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Damit übertraf Bayer die Analystenerwartungen, die im Schnitt von 1,94 Mrd. Euro ausgegangen waren. Nach dem wegweisenden Sieg im Glyphosat-Streit vor dem Obersten Gerichtshof der USA Ende Juni rückt nun die strategische und finanzielle Zukunft des Konzerns in den Fokus. Investoren richten ihr Augenmerk vor allem darauf, wie Bayer seine Schulden abbauen will und ob es Pläne für eine Aufspaltung gibt. "Operativ sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Bill Anderson. Bei der Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten sei der Konzern gut vorangekommen, habe jedoch noch wichtige Meilensteine vor sich.
Den Ergebnisanstieg im zweiten Quartal hat Bayer ausschließlich dem Agrargeschäft zu verdanken. In der Sparte Crop Science legte das Ergebnis um gut 30 Prozent zu. Der Bereich profitierte von höheren Preisen und Absatzmengen beim Unkrautvernichter Glyphosat sowie der Wiederzulassung von Dicamba-basierten Produkten in den USA, die den Verkauf von Soja- und Baumwollsaatgut ankurbelte. Diese Entwicklung kompensierte die Schwäche in den Sparten Pharma und Consumer Health, die beide einen Gewinnrückgang von 3,6 Prozent verzeichneten.
Im Pharmageschäft brachen die Erlöse mit dem Milliarden-Blutverdünner Xarelto und dem Augenmedikament Eylea wegen abgelaufener Patente massiv ein. Aufgefangen wurde dies durch ein starkes Wachstum der neuen Hoffnungsträger Nubeqa gegen Prostatakrebs und Kerendia gegen Nierenleiden.
Den währungsbereinigten Ausblick für das laufende Jahr bestätigte Bayer. Wegen veränderter Wechselkurse hob der Konzern die Zielspannen auf unbereinigter Basis erneut leicht an. Für 2026 rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatz von 44,7 bis 46,7 Mrd. Euro nach bisher 44,5 bis 46,5 Mrd. Euro sowie einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 4,20 bis 4,70 Euro statt 4,10 bis 4,60 Euro. Zudem erwartet Bayer einen schnelleren Schuldenabbau als bisher. Die Nettofinanzverschuldung soll bis Jahresende auf 29 bis 30 Mrd. Euro sinken; zuvor hatte der Konzern 32 bis 33 Mrd. Euro angepeilt. Hintergrund ist der Einstieg des US-Finanzinvestors Apollo bei einer Tochtergesellschaft, der rund drei Mrd. Euro einbringt.