Wirtschaftsforscher senken Konjunkturprognose

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Österreichs Wirtschaft soll heuer laut den Wirtschaftsforschern von Wifo und IHS real nur um 0,9 bzw. 0,5 Prozent wachsen. Die stark gestiegene Energiepreise bremsen die wirtschaftliche Erholung.

Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS senken ihre Konjunkturprognose für 2026 deutlich. Ging man im Dezember noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 (Wifo) bzw. 1,0 Prozent (IHS) aus, wird nun ein Plus von 0,9 bzw. 0,5 Prozent prognostiziert. Verantwortlich dafür sind der Iran-Krieg und die stark gestiegenen Energiepreise. Die Inflation soll heuer mit 2,7 bzw. 2,9 Prozent weiter über dem Zwei-Prozent-Ziel von Bundeskanzler Christian Stocker liegen, auch sein Ziel eines einprozentigen Wirtschaftswachstums würde verfehlt werden.

Nach den Rezessionsjahren 2023 und 2024 sollte sich die heimische Volkswirtschaft wieder langsam erholen. Im vergangenen Jahr wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits um 0,6 Prozent. „Mit dem Ausbruch des Iran-Krieges und dem dadurch ausgelösten starken Anstieg der Öl- und Gaspreise haben sich aber die Unsicherheit stark erhöht und die Konjunkturaussichten merklich eingetrübt“, schreibt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Prognose. Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) stellte fest: „Der Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung.“

Drei Szenarien aufgrund Iran-Krieg

Das Wifo erstellte seine Prognosen aufgrund des „nicht abschätzbaren Kriegsverlaufs“ auf Basis dreier Szenarien. Dauert der Iran-Krieg nur wenige Wochen und ist die Erdöl-Infrastruktur der Golfstaaten nicht nachhaltig beschädigt, rechnen die Experten in diesem „optimistischen Szenario“ mit einem Wirtschaftswachstum heuer um 1,1 Prozent.

In ihrem „Hauptszenario“ gehen die Wifo-Ökonomen davon aus, dass der Krieg ebenfalls von kurzer Dauer ist, sich allerdings die Brennstoffe kräftiger verteuern. Dann würde die Wirtschaft um 0,9 Prozent wachsen.

Im „pessimistischen Szenario“ – lange Kriegsdauer, langfristig zerstörte Infrastruktur – werde der moderate Aufschwung unterbrochen und das BIP legt 2026 nur 0,2 Prozent zu.

Angesichts der „Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiepreise“ berechnete das IHS ebenfalls ein Alternativszenario, in dem die Erdöl- und Erdgaspreise in der Spitze stärker steigen und länger höher bleiben. In diesem Fall würde das BIP-Wachstum 2026 nur 0,3 Prozent und 2027 0,7 Prozent betragen.

Auch für 2027 passten die Wirtschaftsforscher ihre Zahlen an. Während das Wifo seine Prognose um 0,1 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent kappte, geht das IHS von 0,8 Prozent aus. Die neuen Zahlen dienen als Basis für die Gespräche der Bundesregierung über das Doppelbudget 2027/28.

Inflation bleibt über Zwei-Prozent-Ziel

„Die Inflationsrate dürfte trotz des Iran-Krieges weiter zurückgehen, jedoch verlangsamt der jüngste Energiepreisanstieg den Rückgang“, kommt das Wifo zu dem Schluss. Die Inflationsrate im vergangenen Jahr lag bei 3,6 Prozent. Heuer soll den Berechnungen die Teuerungsrate im Jahresdurchschnitt 2,7 Prozent betragen, 2027 dann auf 2,3 Prozent sinken. Nach IHS-Schätzungen liegt der Verbraucherpreisindex heuer bei 2,9 Prozent, im kommenden Jahr bei 2,4 Prozent. Die EZB strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft gilt.

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt den Wirtschaftsforschern zufolge „nahezu unverändert“. Während das Wifo für 2026 und 2027 mit 7,4 bzw. 7,1 rechnet, geht das IHS von 7,5 bzw. 7,4 aus.

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