TUI-Kunden buchen weiter Last Minute - Iran-Krieg belastet

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Für TUI ist 2026 kein normales Jahr
 © APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
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Der Iran-Krieg und seine Folgen treiben die Kunden des Reisekonzerns TUI weiter zum Buchen auf den letzten Drücker. Seit Juli ziehe das Geschäft aber wieder an - trotz Hitzewelle und Waldbränden, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel am Mittwoch in Hannover. Dennoch liegt der gebuchte Umsatz für den Sommer noch sechs Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Trend zu Last Minute drückt auf Reisepreise und Gewinn. An seiner Gewinnprognose hält Ebel bedingt fest.

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"2026 ist kein normales Jahr", sagte Ebel bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Morgen in Hannover. Infolge des Iran-Kriegs brachen nicht nur die Buchungen für den Nahen Osten ein. Zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises steckten wochenlang im Persischen Golf fest, was den Konzern im abgelaufenen Quartal 20 Millionen Euro kostete. Die allgemeine Verunsicherung hielt zudem viele Verbraucher davon ab, sich frühzeitig für einen Urlaub im Sommer zu entscheiden.

"Wir sehen nicht mehr Rabatte als im letzten Jahr, aber sehr viel mehr Last Minute und damit geringere Margen", sagte Ebel in einer Videokonferenz mit Journalisten. Angesichts der Krise habe TUI das Urlaubsangebot für den Sommer bereits zurückgefahren. Auch Rabattaktionen gab es. Inzwischen erlebe er allerdings "eine starke Normalisierung des Geschäfts" einschließlich höherer Preise, sagte Ebel: "So billig kriegen Sie es heute nicht mehr."

Die Vorsicht der Urlauber liegt aus Sicht des Managers vor allem an den Folgen des Iran-Kriegs. Die jüngsten Waldbrände in Südeuropa spielten für TUI "keine Rolle". So zählten die stark getroffenen Regionen bei Bordeaux und Madrid nicht zu den Reisezielen des Konzerns. Und in den wichtigen Ferienregionen wie dem spanischen Andalusien fielen die Waldbrände diesmal "deutlich geringer" aus als in den vergangenen Jahren.

Auch die Hitzewellen in Deutschland und am Mittelmeer schrecken die TUI-Kunden offenbar nicht vom Urlaub ab. Es gebe in diesem Geschäft seit fünf bis sechs Wochen eine Dynamik, "die gerade vor dem Hintergrund des Wetters nicht zu erwarten war", sagte Ebel. Dennoch wagt der Manager weiterhin keine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September. Das ursprüngliche Ziel hatte er wegen des Iran-Kriegs im April gestrichen und sein Gewinnziel gesenkt.

Seither rechnet er mit einem bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes EBIT) von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Diesen Plan bekräftigte er auch am Mittwoch. Anders als im Mai betonte er aber nicht mehr die Ambition, das obere Ende der Spanne und damit annähernd das Ergebnis aus dem Vorjahr zu erreichen. TUI könne "positiv gespannt aufs Ende des Geschäftsjahrs schauen", sagte er nun.

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni zählte der Reisekonzern in seinem Veranstaltergeschäft, seinen Hotels wie Riu und TUI Blue und bei den Kreuzfahrten von TUI Cruises, Marella und Hapag-Lloyd 9,9 Mio. Kunden und damit drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 5,8 Mrd. Euro, und der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn ging um 27 Prozent auf rund 234 Mio. Euro zurück. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre mit knapp 83 Mio. Euro sogar weniger als halb so viel Gewinn wie ein Jahr zuvor.

Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres steht bei TUI ein bereinigter operativer Gewinn von 118 Mio. Euro zu Buche. Den Löwenanteil ihrer Gewinne fahren sie im Sommer ein. Im vierten Geschäftsquartal von Juli bis September muss TUI im Tagesgeschäft folglich rund eine Mrd. Euro verdienen, um das Jahresziel zu erreichen.

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