Kapital auf vier Rädern

IN KOOPERATION MIT Ayvens Austria
Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
9 min
Artikelbild
 © Alexander Müller

©Alexander Müller
  1. home
  2. Business
  3. Business Tools

Firmenfahrzeuge binden Kapital. Sale and Lease back soll es verfügbar machen, während die Flotte weiterfährt. Wie das Modell funktioniert und für wen es sich eignet.

In manchen Unternehmen steht eine beträchtliche Liquiditätsreserve dort, wo sie wahrscheinlich am wenigsten vermutet wird: direkt vor der Tür auf dem Firmenparkplatz. Denn jeder gekaufte Dienstwagen bindet Kapital. Bei einer größeren Flotte kommt rasch eine erhebliche Summe zusammen. Geld, das möglicherweise gerade für Wachstumsprojekte, Digitalisierungsvorhaben oder die Erweiterung

eines Standorts benötigt wird. Die Fahrzeuge einfach zu verkaufen, würde allerdings ein anderes Problem schaffen: Serviceteams, Außendienst und andere Beschäftigte müssen weiterhin mobil bleiben.

Eine Lösung dafür lautet Sale and Lease back. Dabei verkauft das Unternehmen seinen bestehenden Fuhrpark an einen Leasinganbieter und least dieselben Fahrzeuge anschließend zurück. Die Autos bleiben ohne Unterbrechung im Einsatz, während der vereinbarte Kaufpreis neuen finanziellen Spielraum schafft.

Aus Eigentum wird damit eine vertraglich vereinbarte Nutzung. Das Unternehmen erhält zusätzliche Liquidität und bezahlt künftig eine monatliche Leasingrate. Wird der Verkauf mit Full-Service-Leasing kombiniert, lassen sich zugleich laufende Kosten besser planen und Aufgaben der Fuhrparkverwaltung auslagern.

„Sale and Lease back ist besonders für mittelständische Unternehmen mit hoher Kapitalbindung im Fuhrpark und steigenden Fuhrparkkosten interessant“, sagt Lorenz Loidl, Commercial Director bei Ayvens Austria. Als sinnvolle Größenordnung nennt der Mobilitätsdienstleister Flotten ab etwa zehn Fahrzeugen.

Ob sich das Modell im konkreten Fall eignet, hängt allerdings nicht allein von der Anzahl der Autos ab. Ausschlaggebend ist vor allem, welcher Erlös mit dem Verkauf erzielt werden kann. Einen typischen Wert für die dadurch gewonnene Liquidität gibt es laut Ayvens nicht. Zu unterschiedlich sind Größe und Zusammensetzung der Fuhrparks. Entscheidend sind Alter, Zustand, Laufleistung und aktueller Marktwert der einzelnen Fahrzeuge. Liegt dieser über dem Buchwert, können nach Angaben von Ayvens im Zuge des Verkaufs auch stille Reserven gehoben werden. Die konkreten bilanziellen und steuerlichen Auswirkungen hängen von der jeweiligen Transaktion ab.

Am Beginn steht deshalb eine Analyse des vorhandenen Fuhrparks. Spezialisten von Ayvens bewerten die Fahrzeuge und ermitteln ihren aktuellen Marktwert. Auf dieser Grundlage erhält das Unternehmen ein Angebot über den Kaufpreis und die Konditionen des anschließenden Full-Service-Leasings. Nach Abschluss des Kaufvertrags wird der Verkaufserlös ausbezahlt, die Fahrzeuge werden zu vereinbarten Monatsraten weitergenutzt. Für die Beschäftigten ändert sich dadurch im Alltag nichts: Sie bleiben mit denselben Autos mobil.

Die Bewertung zeigt zugleich, dass nicht jedes Fahrzeug gleichermaßen für Sale and Lease back infrage kommt. Standardisierte Alters- oder Kilometergrenzen gibt es nach Angaben von Ayvens zwar nicht. Wichtig sind jedoch ein transparenter und belastbarer Marktwert, eine ausreichende Restnutzungsdauer sowie eine gängige Marke und Ausführung. Entsprechend relevant sind eine dokumentierte Wartungshistorie, eine nachvollziehbare Laufleistung und vollständige Fahrzeugunter­lagen.

Ist der mögliche Verkaufserlös ermittelt, stellt sich die nächste Frage: Rechnet sich der Wechsel langfristig? Denn die neu gewonnene Liquidität ist nur eine Seite der Kalkulation. Auf der anderen stehen die künftigen Leasingraten und mögliche Kosten für die Umstellung. Dazu zählen etwa die Bewertung durch einen Gutachter, die Eigentumsübertragung, die Zulassung und der administrative Aufwand.

Blurred image background

Finanzieller Spielraum. Lorenz Loidl, Commercial Director Ayvens Austria, sieht Sale and ­Lease back vor allem für mittelständische Unternehmen mit kapitalintensiven Fuhrparks als interessante Option.

 © ayvens

Gesamtkosten. Ein aussagekräftiger Vergleich darf sich deshalb nicht auf Kaufpreis und Leasingrate beschränken. Unternehmen müssen wissen, was sie ihr Fuhrpark bislang insgesamt kostet. Neben Anschaffung und Wertverlust

gehören dazu Wartung, Reifen, Versicherung, die motorbezogene Versicherungssteuer, interne Verwaltung und die spätere Verwertung. Erst diese Gesamtbetrachtung zeigt, ob Sale and Lease back wirtschaftlich sinnvoll ist.

Damit rückt neben dem finanziellen Effekt ein zweiter Vorteil des Modells in den Vordergrund: die organisatorische Entlastung. Beim Full-Service-Leasing übernimmt Ayvens je nach Vereinbarung unter anderem Wartungs- und Servicekosten, Reifen, Versicherung, motorbezogene Versicherungssteuer sowie Aufgaben der Fuhrparkverwaltung. Die einzelnen Positionen werden in einer monatlichen Rate gebündelt.

„Der wirtschaftliche Nutzen entsteht aus zusätzlicher Liquidität, besserer Planbarkeit und der Reduzierung von ­Risiken und Verwaltungsaufwand“, erklärt Loidl. Gerade größere Flotten verursachen beträchtliche interne Arbeit. Fahrzeuge müssen beschafft, gewartet und versichert, Rechnungen bearbeitet und die Autos am Ende ihrer Nutzungsdauer verkauft werden. Werden diese Aufgaben ausgelagert, stehen im Unternehmen mehr Ressourcen für das Kerngeschäft zur Verfügung.

Zu den Risiken, die sich übertragen lassen, zählt auch die weitere Wertentwicklung der Fahrzeuge. Das ist besonders bei Elektroautos relevant. Reichweite, Batteriegröße und Ladegeschwindigkeit entwickeln sich rasch weiter. Gleichzeitig ist der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos in Bewegung. Ein heute modernes Modell kann deshalb nach einigen Jahren stärker an Attraktivität und Wert verlieren als ursprünglich erwartet.

Restwertrisiko. Bei einem gekauften Elektroauto trägt das Unternehmen dieses Risiko selbst. Im Rahmen der Sale-&- Lease-Back-Lösung von Ayvens geht es auf den Leasinggeber über. Nach Einschätzung von Loidl ist dieser Aspekt gerade bei E-Fahrzeugen nicht zu unterschätzen. Modelle, die heute noch dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, könnten durch die rasche technologische Entwicklung und Veränderungen am Gebrauchtwagenmarkt stärker an Wert verlieren.

Damit verändert Sale and Lease back die Rolle des Fuhrparks: Aus gebundenem Fahrzeugvermögen wird verfügbare Liquidität, aus Eigentum eine vereinbarte Nutzung. Interessant ist das Modell vor allem dann, wenn das freigesetzte Geld im Kerngeschäft sinnvoll eingesetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit
Entgeltliche Einschaltung
Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages