Voestalpine steigert Gewinn deutlich

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Der Stahl- und Technologiekonzern voestalpine hat im Geschäftsjahr 2025/26 seinen Gewinn mehr als verdoppelt.

Der Stahlkonzern Voestalpine hat seine Ergebnisse im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 auch dank Umstrukturierungen deutlich verbessert. Der Konzerngewinn stieg gegenüber dem Jahr davor in einem insgesamt volatilen Umfeld von knapp 179 Millionen auf 424 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Die Reorganisation sei weitgehend abgeschlossen, hieß es in der Bilanzpressekonferenz. Die belastenden US-Zölle bleiben vorerst, die schwache Konjunktur ebenfalls.

Der Umsatz sank von rund 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro. Der Hauptgrund für den Rückgang um 680 Millionen Euro seien „signifikante Preisrückgänge“ gewesen, die mit 400 Millionen Euro wirkten, aber großteils durch niedrigere Rohstoffpreise kompensiert worden seien, erklärte Finanzvorstand Gerald Mayer. Durch den Verkauf von Buderus Edelstahl fehlten weitere 250 Millionen Euro an Verkaufserlösen. 100 Millionen Euro seien durch den ungünstigen Dollarkurs weggefallen.

Konsequente Reorganisation

Die bereits im Geschäftsjahr 2024/25 gestarteten Umstrukturierungsmaßnahmen wurden den Konzernangaben zufolge weitergeführt. „Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte“, betonte Konzernchef Herbert Eibensteiner.

Der weltweite Personalstand verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,8 Prozent auf 48.800 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente). „Das ist natürlich auch diesen Reorganisationsbemühungen geschuldet“, sagte der CEO in der heutigen Online-Bilanzpressekonferenz unter Verweis auf Portfoliobereinigungen.

„Das hat auch dazu geführt, dass wir Firmen geschlossen haben, wir haben Firmen zusammengelegt, insbesondere in Deutschland - das ist jetzt weitgehend abgeschlossen“, berichtete Eibensteiner. Der Bereich wird neu aufgestellt. Buderus Edelstahl in Wetzlar wurde veräußert. „Bei Automotive Components haben wir seit zwei Jahren ein Reorganisationsprogramm laufen“, ergänzte Vorständin Carola Richter, die für die Metal Forming Division verantwortlich ist.

Krise kostete Jobs in der Steiermark

Hierzulande wurde die Belegschaft vor allem an den steirischen Standorten verkleinert. „Wir haben ein Personalabbauprogramm in Österreich durchgeführt, hauptsächlich in der Steiermark - dort sind wir weit fortgeschritten“, so der CEO. Im Wesentlichen seien die Abbaumaßnahmen auch dort „mit wenigen Ausnahmen abgeschlossen“.

„In Österreich haben wir ungefähr 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgebaut“, sagte Eibensteiner. Der Zusammenschluss von Böhler Edelstahl (Kapfenberg) und Böhler Bleche (Mürzzuschlag) kostete etwas weniger Jobs als ursprünglich angenommen - statt 115 wurden dann 104 Arbeitsplätze gestrichen und 18 Beschäftigte konnten in Konzerngesellschaften untergebracht werden. In Kindberg wurden in Summe 270 Beschäftigte freigesetzt - darunter waren rund 60 aus dem Leasingpersonalpool.

Bei der Voestalpine Tubulars in Kindberg, einer Gesellschaft der Metal Engineering Division, sei insbesondere aufgrund der erheblichen Belastungen durch die 50-Prozent-US-Zölle im Hauptabsatzmarkt USA eine Anpassung der Produktion an die geringere Nachfrage notwendig gewesen.

voestalpine Böhler Profil verkauft

Auch der Verkauf der niederösterreichischen Tochterfirma Voestalpine Böhler Profil verringerte den Personalstand. Das Unternehmen ging mit seinen 150 Beschäftigten an den US-Konzern Kadant. „Wir konzentrieren uns aufs Kerngeschäft“, vermerkte Vorstand Reinhard Nöbauer, der den Unternehmensbereich High Performance Metals leitet.

Unter dem Strich hätten sich 2025/26 alle relevanten Ergebniskategorien - gestützt durch robuste Strategie und aktive Reorganisation - positiv entwickelt, teilte der Konzern mit. Die Dividende soll von 60 auf 75 Cent je Aktie angehoben werden.

Ausblick vorsichtig positiv

Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Management mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Mrd. Euro, also mit weiterem Wachstum. Eibensteiner erwartet dabei auch „positive Effekte aus den Reorganisationsmaßnahmen“.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das EBITDA von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Stahl belasteten das Ergebnis laut Finanzvorstand mit fast 100 Millionen Euro.

Umfeld bleibt schwierig

„Wir sind natürlich nach wie vor in diesen schwierigen Rahmenbedingungen - es gibt keine Verbesserung bei den Zöllen und durch den Krieg im Nahen Osten wird es eine weitere Verschlechterung in der wirtschaftlichen Entwicklung geben", hielt Eibensteiner fest. „Die ganze Welt ist vom Iran-Krieg betroffen."

In Europa gebe es Gott sei Dank keine Verfügbarkeitsprobleme bei Gas, aber die hohen Energiepreise sind an die Kunden weiterzugeben. „Wir sind darauf vorbereitet, dass die Energiepreise weiter steigen werden und damit auch die Inflation." Die Voestalpine habe erhöhte Logistikkosten und auch das sei „natürlich am Markt umzusetzen".

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