
So lässt es sich gut reisen. Wer mit dem Venice Simplon-Orient-Express unterwegs ist, muss seine Koffer nicht selber tragen. Livriertes Zugpersonal ist immer zur Stelle.
Es gibt nicht nur einen Night-Train-Boom. Auch nostalgische Luxuszüge in der Tradition des legendären Orient Express erleben eine eindrucksvolle Renaissance.
Are Trains Now the Most Luxurious Way to Travel?“, fragte neulich die „New York Times“, beantwortete die Frage sogleich mit einem emphatischen Ja und zählte mehrere Fahrten auf, von Angola bis Turkmenistan, die diese Feststellung untermauern. Dem trend.-Traveller gefiel das. Dass er sehr gerne mit der Eisenbahn unterwegs ist, lieber als mit irgendeinem anderen Fortbewegungsmittel, ist kein Geheimnis. Bahnfahren, pflegt er zu schreiben, ist die wohl zivilisierteste Form des Reisens. Auch wenn er lieber mit ganz regulären Zügen unterwegs ist, bei denen man die Fahrt nach Belieben unterbrechen und eher Land und Leute kennenlernen kann als mit jenen Zügen, aus denen man die „wirkliche Welt“ bloß durch die Scheiben der Fenster sieht: Dem diskreten Charme der dekadenten und nostalgiegewürzten Luxuszüge kann auch er sich nicht entziehen. Und so blickt er mit Neugierde auf diese neuen Züge, die gerade auf Europas schönsten Bahnstrecken unterwegs sind.
Durch Europa: Venice Simplon-Orient-Express.
Der Klassiker unter den Luxuszügen, die Europa durchqueren, kann mit Neuem aufwarten. Seit dem vergangenen Jahr gibt es die L’Observatoire-Suite, die der französische Street-Art-Künstler JR gestaltet hat und die sich über einen ganzen Waggon erstreckt. Die beliebteste Route ist die fünftägige Reise von Paris über Budapest und Bukarest nach Istanbul.
Quer über die Insel: The Britannic Explorer.
Im vergangenen Jahr wurde der Britannic Explorer erstmals von Belmond, in dessen Portfolio sich auch der Venice Simplon-Orient-Express befindet, auf Schiene gebracht, Mit ihm lassen sich die schönsten Gegenden der Insel von Cornwall bis zum Lake District mit Stil und Luxus sehr gut erfahren. Damit die Gäste auch die Vorzüge der englischen Küche kennenlernen können, ist Simon Rogan, der für seine Farm-to-fork-Küche mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Küchenchef, für Onboard-Kulinarik zuständig. Auch der Britannic Explorer verfügt über einen Observation Waggon, durch dessen hohe Fenster sich gut die Landschaft betrachten lässt. Wer davon müde wird, kann sich in der Wellness-Suite bei einer Spa-Behandlung auffrischen lassen.
Von Edinburgh in die Highlands: The Royal Scotsman.
Wer mit dem Royal Scotsman unterwegs ist, darf sich über einen ganz besonderen Luxus freuen: Der Zug verfügt über ein Spa, das von Dior betrieben wird. Eine Massage auf Rädern, bei der die Bewegungen der Masseure mit den Schwankungen des Zuges synchronisiert werden, ist sicherlich ein außergewöhnliches Erlebnis. Vom Observation Car blickt der Gast auf die schottischen Highlands mit ihren Tälern und Seen, Mooren und Bergen, Dörfern und Schlössern. Dass die Bordbar über eine außergewöhnlich reich und gut bestückte Whisky-Auswahl verfügt, mag sich auf dieser Strecke von selbst verstehen. Nostalgie wird auch hier großgeschrieben.
Bella Italia: La Dolce Vita Orient Express.
Der Name verrät es bereits: Dieser neue Luxuszug, der von Rom aus in ein- bis mehrtägigen Fahrten die schönsten Regionen Italiens erfährt, setzt bei seinem Design nicht auf Belle Epoque und Art Déco, sondern auf das famose, modernistische italienische Design der 1950er und -60er Jahre – jener Zeit also, in der Federico Fellini seinen Film „La Dolce Vita“ gedreht hat. Für die Verpflegung sorgt Heinz Beck, der Küchenchef von „La Pergola“, Roms einzigem Drei-Michelin-Sterne-Restaurant.
Von Sevilla nach Madrid: Al Ándalus.
Auch der Luxuszug Al Ándalus ist eine Reminiszenz an die Belle Époque. Die Waggons wurden vor hundert Jahren für das englische Königshaus gebaut, damit deren Mitglieder komfortable und wohlbehütet von Calais zur Sommerfrische an die Cóte d’Azur reisen konnten. Eine royale Atmosphäre ist immer noch zu spüren. Ab sofort wird der Al Ándalus nicht nur in Andalusien, sondern darüber hinaus regelmäßig (nicht bloß als Charter) auf einer neuen Strecke verkehren: von Sevilla nach Madrid mit Stopps unter anderem in Cádiz, Jerez und Córdoba. Sieben Tage wird die Reise dauern.