ÖGVS-Test: Wie guten beraten Banken zur Pensionsvorsorge?

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Artikelbild
 © iStock

©iStock
  1. home
  2. Finanzen
  3. Service

Wenn der Staat den Gürtel enger schnallen muss, steigt das Interesse an privater Altersvorsorge. Wie Banken dazu beraten und wo es Verbesserungsbedarf gibt, zeigt ein aktueller Test.

Den gewohnten Lebensstil allein mit der staatlichen Rente im Alter halten zu können, scheint für viele keine sichere Bank mehr zu sein. Immer mehr Menschen denken über ihre private Zusatzvorsorge nach. Beraten werden sie dabei oft von Filialbanken. Was diese Interessierten raten, hat die Gesellschaft für Verbraucherstudien ÖGVS von Dezember bis April bei sieben heimischen Instituten getestet, die die verdeckt agierenden Tester:innen jeweils fünfmal aufsuchten. Hauptgewicht im Ergebnis ­hatte die Beratungsleistung mit 70 Prozent, der Service 30 Prozent.

Der Service gab wenig Anlass zu Kritik: „Die Filialen machten einen sauberen Eindruck, Wartebereiche waren oft vorhanden und alle Termine starteten pünktlich“, sagt ÖGVS-Projektleiterin Christina Berger. Die Gespräche verliefen freundlich, aufmerksam und die Berater:innen nahmen sich Zeit für die Anliegen. Einzig die Terminfindung könnte verbessert werden: „In einigen Fällen brauchte es mehr als zwei Versuche, um mit Mitarbeiter:innen sprechen zu können.“ Inhaltlich wurden die Beratungsgespräche oftmals fundiert geführt, auch nach Kenntnissen zu Wertpapieren und Finanzinstrumenten wurde in 77 Prozent der Fälle gefragt.

In der Detailanalyse zeigte sich aber doch da und dort Optimierungspotenzial. „Die Bestandsaufnahme der individuellen Finanzsituation hätte umfassender ausfallen können“, sagt Berger. „Schulden oder andere finanzielle Verpflichtungen wurden nur bei 15 der 35 Gespräche erfragt.“ Auch bereits vorhandene Investitionen oder gar die zu erwartende Pension wurden in einigen Fällen nicht thematisiert, ebenso wurden Themen wie Inflation oder möglicher Jobverlust oftmals gänzlich ausgeklammert. „Positiv war die Beratung zu den Produkten selbst. Wie sie sich zusammensetzen oder wie sich die Laufzeit darstellt, wurde gut erklärt“, resümiert Berger. „Ob und welche Nebenkosten es gibt, sprachen die Berater:innen nur selten proaktiv an“. 25 der 35 Beratungen wurden mit einem schriftlichen Angebot abgeschlossen, das direkt oder nachträglich per E-Mail gelegt wurde.

Die gesamt 66 angelegten Kriterien erfüllte die BKS Bank am besten und holte den Testsieg, gefolgt von der VKB und der Erste Bank.

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 22. Mai 2026 erschienen.

Die ausführlichen Testergebnisse mit allen Details sind gegen 1.640 Euro zuzüglich USt. unter info@qualitaetstest.at erhältlich.

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Nur jetzt ein ganzes Jahr trend. für nur €10,99 pro Monat!