
Der Austrian Startup Monitor zeigt die gebremste Gründungsdynamik in der heimischen Szene. Bei Auslandsumsätzen wurden hingegen Rekordwerte erzielt.
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Nach einem Start-up-Gründungsboom bis 2021 stagniert die Zahl der jährlichen Neugründungen seitdem auf deutlich tieferem Niveau. Ein erneuter Aufwärtstrend sei „bisher nicht erkennbar“, geht aus dem Austrian Startup Monitor 2025 hervor. „Unsicherheit und Investitionszurückhaltung“ würden die Gründungsdynamik bremsen, so die Geschäftsführerin des Branchenverbands AustrianStartups, Hannah Wundsam, bei der Studienpräsentation.
Seit 2014 wurden in Österreich laut Startup Monitor mehr als 3.600 Start-ups gegründet. Die österreichischen Start-ups mit der aktuell höchsten Unternehmensbewertung sind Bitpanda und GoStudent. Firmenverkäufe (Exits) im dreistelligen Millionenbereich schafften unter anderem die Gründer von Runtastic, Shpock und Tractive. Welche heimischen Start-ups 2025 besonders auf sich aufmerksam machten, lesen Sie im trend.Ranking der 100 besten Start-ups Österreich.
Deutlich weniger Risikokapital für Start-ups seit Zinswende 2022
Für heimische Start-ups ist es seit dem Ende der Nullzinspolitik im Jahr 2022 deutlich schwierigergeworden, Risikokapital einzusammeln. Man müsse „die Rahmenbedingungen für Gründung und Wachstum gezielt verbessern“, forderte Branchenvertreterin Wundsam. Im internationalen Vergleich falle Österreich hinter Länder wie Deutschland zurück, wo die Gründungszahlen zuletzt wieder deutlich gestiegen seien.
Die achte Ausgabe des Austrian Startup Monitor wurde vom AIT Austrian Institute of Technology, AustrianStartups und dem Entrepreneurship Center der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) erstellt. Die Studienautoren befragten im Herbst 2025 insgesamt 635 Gründerinnen und Gründer sowie Geschäftsführer. Neben der Umfrage basiert der Bericht auf Daten zu allen seit 2014 erfassten Start-ups in Österreich.
Geschäftslage der Start-ups etwas besser
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage hat sich etwas verbessert: 43 Prozent der Start-ups bewerten die Bedingungen als „gut“ oder „sehr gut“, im Jahr 2024 waren es 39 Prozent. Der Zugang zu Kapital bleibt für innovative Jungunternehmen aber seit dem Jahr 2022 eine Herausforderung. Es würde „erste Anzeichen einer leichten Entspannung“ geben, insbesondere in späteren Wachstumsphasen würden „jedoch weiterhin Finanzierungslücken bestehen“, heißt es im Startup Monitor.
73 Prozent der befragten Start-ups planen Neueinstellungen, 2024 wollten noch 79 Prozent neue Mitarbeiter einstellen. Laut Bericht sind rund 35.000 Beschäftigte im österreichischen Start-up-Sektor beschäftigt. Der Frauenanteil unter den Start-up-Gründern liegt bei 21 Prozent, im Jahr 2024 waren es 22 Prozent.
Start-ups können einen gewichtigen Beitrag zur technologischen Transformation liefern. „Gerade in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz und anderen Schlüsseltechnologien zeigt sich, wie stark die Innovationskraft des Standorts ist“, sagte Studien-Mitautor und AIT-Wissenschafter Karl-Heinz Leitner. Die Gründungsabsicht entstand bei 60 Prozent der Befragten bereits während der Ausbildung oder in den ersten Berufsjahren. Es sei von zentraler Bedeutung, „die richtigen Anreize und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Ideen aus Ausbildung und Forschung tatsächlich in die Umsetzung gelangen“, so der Studien-Koautor und Direktor des WU Entrepreneurship Centers, Rudolf Dömötör.