Thomas Cook - Frist für Rückerstattungen läuft am Sonntag ab

Thomas Cook - Frist für Rückerstattungen läuft am Sonntag ab

Die postalischen Anträge von geschädigten Pauschalreisenden sind bis Freitag beim Abwickler der Insolvenzversicherung AWP einzubringen. Die Ansprüche in Österreich sind voraussichtlich gedeckt.

Wien/London. Der internationale Reiseveranstalter Thomas Cook ist seit 23. September pleite. Pauschalreisende, deren Urlaub geplatzt ist oder denen Zusatzkosten entstanden sind, müssen sich nun rasch um ihr Geld kümmern. Denn am Sonntag (17. November) läuft die achtwöchige Frist für die Geltendmachung ihrer Ansprüche ab.

"Postalische Anträge müssen also bis Freitag, 15. November, eingebracht werden", betonte ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner heute, Montag. Dafür müsse man seine Buchungs- und Zahlungsbestätigungen sowie eine Bankverbindung und eine kurze Beschreibung des Sachverhalts schriftlich bei der österreichischen Niederlassung des Abwicklers AWP P&C S.A. (Allianz Worldwide Partners) einreichen - entweder per E-Mail an thomascook.at@allianz.com oder per Post an AWP P&C S.A., Service Center - Stichwort "Thomas Cook", Pottendorfer Str. 23-25, 1120 Wien. Allianz Partners ist der Abwickler für die Reiseinsolvenzversicherung der Thomas Cook Austria gemäß Pauschalreiseverordnung.

Rückerstattet werden Anzahlungen bis 20 Prozent, Restzahlungen und gegebenenfalls auch die für die Rückbeförderung angefallenen Kosten.

Über die genaue Auszahlungssumme erhalten die heimischen Thomas-Cook-Kunden dann voraussichtlich bis Jahresende eine schriftliche Auskunft. Insgesamt steht eine Versicherungssumme von 22 Mio. Euro für die österreichischen Urlauber zur Verfügung. Damit ist Thomas Cook Austria laut Einschätzung des ÖAMTC nach derzeitigen Informationen "hoch genug abgesichert", dass heimische Kunden alle geleisteten Zahlungen rückerstattet bekommen sollten.

In Deutschland ist das anders: Dort ist längst klar, dass die versicherte Summe - für die deutschen Kunden sind das 110 Mio. Euro - bei weitem nicht ausreicht und die Geschädigten nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen. Denn bereits Anfang November war dort ein Schadensvolumen von mehr als 250 Mio. Euro bei dem für die Insolvenzabwicklung in Deutschland zuständigen Versicherer Zurich gemeldet. Die Geschädigten dürften also deutlich weniger als die Hälfte ihrer Auslagen erstattet bekommen.

Ihre vollen Ansprüche erhalten Pauschalreisende nur dann erstattet, wenn die Höhe der Versicherungsdeckung dazu ausreicht. Ansonsten werden sie entsprechend aliquot entschädigt. Von der Absicherung umfasst sind sämtliche Pauschalreisen, aber nicht einzelne Flug-oder Hotelbuchungen.

Die österreichische Thomas Cook Austria AG und die deutsche Thomas Cook GmbH waren in den Sog der milliardenschweren Pleite der britischen Muttergesellschaft Thomas Cook plc geraten. Der weltweit älteste Reisekonzern, dessen Gründung ins Jahr 1841 zurückreicht, hatte am 23. September Insolvenz angemeldet. Vom Zahlungsausfall des Reiseveranstalters, der im deutschsprachigen Raum mit der Fluglinie Condor und den Marken Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin aktiv war, waren weltweit rund 600.000 Urlauber betroffen - der Österreich-Ableger des Reiseanbieters hatte zum Zeitpunkt der Insolvenz rund 4.600 Urlauber in den Zielgebieten.

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