länder zeigt, wie stark sich eine gelebte Bewegungskultur langfristig auswirkt. Was Kinder früh lernen, bleibt meist ein Leben lang.

Und selbst wenn Eltern keinen eigenen Zugang zum Sport haben, können sie ihre Vorbildrolle erfüllen, indem sie ihre Kinder aktiv unterstützen – etwa durch Sportvereine, wo es ein unglaublich breites Angebot gibt. Eine spannende Idee, die ich kürzlich im Gespräch mit Felix Gottwald gehört habe: Warum bekommen Kinder eigentlich keine „Hausübungen“ in Bewegung? Ein großartiger Ansatz, um Bewegung noch stärker in den Alltag zu integrieren.

Am Ende gilt: Bewegung ist kein Luxus, sondern die Basis für ein gesundes, leistungsfähiges Leben – und vor allem für möglichst viele gesunde Lebensjahre. Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, wie alt wir werden, sondern wie wir diese Jahre erleben. Wer möchte schon die letzten zehn Jahre seines Lebens krank oder eingeschränkt verbringen, anstatt diesen Lebensabschnitt aktiv und selbstbestimmt zu genießen? Der erste Schritt dorthin ist immer der wichtigste.

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Welchen Ratschlag gibst du der nächsten Generation mit auf den Weg?

Dr. Andreas Heralic

Finde heraus, was dich wirklich begeistert – und bleib dran. Das klingt einfach, ist aber eine der zentralen Lebensaufgaben. Mir gefällt in diesem Zusammenhang ein Gedanke eines weisen Mannes: Es gibt zwei wichtige Tage im Leben – der erste ist der Tag deiner Geburt und der zweite der Tag, an dem du herausfindest, warum du geboren wurdest. Genau darum geht es: die eigene Bestimmung zu finden und den Mut zu haben, ihr zu folgen.

Erfolg ist kein Zufall und kein einmaliger Moment, sondern das Ergebnis täglicher Entscheidungen. Wer mit Neugier, Disziplin und der Bereitschaft zu lernen seinen Weg geht, wird sich kontinuierlich weiterentwickeln. Genauso wichtig ist es, früh Verantwortung für sich selbst zu übernehmen: für die eigene Gesundheit, die eigenen Entscheidungen und das eigene Umfeld. Bau dir ein starkes, unterstützendes Umfeld auf – Menschen, die dich fordern, fördern und ehrlich mit dir sind. Beziehungen sind kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Achte gleichzeitig auf deine Energie: Körperliche und mentale Gesundheit sind die Basis für alles. Wer früh lernt, Bewegung, Regeneration und Fokus in seinen Alltag zu integrieren, schafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil – beruflich wie privat. Und vielleicht der wichtigste Punkt: Hab keine Angst vor Fehlern. Scheitern gehört dazu. Entscheidend ist nicht, wie oft du fällst, sondern wie oft du wieder aufstehst und was du daraus lernst. Entwickle ein Growth Mindset und verstehe Rückschläge als Teil des Prozesses.

Am Ende geht es nicht nur darum, erfolgreich zu sein, sondern auch erfüllt zu leben. Bleib dir selbst treu, reflektiere regelmäßig deinen Weg und hab den Mut, Dinge auch zu verändern, wenn sie sich nicht mehr richtig anfühlen. Denn Erfolg entsteht dort, wo Leistung, Sinn und Freude zusammenkommen.

Im folgenden Artikel der PERFORMANCE-TALKS folgt mit Clemens Doppler eine weitere prägende Stimme aus dem Spitzensport, die den Blick aus der unmittelbaren Perspektive des Profisports vertieft und zeigt, wie sich Themen wie Fokus, Druck, Teamgeist und Leistungsfähigkeit konkret in Business und Privatleben übertragen lassen.

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