
von
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein weiteres Abrutschen auf minus 19,8 Punkte erwartet. "Die Erwartungen hellen sich auf, verbleiben aber im negativen Bereich", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Umfrageergebnisse. "Die Expertinnen und Experten hoffen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs." Die schwache Industrieproduktion, steigende Energiepreise und eine Inflationsrate oberhalb der Zwei-Prozent-Marke belasteten die deutsche Wirtschaft jedoch weiterhin. "Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich ein vorsichtiges Erholungspotenzial ab, sofern der Nahost-Konflikt abklingt und die staatlichen Konjunkturimpulse ihre Wirkung entfalten."
Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im Mai erneut schlechter ein: Dieses Barometer fiel um 4,1 Punkte und verharrte mit minus 77,8 Zählern tief im negativen Bereich. "Konjunkturoptimismus ist daher nicht angebracht", sagte Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. "Dies gilt auch vor dem Hintergrund des noch ungelösten Nahost-Konflikts und der anhaltenden Seeblockade."
Europas größte Volkswirtschaft ist vergleichsweise gut ins Jahr gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent, wozu steigende private und staatliche Konsumausgaben beitrugen. Dennoch rechnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für 2026 insgesamt nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent - vor allem wegen des Energiepreisschocks im Zuge des Iran-Krieges.