Sprechen Sie Wirtschaft, Caroline Frank?

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Carolina Frank
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Tanzen, singen, spielen – Caroline Frank ist vielseitig begabt. Ein Money-Mindset musste sie sich aber erst aneignen.

trend: Ob auf der Bühne oder im Film, als Schauspielerin gehen Sie künstlerisch immer lustvoll bis ans Äußerste. Sind Sie wirtschaftlich gesehen ein vorsichtigerer Mensch oder interessiert Sie auch das Spiel an der Börse? 

Caroline Frank: Ich habe mich früher nie sonderlich mit meinen Finanzen beschäftigt, immer sehr lustvoll mein Geld ausgegeben, das gerade da war. Mit Aktien spekulieren, das war eine andere Welt. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass mir finanzielle Ordnung und Sicherheit wichtig sind, mich gut schlafen lassen – in die Aktienwelt bin ich aber immer noch nicht eingetaucht.

Und wie schaut dann Ihr finanzielles Vorsorgekonzept aus? Wie klassisch investieren Sie bzw. was halten Sie für ein sicheres Investment? Immobilien, Anleihen, Krypto, Gold?

Ich habe seit Jahren eine klassische Pensionsvorsorge, eine Wohnung, die ich vermiete, und ETF-Sparpläne statt Sparbuch. Das ist schon ziemlich wild für mich. Mein Interesse für Vorsorge ist erst mit meinen Kindern gekommen, die sind, denke ich, sehr gut aufgestellt und rundrum abgesichert. Ich bin mit der Zeit von der Vogel-Strauß-Taktik zum Finanzbuchlesen übergegangen.

Lesen Sie abseits der Kultur- auch die Wirtschaftsseiten?

Ich habe eine Zeit lang den „Economist“ gekauft, habe ihn aber nicht abonniert. Sagen wir mal so.

Angesichts von Teuerung und multiplen Krisen, was ärgert Sie am aktuellen Wirtschaftssystem?

Vermögenskonzentration, die immer größer werdende soziale Spaltung. Es sollte für Familien leistbar sein, zum Beispiel auswärts Essen zu gehen, sich etwas aufbauen und ersparen zu können.

Sind Sie eine gute Verhandlerin in eigener Sache?

Ich denke schon! Das weiß man ja nie so genau. In unserer Branche schweigt man leider immer noch über die Gagen. Aber ich fühle mich dabei zumindest beinhart und meinem Wert entsprechend. 

Was hat Sie denn familiär im Umgang mit Geld geprägt? Und was geben Sie diesbezüglich Ihren Kindern weiter?

Bei mir zu Hause – meine Eltern hatten einen Hotelbetrieb – gab es wohl immer Schulden, wir haben aber trotzdem recht gut gelebt. Ein echtes Money-Mindset habe ich dadurch nicht wirklich mitbekommen. Vieles habe ich mir später selbst angeeignet, durch Bücher, Gespräche mit Freunden und indem ich mich generell mehr mit dem Thema beschäftigt habe. Ich verwende bei meinen Kindern schon ein anderes Wording, wenn wir über Geld sprechen. Außerdem teilen wir Geld, das sie bekommen, nach einem einfachen Prinzip auf: zehn Prozent spenden, 20 Prozent sparen und dann gerne ausgeben.

Was halten Sie für Ihren ganz persönlichen Reichtum?

In Österreich zu leben, in den Supermarkt gehen zu können und mir und meiner Familie dort das kaufen zu können, worauf wir gerade Lust haben. 

Wofür geben Sie persönlich gerne und lustvoll Geld aus? Und wofür sind Sie sich zu neidig?

Kleidung und Bücher. Da setzt mein Verstand aus. Da fallen mir viele Gründe ein, warum ich etwas dringend brauche. Dinge wie Gastherme und Auto sollten bitte einfach funktionieren und verfügbar sein.

Was bedeutet Luxus für Sie?

Sorglos schlafen.

Karte oder Bargeld?

Beides. Ich vergesse nur leider zu oft, Bargeld einzustecken. Das nervt mich.

Haben Frauen ein anderes Verhältnis zu Geld als Männer?

Das werden wir erfahren, wenn alle gleich viel bekommen.

Wissen Sie noch, wofür Sie Ihr erstes selbst verdientes Geld ausgegeben haben?

Keine Ahnung. Sicher für Kleider.

Und wofür würden Sie Ihren letzten Cent investieren?

In die Ausbildung meiner Kinder. Sie gehen in eine, wie ich finde, fantastische Schule, die respektvolles Lernen und stressfreies Familienleben ermöglicht. Das sollte wirklich allen zugänglich sein – bis dahin ist es mir wichtig, das zu ermöglichen.

Zur Person

Das Interview ist in der trend.EDITION vom 20. März 2026 erschienen.

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