
Patrick Fallmann, Mitinhaber von „Store Makers - Middle East“ mit Sitz in Dubai, über seine Einschätzung, wie sich der Krieg auf das Geschäft mit Luxusmarken und die Region auswirkt.
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Bevor es noch für einen weiteren Tag auf die Ski-Piste in den oberösterreichischen Bergen gehen konnte, erreichte Patrick Fallmann die Nachricht vom Angriff der USA und Israels auf den Iran auf seinem Handy: „Zunächst dachte ich, dass eine Reaktion des Iran hoffentlich etwas Zeit in Anspruch nehmen würde - tatsächlich folgte die Antwort jedoch innerhalb weniger Stunden, und Flüge wurden kurzfristig gestrichen“, erzählt Fallmann, gebürtiger Amstettener, der seit vielen Jahren als Unternehmer in Dubai lebt und sich nach einer Geschäftsreise zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs in Österreich aufhielt.
Auf Grund der Eskalation war aber schnell klar, dass er seine Rückreise nach Dubai nicht wie geplant würde antreten können. „Für meine Frau und meine zwei kleinen Kinder waren die ersten zwei Tage sehr belastend. Sie waren allein zu Hause und hörten erstmals vermehrt die Luftabwehr“, sagt er. Weil der 40-jährige Unternehmer seinen mehrmals gecancelten Direktflug nach Dubai unter den Bedingungen nicht abwarten wollte, buchte er einen neuen Flug über Istanbul nach Maskat und ließ sich von dort über den Landweg nach Hause bringen. Ankunft: Donnerstag, 5.März 2026.


Patrick Fallmann
© beigestelltDer Begleiter von Luxusmarken
Einige Tage später beim Online-Call: Fallmann, Mitinhaber des in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Shop-Ausstatters „Store Makers - Middle East“ wirkt entspannt. Seit seiner Rückkehr nach Dubai, erzählt er, habe er noch zwei bis drei Raketenwarnungen auf sein Handy erhalten, zu Kriegsbeginn seien diese noch alle paar Stunden verschickt worden. Jetzt gehe es darum, sicherzustellen, „dass der operative Betrieb bei den Store Makers – Middle East auch in volatilen Zeiten verlässlich weiterläuft“, sagt er.
Store Makers - Middle East ist darauf spezialisiert, die Geschäfte von Luxusmarken in der Region auszustatten. Im Dubai Investmentpark verfügt das Unternehmen über 7.000 Quadratmeter Produktionsfläche und beschäftigt insgesamt 250 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen bekannte europäische Marken wie Michael Kors, Patek Philipp oder Breitling neben zahlreichen lokalen Kunden, die das Unternehmen bei der Expansion in der Region begleitet. Einer der wichtigsten Märkte für die stark exportorientierte Firma ist Saudi-Arabien. Eine starke Verbindung zu Österreich gibt es über die Eigentümer-Struktur: Die niederösterreichische Umdasch-Gruppe hält 30 Prozent und Fallmann zusammen mit Geschäftspartnern 70 Prozent der Anteile.
Auf sein eigenes Geschäft erwartet der Unternehmer unterschiedliche Auswirkungen. „Meine Einschätzung ist, dass viele europäische Marken derzeit zurückhaltender agieren werden - auch weil Entscheidungen stark durch das in Europa vorherrschende mediale Narrativ beeinflusst sind“, sagt er. Lokale Kunden würden hingegen an ihren Plänen festhalten: „Mehrere lokal verankerte Marken in der Region berichten auch in den Tagen nach Ausbruch des Konflikts weiterhin von stabilen Umsätzen und halten an ihren Expansionsplänen fest - in einzelnen Bereichen eröffnen sich dadurch sogar neue Chancen für entschlossene Akteure“, sagt er.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den Hauptangriffszielen des Iran. Auch wenn der Großteil der Drohnen und Raketen erfolgreich abgefangen werden konnte, gelangen einige prestigeträchtige Treffer. Doch viel wichtiger ist für Fallmann: „Die Emirate haben gezeigt, dass ihre Verteidigungsinfrastruktur auch unter hoher Belastung extrem gut funktioniert. Ein solches Maß an Sicherheit ist selbst in vielen europäischen Ländern keine Selbstverständlichkeit“, sagt er und ergänzt: „Langfristig entscheidend wird sein, wie sich die internationale Wahrnehmung der Region entwickelt - insbesondere im Hinblick auf Tourismus und Investitionen.“
Die ganze Story lesen in der aktuellen trend.EDITION vom 20.3.2026.
