
Fast könnte man meinen, man wäre in Kalifornien. Das One & Only Aesthesis Resort an der Athener Riviera verweist in seiner Architektur auf die amerikanische Mid-Century-Moderne.
©RUPERT PEACEStadt oder Strand? Wer beides gut miteinander verbinden will, fährt an die Athener Riviera. Der ehemalige Hotspot der Reichen und Schönen erlebt gerade ein bemerkenswertes Revival.
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Immer wieder blätterte der trend-Traveller in dem Buch mit dem Titel „Asteria“, einem großformatigen Coffee Table Book, das er in seinem Bungalow im One & Only Aesthesis Resort an der Athener Riviera vorfand und das die Geschichte des Beach Clubs Asteria erzählt, der in den 1950er- und 1960er-Jahren ein Hotspot des Athener Jetsets war. Aristoteles Onassis war einer der Stammgäste, Maria Callas kam immer wieder vorbei, reiche Reederfamilien amüsierten sich. Auch Grace Kelly und Brigitte Bardot kamen auf Besuch. Der trend-Traveller konnte sich der Faszination dieser Fotos nicht entziehen. Sie zeigten Bungalows ganz im Stil einer amerikanischen Moderne, ein entspanntes Strandleben, Partys mit Musik und Tanz, elegante Dinner. Alles sehr schick, alles sehr stylish. und Schönen. 1967 putschte das Militär, die Sitten wurden Damals war die Athener Riviera die Spielwiese der Reichen strenger, und hedonistische Orte wie das Asteria und der lockere Lifestyle in den Beach-Clubs waren nicht mehr opportun. Nicht nur das Asteria verlor seine Anziehungskraft, die gesamte Athener Riviera verlor ihren Sex-Appeal.
Weil der trend-Traveller nun gehört und gelesen hatte, dass die Athener Riviera gerade ein beachtenswertes Revival erlebt, reiste er an. Er fuhr und spazierte die Küste entlang und stellte fest: Das mit der Wiedergeburt hat schon seine Richtigkeit. Er sah elegante Villen, Marinas, in denen sich mächtige Yachten drängten, Promenaden am Wasser, weite Sandstrände, luxuriöse Resorts, die man so eher auf einer der Kykladeninseln vermutet als am Stadtrand einer Millionenmetropole. Das Wasser. Die Sonne. Der Sonnenuntergang. Es war wirklich schön.
Genau genommen ist die Athener Riviera ein lang gestreckter Vorort von Athen, in dem die, die es sich leisten können, fada etwa, dem Hauptort an der Küste, ist man mit dem Auto in weniger als 30 Minuten mitten in der Stadt. Die Athener Riviera erstreckt sich über fast 60 Kilometer entlang des Saronischen Golfs. An dem einen Ende steht der im vorchristlichen fünften Jahrhundert errichtete Tempel des Poseidon, einer der fotogensten Orte Griechenlands, am anderen, im Süden Athens, das Stavros Niarchos Foundation Cultural Centre, das 2016 eröffnet wurde.
Das One & Only Aesthesis in Glyfada ist der perfekte Ort, um in einem Buch über das Asteria und die Hochblüte der Athener Riviera zu blättern. Der Beach Club, der dem Buch den Titel gab, befand sich genau an der Stelle, an der sich nun das Resort steht. Das erstreckt sich auf einer Fläche von 21 Hektar, auf der sich 127 Villen und Suiten zwischen üppiger Vegetation und sorgsamer Gartengestaltung verteilen. Die Architekten – darunter das gefragte Athener Büro K-Studio – evozieren geschickt den Spirit der glamourösen 60er-Jahre. Von den raumhohen Fenstern der Villen mit ihrem retro-modernen Look blickt man in die Gärten oder aufs Meer, viele haben private Pools.
„Wir verbinden Insel-Feeling mit Stadtnähe“, sagte George Brilakis, der Resort Manager, als er den trend-Traveller übers Gelände führte. Und er hat natürlich recht. Die Verlockung, das Resort gar nicht erst zu verlassen, ist groß, und der trend-Traveller war nahe daran, ihr zu erliegen. Traumhafte Strände, mehrere Pools, Restaurants und Bars – was will man mehr. Das Restaurant Ora von Küchenchef Ettore Botrini, der in Athen ein Sternerestaurant führt, bietet eine innovative Mixtur aus griechischer und italienischer Küche. Im riesigen Guerlain Spa kann man sich runderneuern lassen. Es gibt großzügige Sportanlagen mit Tennis und mehr. Und wer mit Kindern unterwegs ist, kann sie dem Kids Only Club anvertrauen.
George führte den trend-Traveller auf das Dach des Konferenzzentrums, auf dem demnächst ein Campari Club eröffnet wird. Von hier aus, sagte er, wird man den schönsten Sonnenuntergang sehen, den man sich denken kann. Der trend-Traveller zweifelt nicht daran.
Athen
Es gibt ein paar Dinge, die locken den trend-Traveller immer wieder nach Athen, und die heißen nicht Akropolis, Akropolis-Museum oder Archäologisches Nationalmuseum. Ja, auch die sollte man gesehen haben, keine Frage. Aber es sind andere Sachen, die das Leben hier so schön und entspannt machen. Zum Beispiel die Freiluftkinos. Angeblich gibt es mehr als 70 davon in der Stadt. Das bekannteste ist das Ciné Paris in der Plaka. Der trend-Traveller mag aber vor allem das Cine Dexameni am Dexameni-Platz im Stadtteil Kolonaki. Man weiß da nicht, wohin man blicken soll. Auf die Leinwand, zu den anderen gut gelaunten Zuschauern oder hinauf auf den Stadtberg Lycabettus, der neben dem Kino aufragt. Auf den Lycabettus sollte man ohnehin, am besten rauf mit der Teleferik, der Standseilbahn, und runter zu Fuß. Von oben blickt man auf die weiße Stadt, auf die Akropolis und weit hinaus bis zum Meer. Sehr gerne flaniert der trend-Traveller durch so -unterschiedliche Stadtteile wie Kolonaki, Pangrati oder Psyri mit ihren Boutiquen, Tavernen, Kafenia und Weinbars. Gastrotavernen sind gerade sehr angesagt, die die traditionelle griechische Küche neu interpretieren.
Die aufsehenerregendste Hotelneueröffnung der letzten Wochen ist die des Conrad Athens The Ilisian, das sich nun in jenem ikonischen, modernistischen Bau befindet, in dem einst das legendäre Hilton Athens untergebracht war. Den Abend beschließt der trend-Traveller gerne in der Alexander’s Bar des Hotels Grande Bretagne am Syntagma-Platz. Sie ist ein guter Ort für -einen Late-Night-Drink.
Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 22. Mai 2026 erschienen.
