
von
"Vor allem die Preise für Kraftstoffe sind gegenüber dem Vormonat spürbar gestiegen, da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete", sagte Präsidentin Ruth Brand. Für neue Inflationsgefahr sorgt das Niedrigwasser am Rhein. "Die deutsche Inflationsrate könnte dadurch temporär um bis zu einem halben Prozentpunkt ansteigen", sagte Ökonom Felix Schmidt von der Berenberg Bank. Lieferengpässe und damit verbundene Knappheiten könnten viele Produkte verteuern. "Die Preise von Ölprodukten wie Diesel sind verglichen mit Rohöl ohnehin bereits hoch, weil Raffinerien in den Golfstaaten sowie in Russland durch Kriegseinwirkungen ausgefallen sind", erklärte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Der Inflationsdruck dürfte von dieser Seite wegen des Niedrigwassers im Rhein noch etwas steigen."
Energie insgesamt verteuerte sich im Juli um 8,3 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 3,4 Prozent im Juni. "Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber", sagte Statistikamt-Präsidentin Brand. Kraftstoffe verteuerten sich um 23,0 Prozent und damit deutlich stärker als in den beiden Vormonaten (Juni: +11,3 Prozent; Mai: +18,0 Prozent). Leichtes Heizöl kostete sogar 34,7 Prozent mehr. Der wiederaufgeflammte Nahostkrieg hatte zuvor die Ölpreise an den Weltmärkten hinaufgetrieben.
Gedämpft wurde die Inflation von weitgehend stabilen Preisen für Nahrungsmittel. Diese kosteten durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als im Juli 2025. Günstiger wurden etwa Butter (-30,1 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,9 Prozent), während Fleisch und Fleischwaren (+1,9 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+4,0 Prozent) mehr kosteten.
Für Dienstleistungen wurden 2,9 Prozent mehr verlangt (Juni: +3,1 Prozent). Pauschalreisen (+5,6 Prozent) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,7 Prozent) verteuerten sich überdurchschnittlich. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten um 2,4 Prozent zu. Von Juni auf Juli zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,8 Prozent an.