
Der Staatsopernsänger und Neointendant der Oper Burg Gars hat seine Finanzen gut im Griff. Im Interview für die trend.-Serie "Sprechen Sie Wirtschaft?" erklärt er, warum er – obwohl ausgewiesener Genießer – nie über seine Verhältnisse lebt.
In der Oper, vor allem in der Operette, heißt es gern: "Was kostet die Welt?" Haben Sie Ihren Kontostand immer parat?
Ganz genau sogar. Ich muss zugeben, was Geldangelegenheiten betrifft, bin ich sehr penibel und strukturiert. Eigentlich eher untypisch für einen Künstler.
Was hat Sie denn in Sachen Geld geprägt?
Meine Eltern haben mir beigebracht, nichts zu verschwenden und auch sorgsam mit Geld umzugehen. Mein Vater war ein 1956er-Ungarn-Flüchtling, da hat die Familie alles verloren und ich wurde zu Sparsamkeit und finanzieller Selbstständigkeit erzogen. Schon als Teenager habe ich mir mein Taschengeld selbst verdient.
Wissen Sie noch, wie Sie Ihr erstes Geld angelegt haben?
Vinyl, große Operneinspielungen und Gummibärchen – ich war übrigens kein schlankes Kind.
Wie sieht Ihr Finanzplan heute aus?
Was ich mir nicht leisten kann, wird nicht gekauft. Ich lebe niemals über meine Verhältnisse. Es ist wichtig, zu wissen, was das Leben kostet. Ich arbeite ja im Luxussegment. Eine Opern- oder Konzertkarte zu kaufen, ist Luxus, den man sich gönnt. Daher ist es mir auch als neuer Intendant der Opernfestspiele in Gars wichtig, gerade jetzt nicht mit den Preisen raufzugehen, sondern eine für alle sozial verträgliche Preisgestaltung zu bieten.
Sie sind auch als begabter Geldeintreiber für Ihr Benefizprojekt "Hilfstöne" bekannt. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Weil ich als Kind von einem zum anderen Tag erblindet bin, mit negativer Prognose. Dank guter Behandlung ist es anders gekommen. Und ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich wieder sehen kann und meinen Traumberuf ausüben darf. Deswegen habe ich mich von Anfang meiner Karriere an auch immer karitativ betätigt.
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