Wie aus Präsenz, Resonanz und Klarheit echte Performance wird

In Kooperation mit Monika Edlinger, MBA
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Warum echte Wirkung in Teams nicht durch mehr Beratung entsteht, sondern durch gemeinsame Erfahrung. Monika Edlinger zeigt, wie aus Resonanz, Klarheit und dem richtigen Setting ein völlig neues Level an Führung und Zusammenarbeit entsteht.

In den ersten drei Teilen dieser Kolumne ging es um die Grundlagen: um die eigene Präsenz (Teil 1), um echte Begegnung (Teil 2) und um die oft unsichtbaren Strukturen, die unsere Wirksamkeit prägen (Teil 3). Doch Theorie bleibt zweidimensional, solange sie nicht explodiert. Die entscheidende Frage für jede Führungskraft ist heute nicht, wie man Ressourcen addiert, sondern wie man ein Feld schafft, in dem die Summe der Teile verschwindet und etwas völlig Neues entsteht.

Die meisten Teams arbeiten additiv. 1+1 ergibt 2. Das ist solide, vorhersagbar und oft furchtbar anstrengend. Wirkliche Hochleistung beginnt dort, wo wir aufhören zu rechnen und anfangen, in Resonanzräumen zu denken. Dort wird 1+1 zu 11.

Die Anatomie einer Entstehung

Vor wenigen Wochen saß ich an einem gemütlichen Tisch in Wien. Mit am Tisch der trend. und die yachtrevue. Wir hatten keine Agenda, kein Hochglanz-Deck. Nur eine Beobachtung, die uns alle einte: Führungskräfte hungern nach Echtheit. Sie stecken fest in einem „Advising-Burnout“ – sie wissen alles über Theorie, aber sie spüren sie nicht mehr.

In diesem Moment passierte etwas, das ich als „Feldphysik“ bezeichne. Es war nicht die Addition dreier Dienstleister, sondern die Kollision dreier Meisterschaften: Die wirtschaftliche Schärfe des Marktes, die nautische Unbestechlichkeit des Wassers und die systemische Tiefe der Wissenschaft.

Innerhalb von nur 90 Sekunden entstand eine Architektur, die sich fast von selbst organisierte. Warum? Nicht, weil wir so brillant sind, sondern weil wir eine radikale Entscheidung getroffen haben: Das Ego zu parken und das Feld arbeiten zu lassen. Wenn die Passung stimmt, ist Tempo kein Stressfaktor, sondern ein Symptom von Exzellenz.

Die Qualität der Ergebnisse hängt von der Qualität des Raumes ab, den wir gemeinsam halten.

Frei nach Otto Scharmer

Das 4-Felder-Modell der Wirkung

Wenn wir heute auf diesen Prozess schauen, sehen wir eine Gesetzmäßigkeit, die für jedes Unternehmen gilt, das unter Komplexität leidet:

Feld 1: Die Meisterschaft (Individuum). Jeder Partner wusste exakt um seinen Impact. Keine Rechtfertigung, kein Überlappen. Wenn jeder seine Arena souverän beherrscht, entsteht Freiheit statt Konkurrenz.

Feld 2: Die Resonanz (Begegnung). Wir haben nicht „abgestimmt“, wir haben uns gegenseitig verstärkt. Wir reduzierten die Kommunikation nach Friedemann Schulz von Thun auf ihren Kern – keine Beziehungs-Spielchen, sondern reine Resonanz auf die Sache.

Feld 3: Die Architektur (System). Wir haben keine Hierarchien gebaut, sondern Schienen gelegt. Das System hat angefangen zu atmen.

Feld 4: Die Emergenz (Wirkung). Und hier passierte das Unvorhersehbare: Der Markt antwortete.

Wenn du ein System verstehen willst, versuche, es zu bewegen.

Kurt Lewindeutscher Sozialpsychologe

Wenn der Markt die Komfortzone sprengt

Wirkung zeigt sich erst, wenn das System die eigene Blase verlässt. Wir sind mit der Vision eines Sailing Leadership Labs - einem Echtzeit-Labors für Management - nach draußen gegangen. Die Resonanz war keine höfliche Zustimmung, es war eine Eruption.

Führungskräfte aus Matrix-Organisationen, C-Level-Teams vor Mergern, Projektleiter in der Disruption – sie alle sagten dasselbe: „Hört auf, uns zu beraten. Bringt uns ins Erleben.“ Diese Antwort des Marktes war der letzte Beweis: Wenn die Felder 1 bis 3 stimmen, entsteht in Feld 4 eine Sogwirkung, die man nicht mehr „verkaufen“ muss. Sie ist einfach da. Sie ist das Ergebnis einer Allianz, die sich der Unbestechlichkeit verschrieben hat: Der Markt lügt nicht, das Wasser lügt nicht, und die Systemik auch nicht.

Man kann nicht nicht kommunizieren.

Paul WatzlawickPhilosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler

Warum Erfahrung die Theorie schlägt

In der Managementlehre ist das 70-20-10-Modell seit Jahrzehnten Konsens: 70 % unseres Lernens passiert durch Erfahrung, 20 % durch Feedback, 10 % durch Theorie. Dennoch investiert die Wirtschaft fast 100 % ihrer Ressourcen in die ineffizientesten 10 %. 

Diesen Fehler haben wir vermieden. Wir nutzen den Lernzyklus von David Kolb und Hélène Mayerhofer: Machen, reflektieren, anpassen. Wenn Führungskräfte später am Steuer einer J/70 am Attersee stehen, erleben sie „State-Dependent Learning“. Wissen, das unter moderatem Stress und mit körperlicher Beteiligung (Embodiment) erworben wird, wandert direkt in die stressresistenten Schichten des Gehirns. Es ist der Unterschied zwischen „Wissen, wie man steuert“ und „Die Welle im Körper spüren“.

Vom Ego-System zum Eco-System

Die wahre Erkenntnis war die Beobachtung dessen, was Otto Scharmer in seiner Theory U beschreibt: Der Wechsel vom isolierten Ego-System zum vernetzten Eco-System.

Wenn das Feld stimmt, gibt es keine Abstimmungsschlachten. Es gibt nur noch die gemeinsame Ausrichtung auf den Nutzen. Führungskräfte brauchen keine „Advice“ mehr, sie brauchen Räume, in denen sie ihre Selbstwirksamkeit nach Albert Bandura neu entdecken können – nicht durch Zuspruch, sondern durch das Meistern der Elemente. Es ist der Schritt raus aus der Komfortzone, rein in die Wirksamkeit.

Das Learning für Ihren Alltag

Diese Geschichte ist eine Einladung, die Feldphysik in Ihrem eigenen Team zu prüfen. Hochleistung ist kein Management-Befehl, sondern ein Zustand, der eintritt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Fragen an Sie:

  • Wo in Ihrem Team wird noch mühsam addiert (1+1=2), statt das Feld für eine Multiplikation (11) zu öffnen?

  • Wo blockiert das Ego den Zugang zu Feld 4 – der eigentlichen Wirkung am Markt?

  • Sind Ihre Rahmenbedingungen (Feld 3) so gebaut, dass Ihre Experten (Feld 1) wirklich fliegen können?

Wirkung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Resonanz. Der Wind ist immer da. Wir müssen nur aufhören, gegen ihn zu rudern, und anfangen, die Segel in das Feld der Möglichkeiten zu setzen.

Real Connection. Real Growth. Real Impact.

Stop Advising. Start Experiencing.

Wer die Themen dieser Kolumne nicht nur lesen, sondern die eigene Wirksamkeit im Sturm erleben und entwickeln möchte: SAILING LEADERSHIP LAB. Das Echtzeit-Labor für Management am Attersee. Eine Allianz aus wirtschaftlicher Relevanz, nautischer Unbestechlichkeit und systemischer Tiefe. Dort, wo Theorie seefest wird.

Leinen los für Ihre nächste Ebene der Wirksamkeit. 👉 Anfragen unter: monika@edlinger-partner.com

Steckbrief

Monika Edlinger, MBA

Beruf
Wirtschafts-Kolumnistin und Transformationsexpertin
Ausbildung

- Expertin für Teamentwicklung, Projektmanagement & Organisationsentwicklung
- Systemische Unternehmensberaterin und zertifizierte Business-Coach
- Ihre Arbeit wurde international durch EFMA und Accenture mit dem Distribution & Marketing Innovation Award – in der Kategorie Workforce Experience – ausgezeichnet

Beschreibung

Systemische Unternehmensberaterin, Coach, Gruppendynamikerin und Dozentin. Als Geschäftsführerin von Edlinger & Partner Consulting begleitet sie Führungsteams, Projektteams und Teams in Transformation, Wachstum und Krise. Sie verbindet strategische Klarheit mit menschlicher Tiefe – und macht Teams zu dem, was sie wirklich stark macht: ihrer eigenen Identität.

Aufgewachsen in den Bergen, in einem lebendigen Familienclan, hat sie früh gelernt, wie Gemeinschaft trägt – und wie sie gleichzeitig herausfordert. Ihr Weg: Real Connection. Real Growth. Real Impact.

https://edlinger-partner.com/

Inspiriert von:

  • Lewin, Kurt: Field Theory in Social Science

  • Scharmer, Otto: Theorie U: Von der Zukunft her führen.

  • Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1-3.

  • Kolb, David A. & Mayerhofer, Hélène: Experiential Learning & Prozessgestaltung.

  • Bandura, Albert: Self-Efficacy.

In Kooperation mit:
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