3 Kurztrips für die langen Wochenenden

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Lunzer See
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Die geopolitische Lage, die Unwägbarkeiten mit dem Kerosin, die steigenden Ticketpreise: Wer an den kommenden langen Wochenenden einen Kurztrip plant, bleibt besser in der Nähe. Der trend-Traveller hat drei Vorschläge.

Als sich in Wien alles um den European Song Contest zu drehen begann, verließ der trend-Traveller die Stadt und begab sich auf einen Roadtrip durch Niederösterreich. Er machte sich auf die Suche nach Orten, an denen man nicht nur während der Zeit des ESC, sondern auch in den kommenden Wochen, wenn es dank einiger Feiertage deutlich verlängerte Wochenenden gibt, ein paar schöne Tage verbringen kann. Klein, fein, ruhig und entspannt sollten die Orte sein, und sie sollten – das war dem trend-Traveller wichtig – auch mit einem kulinarischen Angebot überzeugen. Und so reiste er in die Bucklige Welt, ins Waldviertel und ins Mostviertel.

1. Ein Bett in da Wies'n

Man fährt bei der Abfahrt Kulmbach von der Südautobahn ab, macht kurz Halt beim Eis-Greissler, der hier seine Produktionsstätte hat und bei dem es nicht nur famoses Eis gibt, sondern auch einen Eis-Erlebnispark, dessen Größe den trend-Traveller überrascht hat, und kommt so nach Bad Schönau, in einen Kurort, der für seine Kohlensäurebehandlungen bekannt ist. Das ist die Bucklige Welt, zu der man heute auch gerne Wiener Alpen sagt. Früher gingen hier Wiener Familien gerne auf Sommerfrische. Sie wussten, was sie taten. Etwas außerhalb von Schönau befindet sich das Reich der Familie Machreich: das Restaurant „Triad“, in dem Küchenchef Uwe Machreich mit vorrangig lokalen Produkten großartige, innovative, vielfach ausgezeichnete Küche bietet, sowie einige Lodges mit dem bezeichnenden Namen „Bett in da Wies’n“, in denen man gerne einige Tage und Nächte verbringt und die eine gute Basis sind für Ausflüge in diese reizende Umgebung. Es ist hier alles so, wie man es sich wünscht, wenn man ein paar schöne und entspannte Tage haben will.

2. Roo'n im Waldviertel

Arbesbach ist tiefstes Waldviertel. Das heißt: anmutige Landschaft, Hügel, Wald, Wiesen. Viel Platz ist da. Viele Möglichkeiten zum Wandern und zum Radfahren. Wer gerade Lust auf etwas Auszeit hat, ist hier richtig. Wer große Tiere mag oder Kinder hat, die große Tiere mögen, fährt nach Arbesbach, um im Bärenwald nach Bären Ausschau zu halten. Der trend-Traveller fuhr nach Arbesbach nicht wegen der großen Tiere, sondern wegen Michael Kolm. Der hat vor einigen riad-machreich.at Jahren das elterliche Wirtshaus übernommen, das sich gleich neben dem Eingang zum Bärengehege befindet. Was früher „Bärenhof“ hieß, heißt jetzt schlicht „Kolm“. Das Wirtshaus ist sehr beliebt, der dort angebotene Bärenteller ist ein Hit.

Weil sich Michael Kolm, der sein Handwerk bei Markus Mraz in Wien gelernt hat, damit nicht zufriedengeben wollte, eröffnete er über dem Wirtshaus ein Fine-Dining-Restaurant, das von BWM Architects sehr schön gestaltet wurde. Das Essen war großartig, besser kann man im Waldviertel vermutlich nicht essen; es war lässig, undogmatisch und voller Überraschungen.

„Bauch vor Ego“ ist Michaels Motto. Weil man nach so einem Dinner die Gäste nicht so einfach zurück nach Wien oder nach Linz oder wo auch immer hinschicken kann, hat er auf der Wiese unterhalb des Restaurants einige Lodges aufgestellt. Er nennt sie „roo’n“, ein kleines Wortspiel mit dem englischen Wort „room“ und mit dem Wort „Ruhen“. Ruhen kann man hier tatsächlich. Sehr gut sogar. Die Lodges sind klein, aber sehr clever und schön eingerichtet, einige haben eine private Sauna, alle haben Terrassen. Und so blickte der trend-Traveller beim Aufwachen aus den raumhohen Fenstern und sah eine Wiese, einen Bauernhof und eine Kapelle. Wenn er nicht aß, trank oder schlief, wanderte er durch diese wunderbare Landschaft. Den Bärenwald ließ er aus. Der ESC war weit, weit weg.

3. Ein Refugium am Lunzer See

Dem trend-Traveller hat sich schnell erschlossen, warum in der Gegend rund um den Lunzer See einst reiche Industriellenfamilien der Habsburgermonarchie wie die Rothschilds oder die Kupelwieser ihre Sommersitze und ihre Jagdreviere hatten. Hier kommen Berg, Wald und See auf eine sehr harmonische Art und Weise zusammen. Direkt am Kirchenplatz von Lunz am See haben ein Architekt aus Wien und ein Tischler aus dem Ybbstal ein fünfh undert Jahre altes Haus vor einigen Jahren in ein ganz wunderbares Hotel umgebaut. Mit viel Feingefühl und Stilsicherheit und mit einem klaren ästhetischen Konzept. In der Tat ein Refugium.

Und so heißt es auch: „Refugium Lunz“. Ein Ort der Ruhe, der Entspannung, der Regeneration. Mit Sauna und Yogaraum in einem Gartenhaus, mit einem beheizten Outdoorpool, mit einem schönen Restaurant, von dessen großer Fensterfront aus man auf die Ybbs runterblickt, die artig und gemütlich vorbeifließt. In Lunz und am Lunzer See kann man tatsächlich schöne Tage verbringen. Wanderwege führen rund um den See und über die Hügel des Ybbstals, ins Gesäuse, und nach Admont ist es nicht weit. Kultur gibt es auch. „Wellenklänge“, das Festival für zeitgenössische Musik auf der Seebühne, findet heuer von 10. bis 25. Juli statt und steht unter dem Motto „Empathie & Widerstand“.

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Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 8. Mai 2026 erschienen.

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