Soft Skills als Gamechanger

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Künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr Fachaufgaben. Umso wertvoller werden Soft Skills. Die entscheiden heute über Karriere und Unternehmenserfolg.

Selbst in der jüngeren Vergangenheit noch wurde das Einfordern von Soft Skills im Topmanagement immer ein wenig belächelt. Allerdings ist KI auch in dieser Hinsicht zum Gamechanger geworden. Denn während Maschinen perfekt analysieren, schreiben und optimieren, gewinnen jene Fähigkeiten immer mehr an Wert, die wirklich nur Menschen beherrschen – Verständnis und Vertrauen schaffen zum Beispiel oder Konflikte lösen und unter Druck kluge Entscheidungen treffen.

Das ist im Topmanagement mittlerweile gefragter denn je. Das legen zumindest aktuelle Studien von Deloitte und der Harvard Business Review nahe, die zum Schluss kommen, dass sich High Performer heute weniger durch ihr Fachwissen als durch ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen unterscheiden.

Eine Entwicklung, die für Gabriele Lang nicht überraschend kommt. Die Psychologin, Expertin für Leadership und Gründerin der Plattform Up’n’Change, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und auch mit den Folgen schlechter Zusammenarbeit. „Ich habe gesehen, wie oft fachliche Brillanz über menschliche Kompetenz gestellt wird – und was das am Ende kostet“, erzählt Lang und lässt nicht unerwähnt, dass vor allem auf C-Level das Thema häufig unterschätzt wird: „Der Lebenslauf erzählt nur die halbe Geschichte. Wer ausschließlich den perfekten CV einkauft, zahlt die Rechnung später. Und zwar nicht im Recruiting-Budget, sondern in Zeitverschwendung, Fluktuation, Konflikten und verlorener Produktivität.“

Deshalb müsse Executive Search heute tiefer gehen. Statt Hochglanz-Biografien abzuhaken, empfiehlt Lang Tiefeninterviews, psychometrische Verfahren und offene Fragen zu konkreten Situationen. „Sie zeigen, ob jemand wirklich reflektiert ist oder nur erzählt, was gut klingt.“ Für sie ist klar: „Eine Führungskraft, die nachweislich noch nie ernsthaft an sich selbst gearbeitet hat, ist ein absolutes Warnsignal.“ Weitere Red Flags bei Kandidat:innen: permanente Rechtfertigungen, Geringschätzung, fehlende Lernbereitschaft oder kein nachweisbarer Aufb au von Talenten im eigenen Team.

Je intelligenter die KI wird, desto menschlicher muss Führung werden, ist sich Lang sicher: „KI sollte so gestaltet sein, dass sie menschliche Stärken freisetzt: Urteilsvermögen, Beziehungsfähigkeit, emotionale Intelligenz. Das ist kein Widerspruch zu Effizienz. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Effizienz nachhaltig bleibt.“ In einer Arbeitswelt, in der Maschinen immer mehr können, wird genau das zur eigentlichen Führungsqualität.

Der Artikel ist in der trend.EDITION vom 14. August 2026 erschienen.

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