Niedrigwasser gefährdet Wachstum

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Schiff am Rhein in Duisburg, am Ufer breite Sandbänke.

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Durch aktuell niedrigen Wasserstand auf Flüssen und Seen in Deutschland und Österreich werden Flusskreuzfahrten, Fähren und Güterverkehr stark eingeschränkt – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen.

Durch starke Hitze und fehlenden Regen haben die Pegelstände der österreichischen und deutschen Flüsse und Seen deutlich abgenommen. In der Donau etwa wurden stellenweise historische Tiefstände gemessen. Viele Schifffahrten sind davon eingeschränkt, oder in extremen Fällen gar nicht mehr möglich.

Wie der Hafen Wien mitteilte, können Güterschiffe häufig gar nicht mehr voll beladen fahren. Deshalb wird der Gütertransport auf die Straße oder Schiene verlagert. Behördliche Sperren liegen jedoch nicht vor. Die Entscheidung, ob sie fahren wollen oder nicht, liegt nach wie vor bei den Schiffsführerinnen und -führern, teilte die viadonau mit. Durch Ausbaggern des Flussbettes wird etwa versucht die Fahrrinne instand zu halten und den Schiffverkehr so gut wie möglich weiterhin zu gewährleisten.

Auch Birgit Brandner-Wallner, die Geschäftsführerin der Donau Schiffsstationen GmbH berichtet von einer schwierigen Lage. Laufend müssen Fahrpläne aufgrund des Niedrigwassers geändert werden. Zusätzlich müssen Routen häufig verkürzt oder geändert werden. Hiervon ist besonders die Wachau in Niederösterreich betroffen, wo der Pegel Kienstock einen Rekordtiefstand von nur 102 Zentimetern erreichte. Dies hat zufolge, dass Passagiere von Flusskreuzfahrtschiffen immer öfter mit Bussen transportiert werden, um bestimmte Ausflugsziele erreichen zu können.

Die aktuelle Lage ist laut Infrastrukturministerium vergleichbar mit den markantesten Jahren 2003 und 2018. 2018 wurde ein Rückgang um 25 Prozent beim Transportaufkommen gemessen. Auch aktuell kommt die Güterschifffahrt weitgehend zum Erliegen. Aktuell führt die viadonau Tests durch, um den Gütertransport auch bei Niedrigwasser sicherzustellen. Bei der sogenannten „flexiblen Infrastruktur“ werden mit Kies beladene Transportschuten seitlich der Fahrrinne positioniert. Wodurch sichergestellt wird, dass Wasser nach innen gedrückt wird.

Ebenso ist die Schifffahrt in Deutschland stark eingeschränkt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor einem möglichen Nullwachstum und möglicherweise auch einer Rezession. Das ohnehin schon schwache Wachstum könnte durch das Niedrigwasser am Rhein vollkommen zunichtegemacht werden. Der IW-Experte Thilo Schäfer befürchtet ein um bis zu 0,4 Prozentpunkte niedrigeres BIP.

Wie auch in Österreich können deutlich weniger Waren transportiert werden, was die Produktion mehrerer Branchen einschränkt. Im Moment findet in Köln überhaupt keine Schifffahrt mehr statt, wodurch wichtige Waren für die Chemie- und Stahlindustrie sowie für Raffinerien gar nicht mehr an ihren Bestimmungsort gelangen.

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