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US-Verkehrsminister Sean Duffy sollte die Zertifizierung im Laufe des Tages bei einem Besuch im Boeing-Werk in Everett im Bundesstaat Washington würdigen. Dort hatte der Konzern im Juli eine neue Produktionslinie eröffnet, um den Ausstoß der 737-Reihe zu erhöhen.
Für Boeing ist die MAX 10 ein wichtiger Baustein zur finanziellen Erholung nach jahrelangen Krisen. Bisher haben Fluggesellschaften wie United Airlines, Alaska Airlines, Ryanair, Delta Air Lines und American Airlines mehr als 1550 Maschinen dieses Typs bestellt. Nach Angaben des Beratungsunternehmens IBA macht das Modell 31 Prozent des 737-Auftragsbestands aus.
Die MAX 10 bietet Platz für bis zu 230 Passagiere, während die MAX 9 bis zu 195 und die MAX 7 bis zu 160 Fluggäste fasst. Die jahrelangen Verzögerungen - ursprünglich waren die ersten Auslieferungen für 2020 geplant - haben dem europäischen Rivalen Airbus geholfen, sich mit seinem Modell A321neo einen größeren Anteil am Markt für große Standardrumpfflugzeuge zu sichern.
Die FAA verlangte für die MAX 10 wesentliche Verbesserungen, darunter Aktualisierungen des Flugsteuerungssystems mit einem optimierten Anstellwinkelsensor. Ein Problem mit dem Vereisungsschutzsystem der Triebwerke hatte die Zulassung 2023 weiter aufgehalten. Ein Ende September entdeckter Fehler in der Navigationssoftware stellte nach Einschätzung der FAA dagegen kein Sicherheitsrisiko dar. Die kleinere 737 MAX 7 hatte die Behörde im August nach mehr als achtjähriger Prüfung zugelassen.
Boeing muss einen strengeren Zertifizierungsprozess durchlaufen, seit bei zwei Abstürzen von MAX-8-Maschinen in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 346 Menschen ums Leben kamen. Zudem gerieten die Produktions- und Qualitätssysteme des Unternehmens verstärkt ins Visier der Aufsichtsbehörden, nachdem im Jänner 2024 während des Fluges ein Kabinenteil einer fast neuen MAX 9 von Alaska Airlines herausgebrochen war.
RENTON - USA: FOTO: APA/APA/AFP/JASON REDMOND