
Der Salzburger Günter Kapolnek, der sich seit dreißig Jahren um die Zusammenführung von Käufer und passender Motoryacht kümmert, ist mit seinem Unternehmen Yachtlounge auch offizieller Österreichvertreter für Azimut | Benetti.
Mehr als drei Jahrzehnte sind vergangen, seit Günter Kapolnek die ersten Schritte in der Yachtbranche tat. Begonnen hat seine Karriere bei Boote Feichtner in Linz, womit der Salzburger aus dem Verkauf im Industriebereich in das nautische Segment wechselte. Bei der Frage nach dem ersten verkauften Modell muss Kapolnek ein wenig nachdenken – „Es war ziemlich sicher eine Sea Ray“ –, beim ersten eigenen Boot kommt die Antwort sofort: „Eine Italienerin aus dem Hause Cranchi, die ich auf der Donau liegen hatte. Das war noch in meiner Zeit als Angestellter.“
Mittlerweile ist Kapolnek seit über zehn Jahren selbstständig. Nach dem Ende von Boote Feichtner gründete er das Unternehmen Yachtlounge und fungierte zunächst als Vertriebspartner für Princess-Yachten. „Ich konnte und wollte mir kein Bootslager aufbauen, vor allem mit einer britischen Werft und dem damit verbundenen Währungsrisiko war das undenkbar“, erinnert er sich gut. Trotz der erfolgreichen Kooperation mit den Engländern brach der Kontakt nach Italien nie ab, und nach einer Zwischenphase, in der die Azimut-|-Benetti-Gruppe von Deutschland aus den heimischen Markt mitbetreute, wanderte das Vertriebsmandat für Österreich in die Hände des Salzburgers. Zuletzt wurde die Partnerschaft auf die nächste Stufe gehoben: Yachtlounge wurde „Official Dealer for Austria“. Beide Seiten sehen das auch als strategischen Schritt für die Verstärkung der Aktivitäten in der oberen Adria.
Unaufdringlich und kompetent tritt Günter Kapolnek auf. Seine Erfahrung und sein Know-How werden auch international geschätzt.
Familienangelegenheiten.
Die Tatsache, dass sich die Azimut | Benetti Group trotz internationaler Expansion nach wie vor mehrheitlich in Familienhand befindet, passt dem Salzburger perfekt ins Konzept, denn das garantiert Stabilität und Weitblick – beides unerlässliche Tugenden im gehobenen Segment des Yachthandels. Die italienische Werft gilt als weltweit führender Hersteller von Luxus- und Superyachten, seit 1985 leben die Traditionsmarken Azimut und Benetti unter einem gemeinsamen Dach. Sie stehen in der Welt der Superyachten für Design, Innovation und Handwerkskunst auf höchstem Niveau, und das spiegelt sich auch in den Ansprüchen an die Vertriebspartner wider. „Wir dürfen und müssen uns sehr intensiv mit den Modellen auseinandersetzen. Das schafft Vertrauen in Richtung Werft und in Richtung potenzieller Kunden. Diese spüren, dass wir wirklich wissen, wovon wir reden, und nicht wie ein Immobilienmakler ein Produkt auf der Basis einer kurzen Besichtigung anpreisen“, so Kapolnek im Gespräch. Geführt wurde das passenderweise auf der Azimut Grande 30M, die im Rahmen des Cannes Yachting Festivals ihre Weltpremiere feierte (siehe Kasten).
Vor jeder Übernahme einer neuen Azimut oder Benetti durch den Eigner wird eine umfangreiche Vorbegehung mit dem Händler durchgeführt. „After Sales beginnt damit schon vor der Übergabe mit einem ausführlichen Vorprotokoll“, beschreibt Kapolnek das Prozedere, „und eventuelle Mängel werden behoben, ehe sie der Kunde überhaupt zu Gesicht bekommt.“ Die tatsächliche Übergabe wird dann per App protokolliert, dort hält man auch Ungereimtheiten oder Mängel fest und bildet deren Abarbeitung just-in-time für den Eigner nachvollziehbar ab.
Azimut Grande 30M
In jener Liga, in der sich Kapolnek bewegt, braucht es für den Betrieb der Yacht zumeist Personal – ein ebenso sensibler wie äußerst wichtiger Bereich im Luxus- und Superyachtsegment. „Viele Kunden unterstütze ich mit meinem persönlichen Netzwerk und betreibe nebenbei Headhunting. Für die Besetzung des Kapitäns bilden natürlich dessen fachlichen Kenntnisse die Grundlage, am Ende muss es aber vor allem menschlich zwischen Eigner und Skipper passen“, erläutert Kapolnek und beschreibt auch, wie eine Kundenbeziehung typischerweise endet: „Die Übergabe der Yacht ist eine wahre Zeremonie. Im Rahmen eines gediegenen Dinners an Bord, an dem auch führende Werftvertreter teilnehmen, wird dem Eigner ein Holzmodell mit Bootsnamen übergeben und eine personalisierte Box, in der er den Korken jener Flasche aufbewahren kann, mit der das Schiff getauft wird.“ Oft wohnt dem Ende aber auch ein neuer Anfang inne: Geht es um die Anschaffung einer neuen, zumeist größeren Yacht, sieht man sich wieder.