US-Investitionsboom: Bitte warten!

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Jürgen Rauch und Mark Mateschitz (4. und 5.v.l.) bei der Grundsteinlegung des Red-Bull-Rauch-Werks in North Carolina, September 2025.

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Der österreichische Investitionsbestand in den Vereinigten Staaten entwickelte sich im ersten Trump-Jahr laut OenB-Zahlen rückläufig.

Mit Spannung wurde nach den Zahlen der österreichischen Exporte in die USA für 2025, die ein Minus von 20,4 Prozent aufweisen, nun auf die Direktinvestitionen heimischer Unternehmen in den USA im ersten Trump-Jahr gewartet. Vor dem Antritt des als wirtschaftsfreundlich geltenden US-Präsidenten war die Hoffnung auf einen Investitionsboom in den Vereinigten Staaten, die von Industriellen angesichts der Regulierungs- und Bürokratiedichte in Europa gerne als paradiesische Gegenwelt gezeichnet wurden, groß.

Trumps Handelspolitik war darüber hinaus auf Investitionsentscheidungen nach dem Motto „Lieber vor Ort investieren als Zölle riskieren“ angelegt. Einige österreichische Großunternehmen, etwa Red Bull und Rauch, haben unter dem Eindruck der Zölle ja seit Längerem angekündigte Werksbauten beschleunigt, wie berichtet.

Nun hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) die Werte auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der Gesamtbestand der Foreign Direct Investments (FDI) in den USA ist von 23,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 22,8 Milliarden Euro zurückgegangen. Zwar schlagen die reinvestierten Gewinne mit plus 1,4 Milliarden Euro zu Buche, doch der schwache Dollar zieht die FDI-Gesamtbewertung nach unten, laut OeNB betrugen diese negativen Wechselkurseffekte minus 2,5 Milliarden Euro.

In die andere Richtung, also Investitionen von US-Unternehmen in Österreich, war das Plus übrigens kräftig: Der Bestand wuchs von 15,7 um drei Milliarden auf 18,7 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand in den OeNB-Aufzeichnungen.

Der markante Anstieg ist nicht auf Neuansiedlungen zurückzuführen, sondern auf den Umstand, dass die österreichischen Assets von US-Unternehmen durch den heimischen Börseboom mehr wert waren. Die OeNB bestätigt diese Bewertungseffekte. Hintergrund: Ein Drittel der Investoren an der Wiener Börse sind US-Investoren, etwa große Fonds wie Blackrock oder Vanguard. Sie profitierten vom Kurssprung des ATX um 45 Prozent.

Kurzum: Ein Boom sieht anders aus, und wenn, dann war er von europäischen Höhenflügen getragen.

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