Industrie-Erbe und Botschafter Max Turnauer verstorben

Der Industrie-Erbe und Milliardär Max Turnauer ist im Alter von 89 Jahren verstorben, wie die Familie Turnauer über das Management ihrer Industrieliegenschafentverwaltung AG (ILAG) bekanntgab.

Max Turnauer (Mitte) bei der Ernennung zum Ehrensenator der Imadec University im Jahr 2013 mit Christian Joksch, Präsident der Imadec University (li), und Otto von Habsburg

Max Turnauer (Mitte) bei der Ernennung zum Ehrensenator der Imadec University im Jahr 2013 mit Christian Joksch, Präsident der Imadec University (li), und Otto von Habsburg

Der Industrie-Erbe und Botschafter Max Turnauer ist im 90. Lebensjahr verstorben, wie das Management der Industrieliegenschaftenverwaltung AG (ILAG) im Auftrag der Familie Turnauer mitteilte. Turnauer verstarb demnach am Samstag, dem 7. November. In der ILAG ist ein Großteil der Firmenbeteiligungen des Milliardärs gebündelt.

Der am 17. Februar 1931 geborene Max Turnauer war Botschafter des Souveränen Malteserordens im Fürstentum Liechtenstein und Ständiger Beobachter des Souveränen Malteserordens bei der Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung (UNIDO).

Legendäres Industrie-Imperium

Der Reichtum der Familie Turnauer beruht auf dem 1907 geborenen und im Jahr 2000 verstorbenen Unternehmer Herbert Turnauer, der aus einer Prager Industriellenfamilie stammte und – nachdem er im Zweiten Weltkrieg alles verloren hatte – in Österreich ein Firmen-Imperium aufbaute. Er übernahm eine kleine Lackfabrik und baute sie zu Österreichs größtem Lackhersteller auf, ehe er das Unternehmen 1969 an Hoechst verkaufte. Er gründete das Isolierstoffwerk-Unternehmen Isovolta, übernahm die Mehrheit an der Aluminium-Verarbeitung Teich AG und gründete schließlich die Constantia Industrieholding, die schließlich rund 50 Werke im In- und Ausland umfasste und deren Nachfolgeunternehmen heute die Constantia Industries und die Constantia Packaging AG sind.

Max, der Sohn des legendären Großindustriellen, erbte 2000 nach dem Tod des Vaters die Constantia Industries AG, deren Aufsichtsrat und Eigentümer heute dessen 1970 geborener Sohn Stanislaus ist. Stanislaus Turnauer sitzt in mehreren Aufsichtsräten der Gruppe mit Constantia Industries, FunderMax und Isovolta. Max Turnauer baute daneben eine Reihe neuer Beteiligungen auf, u.a. im Technologie- und im Forst-Bereich.

Die Schwester von Max Turnauer, die Unternehmerin Christine de Castelbajac (sie war in erster Ehe mit dem französischen Grafen de Castelbajac verheiratet) erbte 2000 die Constantia Packaging und die Constantia Privatbank AG, die in der Folge als Semper Constantia Privatbank firmierte und 2018 zur Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG wurde.

Eine diskrete Familie

Die Familie Turnauer hat es über Jahrzehnte verstanden, ihre Geschäfte äußerst diskret abzuwickeln und sich aus der Öffentlichkeit so weit wie nur möglich zurückzuhalten. Berichte oder Fotos über Familienmitglieder sind selbst in Zeiten der allgegenwärtigen Smartphone-Kameras und der schnellen Nachrichten Mangelware.

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte die Familie zuletzt durch Heinz-Christian Straches berühmt-berüchtigte Aussagen zur Parteifinanzierung bei gleichzeitiger Umgehung des Rechnungshofes im Ibiza-Video.

Wie Ermittler in der Folge herausfanden, gehörten die ILAG und deren hundertprozentige Tochterfirma ILAG Vermögensverwaltungs GmbH zu den Unternehmen, die FPÖ-nahe Vereine großzügig unterstützt haben. Zwischen November 2015 und August 2018 flossen von dort insgesamt 475.000 Euro.

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Norbert Grill ist seit 2008 technischer Geschäftsführer der ORS. Er hat das Studium Regelungstechnik und Automatisierung an der TU Wien absolviert und war zuvor beim ORF in leitenden Funktionen für Digitalisierungsprojekte verantwortlich.
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