
von
Nach einem "sehr umfangreichen Suchprozess" habe "der Beste das Rennen gemacht", sagte der Vorsitzende des ÖBAG-Aufsichtsrates, Günther Ofner, bei einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch. Als A1-Manager komme Arnoldner zudem aus dem "Universum der ÖBAG" - die Staatsholding hält 28,4 Prozent an der Telekom Austria.
Die Entscheidung des Kontrollgremiums für Arnoldner erfolgte einstimmig, betonte Ofner. Zu den Hauptaufgaben zähle, die neue ÖBAG-Strategie mit der Industriestrategie des Bundes in Einklang zu bringen. Der Nominierungssauschuss habe seine Entscheidung zudem "in völliger Freiheit" getroffen, einen möglichen politischen Einfluss stellte Ofner klar in Abrede.
"Herr Arnoldner hat in den Hearings und bei der Lösung der gestellten Aufgaben die überzeugendsten Konzepte in einer sehr motivierten und authentischen Weise vorgestellt", hieß es davor in der Aussendung der ÖBAG. Zudem verfüge er über langjährige Führungs- und Kapitalmarkterfahrung in einem börsennotierten Unternehmen. Vor seiner Vorstandstätigkeit bei der A1 Telekom war er bei Nokia, Alcatel-Lucent und T-Systems Austria in Führungsfunktionen tätig.
Die Wahl auf Arnoldner fiel nach einem dreimonatigen Auswahlverfahren. Neben einer Ausschreibung nach dem Stellenbesetzungsgesetz suchte der Personalberater Boyden nach qualifizierten Bewerbern. Insgesamt hatten sich 46 Personen fristgerecht beworben. Davon wurden 9 Personen zu einem vertiefenden Hearing eingeladen.
Arnoldner selbst sprach von einem intensiven und "durchaus harten" Bewerbungsprozess. Seine Prioritäten für die ÖBAG wolle er angesichts der Tatsache, dass er bis Februar 2027 noch in seinem alten Job und Hlawati bis dahin weiter ÖBAG-Chefin sei, erst erläutern, wenn er im Amt ist.
Sein ÖBAG-Gehalt dürfte um die zehn Prozent unter dem seiner Vorgängerin liegen und auch unter seinem jetzigen Gehalt, wurde bei dem Pressegespräch auf Nachfrage hin thematisiert. Das habe bei seinen Überlegungen "natürlich" eine Rolle gespielt, so Arnholdner. Er habe aber gelernt, die Dinge zu machen, "für die man eine Leidenschaft hat, die man spannend findet". Signale, dass sein Vertrag bei A1, der noch bis Mitte 2028 gelaufen wäre, nicht verlängert worden wäre, habe er keine vernommen.
Mit der Entscheidung für Arnoldner habe der ÖBAG-Aufsichtsrat die richtige Entscheidung getroffen, zeigte sich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) in einer Stellungnahme überzeugt. Der Minister verwies auf die jahrelange Erfahrung des Managers im Bereich Digitalisierung sowie als Vorstand eines ATX-Unternehmens auf seine Kapitalmarkterfahrung.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) attestierte Arnoldner ebenfalls, ein "versierter Manager mit langjähriger Erfahrung und ausgewiesener wirtschaftlicher und strategischer Expertise" zu sein. Edith Hlawati habe die ÖBAG in einer sehr herausfordernden Situation übernommen und die Staatsholding mit ruhiger Hand geführt, bedankte sich der Kanzler bei der bisherigen ÖBAG-Chefin.
Auch seitens der Industriellenvereinigung (IV) gratulierte man Arnoldner zum neuen Posten. "Er kennt die Organisation und ihre Strukturen daher bestens und wird die Geschicke der österreichischen Industriebeteiligungen mit Weitblick und Umsicht führen", so IV-Präsident Georg Knill in einer Aussendung.