Flughafen Wien fordert spürbare Senkung der Ticketsteuer

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Flughafen-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner
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Die Vorstände der Flughafen Wien AG, Julian Jäger und Günther Ofner, fordern eine deutliche Senkung der Flugabgabe. Die im Budget vorgesehenen 30 Mio. Euro pro Jahr würden nicht ausreichen, um den Passagierrückgang am Standort Wien abzufangen. Eine Halbierung der Ticketsteuer bringe dem Staat über Umwegrentabilität 80 Mio. Euro ein, rechnete Jäger vor. Mehr Beschäftigung und Tourismus würden den Entfall von Steuern wettmachen.

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Österreich hebe auf der Kurzstrecke mit 12 Euro pro Ticket eine der höchsten Flugabgaben Europas ein, was das Flugaufkommen dämpfe, erklärte Jäger. Der Bund nehme heuer rund 170 Mio. Euro ein. Eine Rückgewinnung von einer Million Passagieren würde über 800 Vollzeit-Arbeitsplätze und Tourismus-Umsatzsteuer allein 80 Mio. Euro an Umwegrentabilität bringen. Das wäre für den Finanzminister ein gutes Geschäft. Die Luftfahrt sei "ein Wohlstandsbringer und ein Wirtschaftsmotor", sagte Jäger.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Flughafen mit einem Passagierrückgang von rund zwei Millionen Fluggästen am Standort Schwechat. Im August sank das Passagieraufkommen in Wien im Jahresabstand um 6,9 Prozent auf 3.172.284 Reisende. Von Jänner bis August schrumpfte die Fluggastzahl in Wien um 4,0 Prozent auf 20,57 Millionen. "Dass es auch anders geht, das zeigen unsere Töchter, die uns im heurigen Jahr hier eigentlich ziemlich rausreißen", erklärte Jäger. Die gesamte Flughafen-Gruppe inklusive der Beteiligungen in Malta und Kosice legte nämlich um 1,1 Prozent auf 28,97 Millionen Passagiere zu.

Chancen sieht Jäger bei der Langstrecke. Die Austrian Airlines (AUA) seien perfekt positioniert, um Richtung Ostasien zusätzliche Kapazitäten anzubieten. Zudem bediene American Airlines ab kommendem Jahr eine neue Direktverbindung nach Philadelphia. Sorgen über eine Kerosinknappheit waren laut Jäger "für den Standort Wien eine völlig sinnlose Diskussion. Eine komfortablere Versorgungslage als hier in Wien kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen." Solange es Rohöl gebe, gebe es auch Kerosin am Standort Wien. "Und wenn einmal die OMV kein Rohöl mehr hat, haben wir andere Probleme, als auf Urlaub zu fliegen."

Die Drohungen von Ryanair-Chef Michael O'Leary mit Kapazitätskürzungen sehen die Flughafen-Chefs gelassen. "Wenn er mal nicht mehr jammert, dann haben wir was falsch gemacht", meinte Jäger. Ryanair verdiene in Wien als einziger verbliebener Ultra-Low-Cost-Carrier gutes Geld.

Das Jahresergebnis liegt laut Finanzvorstand Günther Ofner mit einem erwarteten Nettogewinn von rund 220 Mio. Euro über Budget. Das jährliche Investitionsprogramm von rund 300 Mio. Euro werde bis 2028 vollständig aus eigenen Mitteln finanziert, danach seien moderate Kredite vorgesehen. "Eine Kapitalerhöhung würde ich auch für die nächsten 20 Jahre ausschließen", betonte Ofner.

Ofner lobte das geänderte politische Klima unter Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ): "Es ist erfreulich, dass die sehr feindselige Haltung gegenüber der Luftfahrt jetzt mit Minister Hanke in ein positives Klima sich gewandelt hat."

Scharfe Kritik übte Ofner an der EU-Beimischungspflicht für synthetische Treibstoffe (SAF), die ohne ausreichende europäische Produktion zu drastischen Kostensteigerungen führe: "Das wird ein völliges Fiasko!" Europäische Drehkreuze gerieten dadurch gegenüber Konkurrenten wie Istanbul ins Hintertreffen, wo eine Expansion auf 150 Millionen Passagiere stattfinde.

Wachstumspotenzial sieht Jäger für den Fall, dass der Ukraine-Krieg zu Ende geht, da Russland und die Ukraine vor dem Konflikt fünf Prozent des Gesamtmarktes ausgemacht hätten: "Wann immer es endet, und nichts ist ewig, dann gehen wir davon aus, dass sehr kurzfristig ein ganz starkes Wachstum aus der Ukraine kommen würde."

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