
Contentlawinen und Fake Accounts verleiten vielen Nutzern LinkedIn. Was der Konzern gegen Auswüchse unternimmt.
Der Feed ist so etwas wie die Autobahn von LinkedIn, und hier ist die Hölle los. Vielen Nutzer:innen ist das zu viel, und sie artikulieren Unmut wie konstruktive Kritik auch direkt auf der Plattform. Massiv verstärkt hat sich der Eindruck, dass KI-generierter Content für anhaltenden Nebel auf der Fahrbahn sorgt, der Postings aus dem persönlichen Netzwerk an den Fahrbahnrand drängt und immer öfter unsichtbar macht. Dafür kommen massenweise Anfragen von leider gut gemachten Fake-Profilen, die vom Kryptobetrug über Love-Scams bis zum vorbereitenden Ausspionieren für Cyberangriffe reichen.
Die Popularität hat ihren Preis – das Netzwerk zählt im D-A-CH-Raum laut eigenen Angaben 29 Millionen Accounts (Personen, Firmen u. a.) –, das Aufkommen der generativen KI beschäftigt die virtuelle Müllabfuhr auf der Plattform wie nie zuvor. Wurden vor dem Launch von ChatGPT noch 87,1 Millionen Spam- und Scams-Accounts proaktiv entfernt, waren es im ersten Halbjahr 2025 bereits 116,8 Millionen weltweit.
Keyword schlägt Hashtag
Die Content-KI-Explosion erforderte auch ein Nachschärfen beim Algorithmus. Was genau der Konzern hier macht, wird natürlich nicht verraten. Eine Vielzahl von Social-Media-Expert:innen gibt im Netz Tipps, wie er zu „beeinflussen“ ist und welche Maßnahmen vorteilhaft sind: Keywords in den Headlines zählen gerade mehr als Hashtags, die wirkungslos geworden sind. Dass sich der Algorithmus verändert hat, bestätigt auch Barbara Wittmann, Country Managerin D-A-CH: „Inhalte auf LinkedIn sind dann erfolgreich, wenn sie einen Mehrwert bieten, authentisch, ehrlich und persönlich sind. KI kann dabei helfen, einen Entwurf zu überarbeiten – entscheidend sind aber die eigenen Ideen und die Expertise echter Menschen.“ Und, so Wittmann weiter: „Deshalb haben wir starke Schutzmechanismen aufgebaut, die weniger hochwertige oder unoriginelle Inhalte proaktiv erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, damit sie nicht weiter auf der Plattform verbreitet werden.“
Proaktiv vorzugehen, versucht das Trust-Team bei LinkedIn auch gegen künstlich gepushte Reichweiten durch gekaufte Konten oder sogenannte Engagement Pods. Dabei werden außerhalb des Netzwerks, etwa auf Telegram, Follower oder Likes gekauft, um Relevanz zu suggerieren. „Unser Ziel ist es, sogenannte Engagement Pods wirkungslos zu machen. Wir verbessern unsere Systeme fortlaufend, um verdächtige Muster zu erkennen, Beiträge zu kennzeichnen, die künstlich geboostet wirken, und ihre Reichweite im Feed gezielt einzuschränken. Gleichzeitig gehen wir verstärkt gegen Drittanbieter-Tools wie Browser-Erweiterungen oder Plug-ins vor, die diese Art der Manipulation ermöglichen.“
Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 20. Februar erschienen.
Haben starke Schutzmechanismen aufgebaut, die weniger hochwertige oder unoriginelle Inhalte proaktiv erkennen und Maßnahmen ergreifen, damit sie nicht weiter auf der Plattform verbreitet werden.
