„Den größten Einfluss auf die Kosten hat der Fahrer“

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Pamela Dela Cruz, Geschäftsführerin von Leasys Austria, erklärt, wie Unternehmen Fuhrparkkosten besser steuern, Risiken reduzieren und Mobilität strategisch planen können.

TREND: Viele Unternehmen sehen den Fuhrpark vor allem als Kostenblock. Ist das zu kurz gedacht?

Pamela Dela Cruz: Ja, ein Fuhrpark kann mehr sein als nur ein Kostenfaktor. Wenn man ihn richtig einsetzt, wird er zu einem strategischen Instrument. Unternehmen können Routen ­optimieren, die Fahrzeugauslastung verbessern, Wartungen besser planen, Kraftstoffverbrauch reduzieren und Leerfahrten oder Standzeiten vermeiden. Gleichzeitig kann der Fuhrpark zu nachhaltigem Betriebsverhalten beitragen, etwa durch emissionsarme Fahrzeuge, CO2-Reduktion und die Erfüllung von ESG-Zielen.

Wo entstehen in der Praxis die größten Kostenfallen? Den größten Einfluss auf die Kosten hat aus meiner Sicht der Fahrer. Man kann Prozesse definieren und Konditionen vereinbaren, wie man will: Wenn ein Fahrzeug schlecht behandelt wird, steigen Wartungs- und Reparaturkosten. Dann sieht man oft auch mehr Schäden oder Strafzettel. Deshalb ist Fahrerinformation für uns zentral. Der Fahrer soll verstehen, was das Unternehmen für seine Mobilität ausgibt, und das Fahrzeug behandeln, als wäre es sein eigenes.

Warum entscheiden sich Unternehmen für Full-Service-Leasing? Ich frage Kunden gerne: Wollen Sie sich um den Fuhrpark kümmern oder nicht? Wenn die Antwort Nein lautet, ist Full-Service-Leasing die richtige Variante. Wartung, Verschleiß, Reifenmanagement, Versicherung, Assistance, Schadenabwicklung sowie digitale Services werden in einer monatlichen Rate gebündelt. Der Kunde reduziert adminis­trativen Aufwand, vermeidet unerwartete Ausgaben und hat Planungssicherheit. Das Restwertrisiko tragen wir.

Wie stark verändert Digitalisierung die Betreuung der Kunden? Die Erwartungen steigen enorm. Die Kunden wollen nicht nur zuverlässige Fahrzeuge und attraktive Konditionen, sondern auch Transparenz, Schnelligkeit und unkomplizierte Lösungen. Self-Service wird immer wichtiger: Fahrzeugbestellungen, Schadensmeldungen, Terminvereinbarungen für Wartung, Reifenwechsel oder Reparaturen, aber auch Reportings zur Auslastung des Fuhrparks oder zu Wartungs- und Betriebskosten. Wir arbeiten laufend an unserer App für Fahrer und Fuhrparkleiter.

Wie gelingt der Umstieg auf Elektromobilität ohne Reibungsverluste im Alltag? Schritt für Schritt. Das reduziert Risiken und schafft Akzeptanz. ­Zuerst sollte man die Fahrerdaten ­analysieren: Wo fahren die Mitarbeiter? Stadt, Land oder Langstrecke? Wie viele Kilometer legen sie zurück? Bei Fahrern mit sehr hoher Jahreskilometer-Leistung muss man genau hinschauen. Manchmal passen Hybrid oder Plug-in-Hybrid besser. Wichtig ist auch die ­Ladeinfrastruktur: Kann der Fahrer zu Hause laden, im Büro oder braucht es eine Wallbox?

Mit Clickar betreibt Leasys ein digitales Auktionsportal für Gebrauchtfahrzeuge und Leasingrückläufer. Welche Rolle spielt diese Plattform im Fuhrparkmanagement? Remarketing ist für uns ein zentraler Bestandteil des Geschäfts, weil im Restwert unser höchstes Risiko liegt. Zu Beginn eines Vertrags treffen wir eine Annahme, welchen Wert ein Fahrzeug nach Laufzeit und Kilometern haben wird. Mit einer eigenen Plattform können wir Fahr­zeuge bestmöglich vermarkten. Käufer wissen: Fahrzeuge aus Full-Service-Operating-Leasing sind gewartet, hatten meist nur einen Besitzer und sind grundsätzlich technisch in gutem Zustand. Jeder Gebrauchtwagenhändler kann sich registrieren und an den ­Auktionen teilnehmen.

Leasys bietet aktuell auch Kam­pagnen mit leasingfreien Monaten an. Für wen sind solche Angebote ­besonders interessant? Für Unternehmen, die sich finanziellen Spielraum schaffen wollen: wachstumsorientierte Betriebe, Start-ups, KMU mit saiso­nalen Schwankungen oder größere Fuhrparks, die regelmäßig Fahrzeuge erneuern. Leasingfreie Monate wirken wie ein Liquiditätspuffer. Wichtig ist aber, nicht nur auf die Monatsrate zu schauen, sondern auf die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit.

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