
von
Die großen Ölkonzerne profitieren seit Monaten von den Marktturbulenzen, die durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurden und zu einer Verknappung des weltweiten Angebots geführt haben. Das ließ den Ölpreis steigen und die Gewinne bei Konzernen wie Shell, Exxon Mobil oder Aramco sprudeln. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise zuletzt durch die Ankündigung der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, nun auch die Lieferrouten im Roten Meer zu blockieren.
Die neue BP-Konzernchefin Meg O'Neill, die seit April im Amt ist, schlug selbstkritische Töne an und stellte eine Neuausrichtung in Aussicht. "Wir schöpfen unser Potenzial nicht aus", sagte sie. "Unsere Leistung in den vergangenen Jahren hat unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt, geschweige denn die unserer Aktionäre." Sie legte fünf Prioritäten für BP fest, die unter anderem eine Stärkung der Bilanz, eine Vereinfachung des Portfolios und eine höhere Investitionsdisziplin umfassen, um die Ertragskraft des Konzerns zu verbessern.
Teil des neuen Kurses sei eine weitere Abkehr von der bisherigen Erneuerbare-Energien-Strategie. So habe BP den Verkauf seines US-Biogas-Geschäfts Archaea eingeleitet, das erst 2022 für 4,1 Milliarden Dollar erworben worden war. Am Freitag hatten die Briten den Rückzug aus der Öl- und Gasförderung in der heimischen Nordsee angekündigt. Für das laufende Jahr rechnet BP nun mit Investitionen in Höhe von 13,5 bis 14 Milliarden Dollar, was über den bisherigen Planungen liegt. In Österreich verkauft BP das Tankstellen- und Ladesäulennetz an das Schweizer Energieunternehmen Volenergy.