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Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten die Bestellungen um 9,5 Prozent zu. Das war so stark wie seit August 2022 nicht mehr.
Experten warnen trotz der positiven Nachrichten aus der zuletzt gebeutelten Industrie vor Euphorie. "Der hohe Bestand hat nur dann einen Wert, wenn er sich in die Produktion überträgt", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. Die Unternehmen dürften hier trotz des Reformpakets der Regierungskoalition aber eher zurückhaltend bleiben. Standortbedingungen und gestiegene Energiepreise würden auf die Stimmung drücken. Viele Unternehmen produzierten auch immer mehr im Ausland als hierzulande. "Auch wegen der neuerlichen Spannungen in Nahost dürften sich Aufträge vorerst weiter stapeln", fügte Krüger hinzu. "Lieferengpässe bremsen die Produktion."
Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Mai auf 8,9 Monate - das ist ebenfalls der höchste Wert seit Beginn der Statistik 2015. Der Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.
Die positive Entwicklung des Auftragsbestands geht wesentlich auf den Maschinenbau zurück. Hier gab es im Mai ein Plus von 3,3 Prozent zum Vormonat. Auch der Anstieg bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen von 3,0 Prozent wirkte sich positiv aus. In der Automobilindustrie sank der Auftragsbestand dagegen um 0,8 Prozent.
Die offenen Aufträge aus dem Inland legten im Mai um 0,9 Prozent zu. Der Bestand aus dem Ausland stieg mit 2,0 Prozent mehr als doppelt so stark.