
Warum Top-Manager:innen mit Skepsis und Sorge in die Zukunft blicken, und was KI und LinkedIn damit zu tun haben, zeigt das CEO & Leadership Barometer von Management Club und Grünberger & Partner.
Zwei Jahre mit schrumpfender Wirtschaft und ein Jahr mit leichtem Wachstum spiegeln sich in der Stimmung von Österreichs Führungskräften wider: Nur 30 Prozent der Top-Manager:innen sind zuversichtlich gestimmt, wenn sie an die kommenden zwölf Monate denken. Das sind immerhin 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber begegnen 46 Prozent der näheren Zukunft mit Skepsis und 24 Prozent mit Sorge. Je länger der Zeitraum, desto besser die Stimmung: 37 Prozent zeigen sich für die nächsten zwei bis drei Jahre zuversichtlich, 42 Prozent für die nächsten sieben bis neun Jahre.
Für das CEO & Leadership Barometer haben Management Club und Grünberger & Partner 714 Vorstände und Geschäftsführer:innen angefragt. 103 haben an der Befragung im Zeitraum von 28. August bis 27. September 2026 teilgenommen.
Bürokratie bleibt zentrale Herausforderung
Die Fülle an Auflagen und Vorschriften betrachten 56 Prozent der Top-Manager:innen als größte Herausforderung. Günther Ofner, Vizepräsident des Management Club: „Unsere Führungskräfte sagen sehr klar, was den Standort nach wie vor bremst: immer noch zu viele überflüssige Vorschriften, die überhaupt keinen Mehrwert bringen.“ Wenig überraschend ist daher, dass 80 Prozent der Befragten von der Bundesregierung erwarten, dass sie sich für eine Entlastung für Unternehmen in Sachen Bürokratie einsetzt. Platz zwei der größten Herausforderungen belegen die Lohnkosten, wie 48 Prozent der Teilnehmenden angeben. Auf dem dritten Platz folgt die schwache Konjunktur, die 40 Prozent der Befragten als „sehr große Herausforderung“ betrachten.
Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch
ChatGPT & Co haben Einzug in die Unternehmen gehalten. Unter den befragten Führungskräften erwarten 67 Prozent, dass künstliche Intelligenz in den kommenden fünf Jahren einen fundamentalen Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Teil der langfristigen Planung ist KI für 86 Prozent der Befragten. Während 83 Prozent KI als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit betrachten, sehen nur 56 Prozent nachweisbare Effizienzgewinne oder Kosteneinsparungen. „KI ist bereits strategisch verankert, für den Wettbewerbsvorteil wird künftig aber entscheidend sein, ob sie Effizienz steigert und vor allem auch messbaren wirtschaftlichen Nutzen schafft“, hebt Silvia Grünberger, Managing Partner bei Grünberger & Partner, hervor.
Fast alle Top-Manager:innen auf LinkedIn aktiv
Ob digitaler Lebenslauf oder Updates aus dem Berufsleben – zahlreiche CEOs sind auf LinkedIn vertreten. Von den befragten Vorständen und Geschäftsführer:innen geben 90 Prozent an, das soziale Netzwerk selbst aktiv zu nutzen, bei Instagram sind es nur 48 Prozent und bei Facebook 36 Prozent. Während 37 Prozent der Top-Manager:innen angeben, dass Mitarbeitende ihre Kanäle betreuen, gestalten 32 Prozent ihren Auftritt selbst.