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Mit dem Joint Venture tritt OHB auch dem Konsortium um Helsing, den Radar- und Sensor-Spezialisten Hensoldt und den norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg bei, das sich um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr für das Weltraum-Aufklärungsprojekt mit dem Namen "Spock 2" bewerben will. KIRK soll das Konsortium auch führen. OHB soll dabei seine Weltraum-Kompetenzen in die Waagschale werfen, die für ihre im Ukraine-Krieg eingesetzten Kamikaze-Drohnen bekannte Helsing die Fähigkeiten bei der Nutzung von KI. Die norwegische Kongsberg liefert die Satelliten, die früheren Angaben zufolge vom Start-up Isar Aerospace in den Weltraum gebracht werden sollen.
Die OHB-Aktie schnellte am Dienstag um 25 Prozent auf 606 Euro nach oben, allerdings sind bisher nur wenige Aktien im Streubesitz, die nicht der Familie Fuchs oder deren Partner, dem Finanzinvestor KKR, gehören. Hensoldt rückten neun Prozent auf 80 Euro vor.
In der Branche wird erwartet, dass sich um "Spock 2" auch der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und Airbus bewerben werden. Rheinmetall entwickelt zusammen mit der finnischen Iceye bereits das Vorgängerprojekt "Spock 1". Für ein satellitengestütztes Kommunikationssystem für die Bundeswehr hatte sich OHB kürzlich mit Rheinmetall zusammengetan.
"Der Weltraum ist zur entscheidenden Dimension moderner Kriegsführung geworden", heißt es in der Mitteilung von OHB. Die Beobachtung des Gefechtsfelds über Satelliten aus dem Weltraum, verbunden mit der Zielerfassung in Echtzeit mit Hilfe von KI, soll einen entscheidenden Vorsprung bieten. "Für die Herausforderungen, denen die Streitkräfte sich heute stellen müssen, sind schnelle, präzise Daten unerlässlich - und moderne Raumfahrtsysteme, implementiert mit Künstlicher Intelligenz, sind ein wesentlicher Baustein dafür", sagte OHB-Chef Marco Fuchs.
Dem Konsortium sollen auch weitere Unternehmen beitreten, darunter Start-ups und Zulieferer. "Wir müssen sicherstellen, dass Europa den Kampf um seine Souveränität im Orbit gewinnt. OHB und Helsing werden das gemeinsam mit ihren starken Partnern im Konsortium sicherstellen", sagte Helsing-Mitgründer Gundbert Scherf.