Verluste im Fluggeschäft: Die Party ist vorbei

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Die hohen Treibstoffkosten dämpfen die Buchungen für den Sommer.

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Der ESC-Carrier Easyjet fliegt aufgrund der gestiegenen Treibstoffkosten in die roten Zahlen.

Gestiegene Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs haben der britischen Billigfluglinie EasyjetEasyjet, offizielle Fluglinie beim ESC in Wien Mitte Mai, im ersten Halbjahr einen Verlust eingebrockt. Das Minus lag bei 552 Millionen Pfund (637,7 Millionen Euro) nach einem Fehlbetrag von 401 Millionen vor Jahresfrist, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. Der Konflikt treibe die Treibstoffkosten in die Höhe und dämpfe zudem die Buchungen für den Sommer.

Easyjet wolle daher mit diszipliniertem Wachstum und dem Ausbau des Reisegeschäfts auf die Rückschläge im Zusammenhang mit dem Nahen Osten reagieren, sagte Vorstandschef Kenton Jarvis. Die Buchungen für das zweite Halbjahr seien zu 58 Prozent ausgelastet. Allerdings zeigten die Buchungen innerhalb des laufenden Monats im Jahresvergleich eine positive Entwicklung, da die Kundinnen und Kunden ihre Reisen erst kurz vor dem Abreisetermin buchen.

Analysten sehen vor allem die Treibstoffkosten als Risiko. "Hier wird es heikel", kommentierte Duncan Ferris von der Investmentplattform Freetrade in einer Analyse. Die Absicherungsgeschäfte von Easyjet böten zwar einen gewissen Schutz, aber keine Immunität. Der Konzern habe 72 Prozent seines Bedarfs zu einem Preis von 726 Dollar (625,86 Euro) je Tonne abgesichert. Der aktuelle Preis am Spotmarkt liege jedoch bei 1.350 Dollar. Jede Bewegung um 100 Dollar entspreche Treibstoffkosten von rund 35 Mio. Pfund. Easyjet sei daher „Ietwas exponiert".

Bereits am Montag hatte Europas größter Billigflieger Ryanair wegen der gestiegenen Unsicherheiten angekündigt, keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgeben zu wollen. Das irische Unternehmen rechnet wegen des Iran-Kriegs mit deutlich steigenden Kosten im laufenden Geschäftsjahr. Kerosin, Personal und Flugzeugwartung dürften teurer zu Buche schlagen, teilte die Fluggesellschaft. AUA-Chefin Annette Mann spricht im aktuellen trend-Interview von einem voraussichtlich dreistelligen Millionenbetrag an höheren Kerosinkosten für das laufende Geschäftsjahr. Zusatz: „Ich denke nicht, dass wir aus wirtschaftlichen Gründen Flüge annullieren werden müssen. Im Sommer haben wir üblicherweise gute Margen."

Lesen Sie das Interview mit AUA-CEO Annette Mann im trend.PREMIUM vom 22. Mai 2026.

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