Trend Logo

Hahn & Riess: Er kommt, sie geht

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Artikelbild
 © FOTOS: APA-IMAGES/FRANZ NEUMAYR, LUKAS ILGNER
LOSLASSEN fällt beiden früheren Regierungsmitgliedern nicht so leicht: Sie entscheidet noch über die Zeit nach dem Ende der regulären Berufskarriere. Er hat schon wieder eine neue Aufgabe.©FOTOS: APA-IMAGES/FRANZ NEUMAYR, LUKAS ILGNER
  1. home
  2. Business
  3. Karriere

Rollentausch im Hause Riess-Hahn: „Pensionist" Johannes Hahn ist neuer Präsident der Nationalbank. Ehefrau Susanne Riess-Hahn geht nach 20 Jahren von der Wüstenrot-Spitze ab.

Vor Weihnachten stöhnte Susanne Riess-Hahn, die Generaldirektorin der österreichischen Wüstenrot-Gruppe, noch über den „wie jedes Jahr in dieser Zeit hereinbrechenden Sitzungsmarathon“. Es wird aber in dieser Form ihr letzter gewesen sein. Die 64-jährige Ex-Vizekanzlerin verlässt wie geplant mit Auslaufen ihres Vertrags am 31. Mai 2026 das Finanzunternehmen, das sie seit mehr als 20 Jahren leitet.

Und während sie geht, kehrt ihr Ehemann Johannes Hahn, 68, auf die Bühne zurück. Der ÖVP-Politiker, dessen berufliche Karriere in Brüssel nach drei Perioden als EU-Kommissar vor einem Jahr endete, wurde per Jänner 2026 für fünf Jahre vom Bundeskanzler zum Generalratspräsidenten der Nationalbank ernannt. Er folgt in dem obersten Aufsichtsgremium der Notenbank Harald Mahrer nach, der dieses Amt ebenso wie seine Spitzenfunktion in der Wirtschaftskammer im Zuge der landesweiten Aufregung um die Erhöhung der Gehälter in der Kammer zurückgelegt hat. Beim Promi-Paar Riess-Hahn ist „Wer kommt, wer geht“ demnach momentan gerade eine Familienangelegenheit.

Dass die Sache nicht zum Stoff für Diskussionen über ein unvereinbares Family Business wurde, ist dabei reiner Zufall. Denn Susanne Riess-Hahn schied erst vor ein paar Monaten als Mitglied des Generalrats aus – ohne auch nur ahnen zu können, dass die Umstände ihren Mann nun an die Spitze dieses Gremiums hieven würden.

Über die Umtriebigkeit ihres „Pensionisten“ muss sie amüsiert schmunzeln, denn „Gio“ Hahn ist nebenher noch als Sonderbeauftragter der EU für Zypern unterwegs. Und er berät die Industriellenvereinigung (IV) in internationalen Angelegenheiten. Den jährlich im Juli stattfindenden „Salzburg Summit“, ein Expertenforum der IV, unterstützt er bei der Programmgestaltung und knüpft Kontakte zu internationalen Speakern.

Auch in der Wüstenrot-Gruppe findet mit dem Abgang von Susanne Riess-Hahn eine Umgestaltung auf Führungsebene statt. Nachfolger der Generaldirektorin wird der bisherige Finanzchef Gregor Hofstätter-Pobst. Neu in den Vorstand kommen zudem Christian Gosch und Fabian Stenzel. Gosch übernimmt die Rolle des Chief Information Officers (CIO) und Chief Operating Officers (COO). Stenzel wird künftig die Leitung des gesamten Vertriebs der Wüstenrot Gruppe (CSO) innehaben.

Das Loslassen fällt Riess-Hahn ähnlich schwer wie ihrem Ehemann, wie aus ihrem Bekanntenkreis zu hören ist. Auf die Frage nach der Gestaltung ihrer letzten Monate bei Wüstenrot antwortet sie kurz und prägnant: „volles Geschäft!“ So wolle sie sich um das Onboarding des neuen Generaldirektors kümmern.

Und danach? „Hauptjob wird der Hund sein“, erklärt Riess-Hahn und muss dabei selbst lachen, bevor sie ergänzt: „Ein paar andere Sachen gibt es schon noch, die an mich herangetragen wurden. Über die möchte ich aber jetzt noch nicht reden.“ Wer sie kennt, weiß: Die Funktion als Präsidentin der Sporthilfe wird nicht die einzige bleiben, mit der sie in Hinkunft die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen wird. Weitere Sitzungsmarathons sind nicht ausgeschlossen.

Der Artikel erschien erstmals in der trend.EDITION vom 19. Dezember 2025 und wurde aktualisiert.

Logo