Innovation entsteht nicht durch Auftrag – sondern durch Energie im System. Diese Kolumne zeigt, wie ein internes Pitch-Format Silos aufbricht, Teams verbindet und Umsetzungskraft freisetzt. Mit dem Modell The Field of Impact™ wird klar, welche vier Räume dafür entscheidend sind.
Ich habe viele Präsentationen gesehen.
Viele Pitches. Viele ‚Innovationen‘.
Aber diesen Moment vergesse ich nie.
Eine Bühne.
Zehn Menschen, die eigentlich „nur“ eine Idee vorstellen wollten.
Hinter ihnen 150 Kolleginnen und Kollegen – freiwillig, wohlgemerkt.
Und als der letzte Satz gesprochen ist, passiert etwas, das man nicht planen kann.
Einer steht auf.
Dann der nächste.
Dann die ganze Reihe.
Und plötzlich stehen 150 Menschen und applaudieren.
Nicht, weil sie mussten.
Sondern weil sie wollten.
Weil sie die Menschen auf der Bühne feiern.
Weil sie spüren: Hier ist gerade etwas Echtes, etwas Großes passiert.
Diese zehn Menschen, die anfangs nervös, unsicher, zögerlich waren,
stehen da und strahlen, als hätten sie gerade ihr eigenes Potenzial zum ersten Mal selbst erlebt.
Und ich weiß in diesem Moment:
Diese Energie ist ansteckend.
Diese Erfahrung wird etwas auslösen – im Team, im Unternehmen, im System.
Ich sollte recht behalten.
Was als kleines Innovationsformat begann, wurde zum Dominoeffekt.
Zuerst sollte nur das Marketing mitmachen.
Dann wollte der nächste Bereich dazu.
Dann entstand eine Art stiller Wettbewerb:
Wer hat die besseren Ideen? Wer bringt mehr Energie auf die Bühne?
Plötzlich waren alle Bereiche dabei.
Schließlich die Filialen.
Am Ende: der gesamte Konzern. Über alle Grenzen hinweg.
Ein Format, das als interne Spielwiese gedacht war, wurde zur kulturellen Bewegung.
Und die Ideen?
Sie wurden umgesetzt.
Manche landeten in den Medien.
Und wenn Mitarbeitende zum ersten Mal „ihr“ Produkt in einer nationalen Kampagne sahen,
war das kein Marketingmoment.
Das war tiefe Verbundenheit.
Echte Identifikation.
Wirkung, die bleibt.
Also habe ich mich gefragt:
Warum hat genau das so gut funktioniert?
Warum hat dieses Format nicht nur Ergebnisse geliefert – sondern Menschen verändert?
Die Antwort ist nicht simpel.
Aber sie ist klar.
Und sie hat inzwischen einen Namen: The Field of Impact™.
The Field of Impact™ – warum dieses Format funktioniert hat
Der Grund, warum dieses Innovationsformat mehr war als ein Pitch, liegt in der Dynamik dahinter.
Es hat – ohne dass es jemand geplant hätte – alle vier Räume des Wirkungsfeldes aktiviert.
Und genau deshalb hat es Menschen verändert, Teams verbunden und ein System in Bewegung gebracht.
1. Der Raum des Selbst
‚Ich bin wirksam.‘
Jeder, der auf dieser Bühne stand, hat etwas erlebt, das in Organisationen selten passiert:
Er oder sie hat die eigene Wirkung gespürt.
Die Nervosität.
Das Adrenalin.
Die Überraschung über das eigene Können.
Der Moment, in dem man merkt:
Ich kann das. Und ich werde gesehen.
Dieser Raum aktiviert Mut, Selbstwirksamkeit und einen inneren Shift:
vom „Ich hoffe, ich bin gut genug“
zum „Ich habe etwas beizutragen“.
Handlungsempfehlung
Gestalten Sie Räume, in denen Menschen ihre eigene Wirkung erleben können. Nicht erklären, nicht trainieren – erlebbar machen. Bühnen. Verantwortung. Micro-Challenges. Echte Situationen, in denen Menschen merken: Ich zähle. Ich kann. Ich wirke.
2. Der Raum der Begegnung
‚Wir erleben uns.‘
Was auf und vor der Bühne passiert ist, war pure Resonanz:
Blicke. Energie. Spannung. Freude. Stolz.
Die Menschen im Publikum waren nicht Zuschauer.
Sie waren Teil des Geschehens.
Sie hörten zu, fieberten mit, stimmten live ab, feierten gemeinsam.
Und die zehn auf der Bühne spürten:
Wir sind nicht allein. Wir gehören zusammen.
In diesem Raum entsteht Verbundenheit – emotional, unmittelbar, echt.
Und Verbundenheit ist der Katalysator für Mut, Kreativität und Vertrauen.
Handlungsempfehlung
Schaffen Sie Situationen, in denen Teams sich emotional erleben. Nicht nur Meetings, sondern: Storytelling, Feedback, gemeinsame Bühnen, Rituale, gemeinsames Feiern. Erst wenn Menschen sich erleben, entsteht echtes Team.
3. Der Raum des Systems
‚Wir gestalten das Ganze.‘
Was danach passierte, war systemisch hochspannend.
Ein Bereich wollte mitmachen.
Dann der nächste.
Dann entstand ein leiser Wettbewerb.
Dann machten alle mit.
Dann das ganze Unternehmen.
Man könnte sagen:
Das System hat sich selbst angesteckt.
Dieses Format hat Muster verändert:
vom passiven Konsumieren zum aktiven Gestalten,
von Silos zu Bewegung,
von Top-down zu einer Organisation, die sich selbst aktiviert.
Hier entstehen kulturelle Bewegungen.
Handlungsempfehlung
Beobachten Sie Muster – und nutzen Sie positive Dynamiken.
Wenn ein Format Energie erzeugt, skalieren Sie es.
Wenn Resonanz entsteht, verstärken Sie sie.
Systeme verändern sich nicht durch Regeln,
sondern durch Energie, die sich ausbreitet.
4. Der Raum der Wirkung
Die Ideen wurden nicht nur präsentiert – sie wurden umgesetzt.
Sie wurden sichtbar.
Sie hinterließen Spuren.
Und die Menschen, die sie entwickelt hatten, wurden Mitgestaltende einer Zukunft,
die sie selbst angestoßen hatten.
Das ist Wirkung im tiefsten Sinn:
Menschen sehen, was aus ihrem Beitrag entsteht.
Im Unternehmen.
Im Produkt.
In der Kultur.
Und dieses Gefühl bleibt.
Jahrelang.
Manchmal ein Leben lang.
Handlungsempfehlung
Machen Sie Wirkung sichtbar.
Zeigen Sie, was aus Ideen wird.
Feiern Sie Umsetzungen, nicht nur Einfälle.
Geben Sie Menschen die Möglichkeit zu sagen:
Das ist meins. Ich war dabei. Ich habe etwas verändert.
Wirkung nach innen – und nach außen
Und ja: Das hatte messbare wirtschaftliche Effekte.
Die Umsetzungsquote von Ideen stieg.
Die Identifikation mit Produkten und Kampagnen nahm spürbar zu.
Bereiche arbeiteten schneller, mutiger, vernetzter.
Innovation wurde nicht mehr beauftragt –
sie entstand aus dem System heraus.
Was hier sichtbar wurde, ist gut belegt:
Organisationen, in denen Menschen Selbstwirksamkeit, Verbundenheit und Sinn erleben,
sind innovativer, resilienter – und wirtschaftlich erfolgreicher.
Wirkung nach innen übersetzt sich früher oder später immer
in Wirkung nach außen.
Damit schließt sich der Kreis
Menschen erleben sich.
Erleben einander.
Bewegen das System.
Und hinterlassen Wirkung.
Dann beginnt der Kreislauf von vorn – stärker, bewusster, lebendiger.
Und genau dort entsteht das, was Organisationen wirklich trägt:
Real Connection. Real Growth. Real Impact.
Weiterdenken & mitreden
Wer die Themen dieser Kolumne vertiefen möchte, ist herzlich eingeladen zum MTLY TEAM-TALK von Edlinger & Partner Consulting – ein Raum für ehrliche Gespräche, mutige Fragen und gemeinsames Wachsen.
Nächster Termin: Mi., 11. Februar, 18:00 Uhr
👉 edlinger-partner.com/epc-mtly-team-talk

Steckbrief
Monika Edlinger, MBA
- Expertin für Teamentwicklung, Projektmanagement & Organisationsentwicklung
- Systemische Unternehmensberaterin und zertifizierte Business-Coach
- Ihre Arbeit wurde international durch EFMA und Accenture mit dem Distribution & Marketing Innovation Award – in der Kategorie Workforce Experience – ausgezeichnet
Systemische Unternehmensberaterin, Coach, Gruppendynamikerin und Dozentin. Als Geschäftsführerin von Edlinger & Partner Consulting begleitet sie Führungsteams, Projektteams und Teams in Transformation, Wachstum und Krise. Sie verbindet strategische Klarheit mit menschlicher Tiefe – und macht Teams zu dem, was sie wirklich stark macht: ihrer eigenen Identität.
Aufgewachsen in den Bergen, in einem lebendigen Familienclan, hat sie früh gelernt, wie Gemeinschaft trägt – und wie sie gleichzeitig herausfordert. Ihr Weg: Real Connection. Real Growth. Real Impact.
