ÖGVS-Test: Die besten Lebensversicherungen

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Risikolebensversicherungen im Check: Eine ÖGVS-Studie zeigt Kosten, Leistungen und Fallstricke – und worauf Versicherte achten sollten.

Diese Polizze ist eine Lebensentscheidung und wird von Versicherungsnehmenden vor Abschluss geprüft wie keine zweite. Kein Wunder, sichert eine Risikolebensversicherung doch einschneidende Ereignisse ab, indem sie Angehörigen nach dem Todesfall finanzielle Sicherheit gibt oder zum Beispiel einen Immobilienkauf absichert. ÖGVS, die Gesellschaft für Verbraucherstudien, hat die Angebote von 13 Anbietern getestet.

Anteilsmäßig größtes Gewicht am Ergebnis hatten die Tarife mit 60 Prozent. Je 20 Prozent konnten die Assekuranzen mit Transparenz und Komfort sowie Kundendienst erreichen, der von verdeckten Tester:innen je fünfmal konsultiert wurde. In Summe waren beim Test 81 Parameter angelegt. Für den Leistungsvergleich bei den Tarifen wurden fünf beispielhafte Szenarien entwickelt, die unterschiedliche Lebenssituationen und Laufzeiten abbilden, – etwa eine 1994 geborene Mediendesignerin mit 59 kg und 163 cm Größe, die ihre Angehörigen mit 300.000 Euro versorgen will, oder ein 1987 geborener Jurist mit 89 kg und 193 cm Größe, der mit 200.000 Euro einen Kredit auf 20 Jahre besichert.

„Bei den Zahlprämien kam es teilweise zu Beitragsunterschieden zwischen den Versicherern von mehr als 70 Prozent“, zieht ÖGVS-Projektleiterin Anja Haverkamp Bilanz. So lag bei einem 36-jährigen Bürokaufmann die Bandbreite für die jährliche Prämie zwischen 174 und 749 Euro für eine Kreditabsicherung von 250.000 Euro auf 25 Jahre.

Ein gesunder Lifestyle lohnt sich für Versicherte offenbar. „Besonders hoch fielen die Beiträge für Raucher aus“, sagt Haverkamp. Je nach Leistungsumfang begnügen sich die Versicherungen nicht mehr mit dem Ausfüllen des obligatorischen Gesundheitsfragebogens. Die Vorlage medizinischer Gutachten, Laborbefunde oder diverser Tests ist überall Standard. Einzig Livv.at verzichtet darauf, versichert allerdings auch nur auf bis zu eine halbe Million. Die Hannoversche verlangt diese Berichte ab 700.000 Euro Versicherungssumme, andere Versicherer schon ab 200.000 Euro. Davon abgesehen, tut sich ein weiterer finanzieller Aspekt in der Anbahnung auf. „Nur fünf Versicherer erstatteten die Kosten, die für die zusätzlichen Untersuchungen entstehen. Bei allen anderen müssten die Kosten von den Antragstellenden übernommen werden oder sind nur teilweise vom Versicherer gedeckt.“

Änderungen gegen Aufpreis möglich

Flexibler sind die Versicherungen bei nachträglichen Anpassungen – Lebenssituationen ändern sich. „Zehn der 13 Anbieter bieten die Möglichkeit einer anlassbezogenen Nachversicherung an“, so Haverkamp. Bei Geburten oder Immobilienkäufen können die Versicherungssummen nachträglich erhöht werden. Interessant: Neun der 13 Anbieter offerieren gegen Aufpreis eine Option, sich gegen unerwartete schwere Erkrankungen abzusichern. „Die Versicherungssumme wird dann ausgezahlt, wenn dem Versicherungsnehmenden eine Krankheit mit einer verbleibenden Lebenserwartung von höchstens zwölf Monaten diagnostiziert wurde.“ Die besten Tarife offerierte die Dialog-Versicherung, gefolgt von Livv.at und der Hannoverschen.

In der Nebenkategorie Transparenz überzeugten die Anbieter durchwegs mit guten Internetauftritten und bereiteten die Informationen gut auf, auch für Einsteiger:innen. Bei den Tarifrechnern stießen die meisten an ihre Grenzen, nur sieben hatten einen, bei drei weiteren können individuell Angebote online angefordert werden. „Ohne Eingabe der persönlichen Daten konnten nur bei vier Anbietern die Bedingungen heruntergeladen werden“, berichtet die Projektleiterin. Am überzeugendsten war bei Transparenz und Komfort die Wiener Städtische, gefolgt von Generali und Dialog.

Telefonischer Kundendienst mit Defiziten

Das telefonische Mystery Shopping beim Kundendienst offenbarte Defizite, mittlerweile eine häufige Beobachtung bei den ÖGVS-Testserien. Telefonnummern, Onlineformulare oder E-Mail-Adressen bieten natürlich alle Versicherer an. Das garantiert aber noch keinen Kontakt: „Nur in 62 Prozent der Fälle konnte beim ersten Anrufversuch ein Mitarbeiter erreicht werden. War der Kontakt zum Kundendienst hergestellt, erwies sich dieser zwar stets als freundlich, allerdings erhielten die Testanrufer nur in 84 Prozent der Fälle auch eine konkrete Antwort auf ihre gestellte Frage“, berichtet Haverkamp. Inhaltlich korrekt waren die Antworten, fielen aber bei mehr als jedem zweiten Anruf „sehr knapp und wenig ausführlich aus“. Stark beim Kundendienst präsentierte sich die Generali, gefolgt von der Dialog und der Merkur.

Den Testsieg holte wie vor zwei Jahren die Dialog, die mit den besten Tarifen sowie mit überdurchschnittlichen Leistungen bei Transparenz, Komfort und Kundendienst überzeugte. Auf Platz zwei folgt Livv.at (Digitaltochter der LV 1871) mit sehr guten Tarifen, dicht gefolgt von der Hannoverschen auf Platz drei, die ebenfalls in der Teilkategorie Tarife überzeugen konnte.

Der Artikel ist in der trend.EDITION am 14. August 2026 erschienen.

Die ausführlichen Testergebnisse mit allen Details sind gegen 1.640 Euro zuzüglich USt. unter info@qualitaetstest.at erhältlich.

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GESAMTERGEBNIS. Die zur Generali Group gehörende Maklerversicherung Dialog erringt mit ihren Leistungen wie vor zwei Jahren klar den ersten Platz, gefolgt von der Digitaltochter der LV München 1871, Livv.at. Auf dem dritten Platz liegt die Hannoversche.

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