Bilfinger verdient trotz Zurückhaltung der Kunden mehr

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++ ARCHIVBILD ++ Bilfinger steigert Umsatz im zweiten Quartal um sieben Prozent
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Der deutsche Industriedienstleister Bilfinger hat im zweiten Quartal erneut die Zurückhaltung der Kunden wegen des Konflikts am Persischen Golf zu spüren bekommen. Für das Gesamtjahr dämpfte der Konzern etwas die Erwartungen. "Unser Marktumfeld war im zweiten Quartal von geopolitischer Unsicherheit geprägt", sagte Unternehmenschef Thomas Schulz am Mittwoch zur Vorlage der Geschäftszahlen. Der Vorstand rechne aber für die zweite Jahreshälfte mit einer Belebung der Nachfrage.

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Während der Konzern die Ziele für Umsatz und freien Barmittelzufluss 2026 bestätigte, peilt er nun bei der operativen Marge (EBITA-Marge) das untere Ziel der ausgegebenen Spanne an. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um sieben Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (EBITA) stieg um 4 Prozent auf 77 Millionen Euro. Dazu trug auch der Sparkurs bei. Die entsprechende Marge ging aber von 5,5 auf 5,3 Prozent zurück. Mit seinen Kennziffern traf das Unternehmen in etwa die Erwartungen der Analysten.

Der Auftragseingang schrumpfte indes um 16 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Euro. Unter dem Strich legte der Gewinn dank einer günstigeren Steuerquote um 14 Prozent auf 54 Mio. Euro zu.

Im Mittleren Osten habe der anhaltende Konflikt unmittelbar die Geschäftstätigkeiten vor Ort gedämpft, teilte das Unternehmen mit. Zudem hielten sich Unternehmen in Europa wegen der gestiegenen Energiepreise mit Investitionen zurück. Doch der Konzern setzt auch auf neues Geschäft beim Wiederaufbau im Nahen Osten. Bilfinger befinde sich bereits in konkreten Gesprächen mit Kunden, hieß es. Dies betreffe sowohl den Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur als auch die Wiederinbetriebnahme von Produktionsanlagen. Auch zeichnete sich Ende des zweiten Quartals ein positiver Trend mit wachsendem Outsourcing-Potenzial in den Bereichen Chemie & Petrochemie, Energie, Öl & Gas sowie Pharma & Biopharma ab.

Für 2026 peilt das Unternehmen weiterhin ein Wachstum des Konzernumsatzes auf bis zu 5,9 Mrd. Euro an. Im schlechtesten Fall könnten die Erlöse aber auch auf dem Vorjahresniveau von gut 5,4 Mrd. Euro verharren. Analysten haben im Schnitt knapp 5,7 Mrd. Euro auf dem Zettel.

Vom Erlös sollen 5,8 bis 6,2 Prozent als operatives Ergebnis (EBITA-Marge) hängen bleiben. Allerdings rechnet der Bilfinger-Vorstand aufgrund der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr nun damit, dass das Unternehmen im Gesamtjahr nur noch das untere Ende der Prognosespanne erreichen wird. Experten rechneten zuletzt mit 5,9 nach 5,5 Prozent im Vorjahr.

Im Dezember hatte das Bilfinger-Management Mittelfristziele bekannt gegeben. Demnach peilt Bilfinger bis 2030 im Schnitt ein jährliches Umsatzplus von 8 bis 10 Prozent an. Davon sollen als operative Marge 8 bis 9 Prozent übrigbleiben. Wachsen wollen die Mannheimer sowohl aus eigener Kraft als auch durch Zukäufe. Bilfinger ist auf die Planung, Errichtung, Wartung, Modernisierung und Automatisierung von Industrie- und Energieerzeugungsanlagen spezialisiert.

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