Brenntag legt bei Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal zu

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Brenntag kann vor allem dank höherer Preise zulegen
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Der deutsche Chemikalienhändler Brenntag hat im zweiten Quartal vor allem dank höherer Preise zugelegt. Der Umsatz kletterte in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 179 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Brenntag hier 42 Mio. Euro ausgewiesen.

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Das am Freitag erneut erhöhte Gewinnziel für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Zudem fiel das Ergebnis für das zweite Quartal etwas besser aus als der vorläufige Wert. Für 2026 peilt Brenntag aufgrund eines guten Starts in das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives EBITDA) von 1,35 bis 1,45 Mrd. Euro an. Analysten rechnen im Schnitt hier mit 1,38 Milliarden Euro - nach einem Rückgang um knapp 9 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro im Jahr 2025. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern das operative Ergebnis um fast 39 Prozent auf 463 Mio. Euro. Zum Plus trug auch der Sparkurs des Unternehmens bei.

Für Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan fielen die Resultate stark aus und lagen nahe an den durchschnittlichen Markterwartungen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) des Chemikalienhändlers habe vom Konflikt im Nahen Osten profitiert und Brenntag habe höhere Verkaufspreise erzielt, schrieb der Experte.

"Auch wenn der Blick nach vorn weiterhin eingeschränkt ist und makroökonomische Unsicherheiten bestehen bleiben, sind wir hinsichtlich der Richtung der Geschäftsentwicklung zuversichtlich", sagte Unternehmenschef Jens Birgersson. Brenntag setze weiterhin auf Disziplin und Flexibilität im Geschäft sowie Sicherung der Rentabilität, während sich die Visibilität verbessere.

Noch zu Jahresbeginn hatte Brenntag unter den Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten gelitten. Umsatz und operatives Ergebnis gingen im ersten Quartal spürbar zurück. Doch in der Folge spielten der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormuz, durch die sonst rund ein Fünftel des Weltölhandels läuft, einigen europäischen Spezialchemie-Konzernen sogar in die Hände. Sie konnten weiterhin verlässlich liefern und ihre Preise teils sogar deutlich anheben, während vor allem asiatische Anbieter wegen ihrer starken Abhängigkeit von den Lieferungen aus Nahost unter den gestörten Logistikketten und Versorgungsengpässen litten. Fraglich bleibt aber, wie lange der Rückenwind durch diese Sonderkonjunktur anhält.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat der erst seit vergangenem September amtierende Brenntag-Chef Birgersson das Korsett inzwischen noch enger geschnürt. Ursprünglich wollte das Management bis 2027 jährliche 300 Mio. Euro einsparen. Im März kündigte Brenntag dann an, die Kosten bis dahin um weitere 200 bis 250 Mio. Euro im Vergleich zu 2025 senken. Laut Finanzchef Thomas Reisten liegt das Unternehmen bei seinem Einsparziel trotz gestiegener Transport- und Energiekosten im Plan.

Der Konzern straffte bereits etwa administrative Prozesse und beseitigte Doppelstrukturen. Auch Standortschließungen und der Abbau von Arbeitsplätzen zählten in der jüngeren Vergangenheit schon zum Sparprogramm. Birgersson will den Konzern mit weltweit gut 16.900 Mitarbeitenden aber noch effizienter aufstellen. Dazu sollen zentrale Strukturen vereinfacht und die Kostenbasis weiter verringert werden. Eine neue Strategie will der Vorstand am 12. November an einem Kapitalmarkttag vorstellen.

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