Thyssenkrupp macht wieder Hoffnung zur Stahlsparte-Zukunft

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Thyssenkrupp sieht Verbesserungen für den Stahl
 © AFP, INA, FASSBENDER, Apa
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Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp sieht einen Silberstreif am Horizont für die Zukunft seiner lange krisengebeutelten Stahlsparte. "Das regulatorische Umfeld für den Stahl verbessert sich grundlegend", sagte Konzernchef Miguel Lopez am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal mit Blick auf angekündigte Schutzmaßnahmen der EU gegen Billig-Importe aus Asien. Die schmerzhafte Sanierung der Sparte zeige zudem Wirkung.

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Thyssenkrupp sei auf dem Weg, "das Stahlgeschäft wettbewerbsfähig aufzustellen", so Lopez. Im Konzern bekam Thyssenkrupp aber unter anderem die Folgen des schwachen Automarktes zu spüren und gab nach Einbußen im zweiten Quartal Hoffnungen auf ein Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2025/26 auf. Die Umsatzerwartung werde um einen Prozentpunkt auf minus drei bis zu einem Null-Wachstum gegenüber dem Vorjahr angepasst.

"Bei der Umsatzerwartung sind wir etwas zurückhaltender, auch angesichts der verschärften geopolitischen Unsicherheiten und der Auswirkungen auf die internationalen Märkte", erläuterte Finanzchef Axel Hamann. Die übrigen Ziele für Gewinn und Cashflow bekräftigte er. Den Umbau des einst weit verzweigten Mischkonzerns zu einer Finanzholding will Konzernchef Lopez nun weiter konsequent vorantreiben, kündigte dieser an. Eines Tages werde sich Thyssenkrupp im Zuge des Umbaus auch von der Mehrheit am Stahlgeschäft trennen.

Der Umsatz sank im Quartal um zwei Prozent auf rund 8,4 Milliarden Euro und damit weniger stark als von Experten erwartet. Analysten hatten in einer von Thyssenkrupp veröffentlichten Vara-Umfrage im Mittel mit 8,2 Milliarden Euro gerechnet. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) legte auch dank des von Lopez eingeleiteten Sparprogramms um 179 Millionen Euro auf 198 Millionen Euro zu, hier rechneten Analysten mit 167 Millionen Euro. Den größten Ergebnisbeitrag leistete hier ausgerechnet die Stahlsparte. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter schrieb Thyssenkrupp einen kleinen Gewinn von einer (Vorjahr: 155) Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiter mit einem Verlust zwischen 800 und 400 Millionen Euro - hier wird Thyssenkrupp vor allem durch die Kosten für den Umbau der Stahlsparte belastet. Für diese sieht Thyssenkrupp nun aber auch "deutlich verbesserte Ertragsaussichten". Auch deshalb habe sich Lopez entschieden, die Gespräche über einen Verkauf an die indische Jindal Steel International vorerst zu den Akten zu legen. "Die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe bleibt weiterhin das erklärte Ziel", stellte Thyssenkrupp heraus.

Lopez hat dem Stahlgeschäft, dem früheren Kern des Ruhrkonzerns, einen tiefgreifenden Umbau verordnet. Klar ist bereits, dass zur Sanierung des Geschäfts in den kommenden Jahren bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen der Sparte gestrichen oder ausgelagert werden. Bei diesen Plänen bleibe es, machte Lopez deutlich - doch ein weiterer Abbau sei aktuell nicht geplant. In der Vergangenheit waren Versuche, das Stahlgeschäft zu verkaufen, es in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen oder an die Börse zu gehen, gescheitert. Lopez selbst hatte gesagt, Fortschritte bei der Neuausrichtung machten Thyssenkrupp Steel aber wieder attraktiver: "Jetzt machen wir den Stahl fit für die Zukunft - ob mit oder ohne Jindal."

Im Zuge des Umbaus will sich der Konzern auch von Anteilen an der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) trennen. Diese sollen an den bisherigen Partner Salzgitter gehen. "Mit dem geplanten Verkauf der HKM-Anteile von Thyssenkrupp Steel an Salzgitter vollziehen wir einen wichtigen Schritt, um das Stahlgeschäft wettbewerbsfähig aufzustellen", sagte Lopez. Die Maßnahmen zeigen auch in den Bilanzen des Konzerns Wirkung: Der Bereich stehe nun mit rund drei Milliarden Euro in den Büchern, sagte Finanzchef Axel Hamann. Im Dezember waren es noch 2,4 Milliarden Euro. Hoffnung machen der Branche geplante Schutzzölle der EU. "Wir erwarten im Jahresverlauf positive Impulse aus den EU-Handelsschutzmaßnahmen", unterstrich auch der Konkurrent Salzgitter.

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