
Mit den vielen kleinen Fischerbooten, die in dem geschützten Hafen ankern, den bunten Häusern, die sich um das Hafenbecken gruppieren, und den traditionellen Restaurants an der Hafenpromenade entspricht diese Vulkaninsel im Golf von Neapel allen Italien-Klischees.
©APA-Images/robertharding/Nagy MelindaEs muss nicht immer Capri oder Sardinien sein. Hier sind italienische Inseln abseits der Touristenmassen, die einen ruhigen und erholsamen Urlaub versprechen.
von
Italien ist immer eine gute Idee. Italienische Inseln sind eine ganz besonders gute Idee. Es müssen ja nicht immer die ganz großen, also Sizilien oder Sardinien sein, es müssen auch nicht die ganz bekannten sein, also Capri oder Ischia oder Elba. Denn es gibt sie ja noch: die kleinen Inseln, die noch nicht unter der Last eines Übertourismus unterzugehen drohen. Hier sind fünf dieser Inseln.
1. Pantelleria
Cineasten kennen die Insel aus Filmen wie „A Bigger Splash“ (von Luca Guadagnino mit Ralph Fiennes und Tilda Swinton), Fashionistas wissen, dass hier der Modeschöpfer Giorgio Armani sein Feriendomizil hatte. Dass Filmemacher, Fotografen, Designer von dieser kargen Insel so fasziniert sind, mag auf den ersten Blick vielleicht überraschen. Pantelleria ist keine dieser anmutigen Inseln, wie man sie sonst aus Italien kennt. Und dennoch: Ist man einmal auf der Insel, erliegt man schnell ihrem eigenwilligen Charme. Die Landschaft, die von schwarzer Lava geprägt ist, die dramatischen Steilküsten, das klare, türkisfarbene Wasser, die Weingärten, die Dammusi, wie die aus Lavastein erbauten Häuser mit ihren weißen Kuppeldächern genannt werden, die wie aus der grauschwarzen Erde herausgewachsen erscheinen. Und auch das: Pantelleria, das näher an Tunesien liegt als an Sizilien, geologisch betrachtet zu Afrika gehört und das seine arabische Vergangenheit nicht verleugnen kann, ist trotz Modedesignern und Filmstars ein recht ruhige, traditionelle Insel und vom Massentourismus verschont geblieben.
TIPP: Die Tenuta Borgia besteht aus sieben historischen Dammusi. In dem Resort mit seinen Gärten, Pools, Palmen und Zitronenbäumen wurde der Film „A Bigger Splash“ gedreht.
Dass die Insel, die näher an Tunesien liegt als an Sizilien, bei Modeschöpfern, Filmemachern und Fotografen sehr beliebt ist, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass -Pantelleria eine recht traditionelle und vom Massentourismus verschont gebliebene Insel ist.
© APA-Images/laif/Gregor Lengler2. Favignana
Die Ägadischen Inseln? Für alle, die jetzt nicht gleich wissen, wo die liegen: Sie liegen westlich von Sizilien im Tyrrhenischen Meer und sie werden von den Inseln Favignana, Levanzo and Marettimo gebildet; sie sind mit dem Tragflügelboot von der sizilianischen Hafenstadt Trapani gut und schnell erreichbar. Es sind karge, felsige Inseln, die aus der Zeit gefallen erscheinen. Hier geht alles noch einen sehr ruhigen Gang, Lokale sind einfach, die Qualität der Speisen recht hoch. Das Wasser, das Favignana umgibt, ist türkisblau. Man kann hier ungestört seine Zeit verbringen. Die Nähe zu Nordafrika sorgt für eine ganz ungewöhnliche, aber faszinierende Atmosphäre. Doch Achtung: Mit der Ruhe wird es vielleicht bald vorbei sein, sobald sich herumspricht, dass hier Szenen für „Die Odyssee“ gedreht wurden, jenen Film von Christopher Nolan, der verspricht, der Kinohit der kommenden Wochen zu werden. Der trend-Traveller empfiehlt: noch schnell hin, bevor Horden von Set-Jettern über die Insel herfallen.
TIPP: Zu Nillu ist eine Villa mit vier Schlafzimmern, die an einem labyrinthartigen römischen Steinbruch gelegen ist, in den ein Pool und ein mediterraner Garten eingebettet wurden.
Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wie auch auf den beiden anderen Ägadischen Inseln wird man hier vergeblich stylishe Restaurants, coole Bars und schicke Boutiquen suchen.
© APA-Images/laif/Amme3. Ponza
Ponza bildet mit Palmarola die Pontinischen Inseln, die vor der Küste von Latium liegen, und ist vor allem bei der besseren Gesellschaft von Rom eine beliebte Urlaubsinsel. Sie verbringt hier ruhige Urlaubstage mit Schwimmen, Sonnenbaden. Gerne lässt man sich von einem Boot hinaus aufs Meer bringen, um dann einige Runden zu schwimmen. Als Urlauber schließt man sich gerne diesem Zeitvertreib und Rhythmus an.
TIPP: Das Restaurant „Acqua Pazza“ ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.
Auch Italiener können Understatement. Ponza ist ein beliebtes Urlaubsreiseziel für alle, die lieber Ruhe und Erholung suchen als Strand-partys und ein wildes Nachtleben.
© APA-Images/robertharding/Paolo Graziosi4. Procida
Procida ist ganz anders als die beiden anderen Inseln im Golf von Neapel. Nicht voll Glanz und Glitzer wie Capri oder Ischia, sondern bodenständig, ruhig (wenn nicht gerade Tagestouristen aus Neapel oder Capri vor Ort sind) und klischeehaft schön. Die bunten Häuser, die sich vom Hafen steil auf der Vulkaninsel nach oben drängen, bieten ein nahezu klassisches Italien-Bild. Weil Procida große Hotelanlagen erspart geblieben sind, ist es auch vom Übertourismus, wie man ihn auf Capri und Ischia kennt, verschont geblieben.
TIPP: Traditionelle Küche gibt es im „Ristorante Da Mariano“.
5. Alicudi
Jede der sieben Äolischen Inseln hat ihre Eigenheiten. Panarea ist die exklusive Partyinsel, Stromboli ist berühmt für den Vulkan, auf Salina gibt es das Hotel Signum, das der trend-Traveller sehr schätzt. Eine besondere Schwäche aber hat der trend-Traveller für Alicudi, die kleinste, unbekannteste und abgelegenste Insel des Archipels – also auch die ruhigste und die entspannteste. Es gibt keine Autos und keine Mopeds. Esel tragen die Lasten. In den wenigen Lokalen kommt der Fisch direkt aus dem Meer auf den Grill. Wenn man einmal hier ist, wähnt man sich am Ende der Welt.
TIPP: Das einzige Hotel auf der Insel ist die Casa Mulino.
Die kleinste der sieben Äolischen Inseln ist der perfekte Rückzugsort für all jene, die etwas Abstand von einem stressreichen Alltag suchen und etwas Auszeit benötigen. Wer hier nicht zur Ruhe kommt, wird vermutlich nirgendwo zur Ruhe kommen können.
© ShutterstockDer Artikel ist im trend.PREMIUM vom 12. Juni 2026 erschienen.