Europas Leitbörsen schließen vor Fed mit Gewinnen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Türkische Aktien unter Druck
 © AFP, OZAN KOSE, Apa
©AFP, OZAN KOSE, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Angesichts fallender Ölpreise haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed erholt. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,48 Prozent auf 6.266,50 Punkte. In Frankfurt verbesserte sich der DAX um 0,53 Prozent auf 25.537,75 Einheiten. Der britische FTSE-100 gewann 0,28 Prozent auf 10.688,47 Zähler.

von

Nun ist die Aufmerksamkeit ganz auf die US-Notenbank gerichtet. Eine Zinserhöhung in den USA gilt als wahrscheinlich und dürfte die Märkte nicht belasten. "Die Rentenmärkte sind hochgradig nervös", stellte Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank, fest. "In dieser Lage würde eine Zinsanhebung und ein klar skizzierter Fahrplan helfen, die Märkte zu beruhigen und Finanzierungsbedingungen zu verbessern."

Würden die US-Währungshüter dagegen nichts tun, könnte dies belasten. "Sollte die Fed nicht agieren, würde sie eine große Verunsicherung hinterlassen, was zu weiter steigenden langlaufenden Zinsen und somit zu einer weiteren Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen führen würde", warnte Schallmayer.

Inzwischen mussten Aktienbesitzer in der Türkei entgegen den weltweit freundlichen Trends heftige Kursverluste verkraften. Wegen Problemen bei der Rücknahme von Fondsanteilen sackte der schon zuletzt schwache heimische Leitindex BIST 100 um mehr als fünf Prozent ab. Zwischenzeitlich wurden die Handelsaktivitäten durch eine automatische Notfall-Unterbrechung gestoppt, weil die Kurse zu stark geschwankt hatten.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 waren am Mittwoch vor allem die Aktien von Energieversorgern, Unternehmen der Tourismusbranche und der Bauindustrie gefragt.

Erneut auf Kaufinteresse stießen auch Aktien von Unternehmen mit Bezug zum Trendthema Künstliche Intelligenz (KI). So gewannen die Anteile der Halbleiterhersteller STMicro und Infineon zwei und 1,2 Prozent und die des Zulieferers ASML 1,3 Prozent. Beim Energietechnikspezialisten Siemens Energy als EuroStoxx-Spitzenreiter stand ein Kursplus von 3,1 Prozent zu Buche. Die Papiere der Elektrokonzerne Schneider Electric und ABB verteuerten sich um 1,5 und 2,1 Prozent.

Zu den wenigen Verlierern zählten hingegen die gut gelaufenen Titel der Öl- und Gaskonzerne sowie der Autobranche. Berenberg-Analyst Romain Gourvil schrieb, der Weg zu einer positiven Entwicklung im Autosektor bleibe holprig. China, geopolitische Risiken und Inflationsdruck trügen zu schwachen Ertragsperspektiven, anhaltenden Überkapazitäten und zunehmendem Wettbewerb bei. Aktien von Renault fielen mit 4,5 Prozent besonders deutlich. Analyst Gourvil macht wachsenden Gegenwind für den französischen Autobauer aus.

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages